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Logistikunternehmer Klaus-Michael Kühne "Leichte Belebung"

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Sie wollen Marktanteile steigern?

Richtig. Wenn wir Umsatz stabilisieren, während andere ihn verlieren, werden wir Marktanteile gewinnen. Je länger die Krise dauert, desto eher ist das der Fall, weil wir Durststrecken länger aushalten können.

Ihnen gefiele also eine lange Krise? 

Für die Marktposition ist sie gut, für das Ergebnis nicht. Eine Krise drückt auch auf die Preise. Ich wünsche mir keine lange Krise.

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    Was müsste der Staat tun, um in der Krise den Logistikstandort Deutschland zu stärken?

    Er müsste die Seeschifffahrt unterstützen, etwa über Bürgschaften. Sie ist ähnlich stark getroffen wie die Automobilindustrie.

    Mit dem Einstieg bei Hapag-Lloyd verhinderten Sie zusammen mit Hamburger Kaufleuten den Verkauf der Reederei ins Ausland, die Mitarbeiter feierten Sie. Jetzt fordern Sie Jobabbau. War alles nur Bluff?

    Nein. Die wirtschaftliche Lage von Hapag-Lloyd gibt jedoch Anlass zur Besorgnis. Hier sollte man gegensteuern. Wäre die NOL aus Singapur, die auch am Kauf interessiert war, zum Zuge gekommen, hätte sie rigoros durchgegriffen; das hatte sie im eigenen Unternehmen bewiesen.

    Bei dem 4,5 Milliarden Euro teuren Kauf hilft TUI nun mit einem Milliarden-Kredit. Doch diese Konstellation scheint Ihnen nicht zu gefallen? 

    Meine Kritik richtet sich gegen die starke Abhängigkeit der Hapag-Lloyd von der TUI. Letztere stellt den Aufsichtsratsvorsitzenden, Herrn Dr. Frenzel, obwohl sie langfristig kein Interesse an der Schifffahrt hat. Als Mehrheitsgesellschafter sollte sich das Hamburger Konsortium verstärkt in die Krisenbewältigung einschalten.

    Was fordern Sie konkret? 

    Ich habe leider keinen Einblick in die Zahlen bei Hapag-Lloyd. Auch nach dem Abschluss des Kaufvertrags fließen die Informationen spärlich. Ich fordere konkrete Zahlen, weil ich gerne Anstöße geben will, bekomme aber nur pauschale Antworten.

    Heißt das, Herr Frenzel hat mehr Informationen als Sie?

    Ja, davon gehe ich zurzeit aus.

    Stehen Sie mit Hapag-Lloyd-Chef Michael Behrendt in Kontakt?

    Das ist in letzter Zeit leider nicht mehr der Fall. Wir sollten so schnell wie möglich in einen engen Dialog mit dem Hapag-Lloyd-Vorstand eintreten.

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