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L'Oreal-Milliardärin Liliane Bettencourt wird entmündigt

Die L'Oréal-Millardärin bekommt einen Vormund - sie soll unter Alzheimer leiden. Zuvor hatte sie für diesen Fall angekündigt, Frankreich verlassen zu wollen. Im Hintergrund tobt ein erbitterter Familienstreit.

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Liliane Bettencourt (88). Quelle: handelsblatt.com

Frankreichs reichste Frau, Liliane Bettencourt, wird entmündigt. Das teilte ihr Anwalt mit. Ein Vormundschaftsgericht in Courbevoie bei Paris entschied am Montag, dass die L'Oréal-Erbin einen gesetzlichen Betreuer erhalten soll. Die alte Dame werde unter Vormundschaft ihres ältesten Enkels Jean-Victor Meyers gestellt, die Verwaltung ihres Vermögens werde der Tochter und ihren zwei Enkeln übertragen. Der Aktienkurs stieg an der Pariser Börse um 3,4 Prozent.

Die 88-Jährige soll laut einem Bericht der Zeitung „Le Monde“ unter Alzheimer und Sprachstörungen leiden und zeitweise desorientiert sein. Dies gehe aus einem Attest des Neurologen Bruno Daunizeau hervor. Die Richter haben zudem die Enkel von Bettencourt als Zeugen angehört, auch sie sollen die Milliardärin als verwirrt bezeichnet haben.

Bettencourt hatte am Vortag für den Fall einer Vormundschaft damit gedroht, auszuwandern. Die Tochter hatte sich monatelang einen erbitterten Familienstreit mit ihrer Mutter geliefert, weil sie die alte Dame von Mitarbeitern und Beratern ausgebeutet sah.

So hatte die einzige Tochter der L'Oréal-Milliardärin dem Künstler François-Marie Banier vorgeworfen, ihre Mutter um fast eine Milliarde Euro in Form von Gemälden, Immobilien, Lebensversicherungen und Schecks erleichtert zu haben. Mehrere Versuche von Françoise Bettencourt-Meyers, ihre Mutter entmündigen zu lassen, waren vorher gescheitert. Sie betonte zudem, dass sich durch die Anordnung der Vormundschaft für L'Oréal nichts ändere, da die Familie ihre Rechte über eine Holding ausübe.

Der Familienstreit hatte eine Reihe von Affären ausgelöst, die im vergangenen Jahr auch die konservative Regierung von Präsident Nicolas Sarkozy erschütterten. Neben Steuerhinterziehung wurde der L'Oréal-Hauptaktionärin vorgeworfen, illegale Parteispenden an die konservative Regierungspartei UMP übergeben zu haben. So untersuchte die Justiz, ob eine illegale Spende in Höhe von 150.000 Euro für den Präsidentschaftswahlkampf von Sarkozy im Jahr 2007 floss. Bettencourt verfügt nach Schätzungen des US-Magazins „Forbes“ über ein Vermögen von etwa 16 Milliarden Euro.

An den Börsen wurde die Nachricht positiv aufgenommen: Der Aktienkurs der L’Oréal gewann am Montag in Paris bis zu 3,4 Prozent.

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