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Logistik Hapag-Lloyd: Ein Gewinn für den Standort Deutschland

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Solchen Konzernen, die „als einzelner Ansprechpartner für sämtliche Logistikprozesse“ auftreten und alle Subunternehmer steuern können, gehört nach Meinung Straubes die Zukunft. Das zeigt eine Befragung weltweit agierender Konzerne wie Daimler, Siemens und Dell. Danach nutzen zurzeit elf Prozent der Firmen logistische Generalanbieter. Bis 2015 jedoch werden dreimal so viele Unternehmen auf einen einzigen Logistiker setzen.

Darauf spekuliert offenkundig auch Kühne. Sein Speditionskonzern in der Schweiz, der sich mit Post und Bahn ein Kopf-an-Kopf-Rennen um Spitzenpositionen bei Land-, See- und Luftfracht liefert, will den Bereich „Lead Logistics“ als fünftes Standbein etablieren. Durch Kühnes Einstieg bei Hapag-Lloyd, so die Prognose von Straube, werde das Unternehmen interessanter für industrielle Auftraggeber und Hapag-Lloyd „stark profitieren“.

Gewinnen könnte auch die deutsche Wirtschaft. Beispiel Hamburger Hafen: Bei der Anbindung ans Hinterland führen verstopfte Zufahrtsstraßen und Verzögerungen beim Zoll seit Jahren zu Extrakosten aller Beteiligten. Wenn Kühne sowohl als indirekter Reeder als auch als Spediteur darunter leide, werde er den Druck auf die Politik erhöhen, um die Infrastruktur zu verbessern.

Kühnes Einstieg bei Hapag-Lloyd hing bis zum Schluss am seidenen Faden. Der Touristikkonzern TUI wollte seine Schifffahrtssparte verkaufen. Es gab zwei Interessenten: die Reederei Neptune Orient Lines (NOL) aus Singapur, die durch den Erwerb die drittgrößte Container-Reederei der Welt schaffen wollte, und ein Hamburger Konsortium, eine kleine hanseatische Gesellschaft.

Die bestand neben Kühne aus der Stadt Hamburg, der Bank M.M. Warburg, der HSH Nordbank sowie den Versicherern Signal Iduna und Hansemerkur. Ihr Ziel: die Unabhängigkeit von Hapag sichern und einen Umzug der Zentrale verhindern. Die Hanseaten bekamen für 4,45 Milliarden Euro den Zuschlag und halten nun 67 Prozent an Hapag-Lloyd, TUI bleibt mit 33 Prozent beteiligt. Kühne persönlich hält über seine Holding 24 Prozent.

Offiziell sagt Kühne, die Beteiligung sei eine rein private Angelegenheit. Das muss er auch, nachdem er stets befürchtete, dass die Güterzugsparte der Deutschen Bahn unter dem Dach von Schenker andere Speditionen übervorteilen könnte. Trotzdem gilt es in der Branche als unwahrscheinlich, dass er langfristig nicht doch Einfluss geltend machen wird, um Prozesse des neuen Verbundes zu steuern und beide Unternehmen aufeinander abzustimmen.

Und das wäre auch gut so.

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