WiWo App Jetzt gratis testen
Anzeigen

Luftfahrt Airbus gerät bei Großauftrag von US-Militärs ins Hintertreffen

Ein Bericht über Subventionen könnte den Airbus-Chef im Kampf um einen Auftrag des US-Militärs zurückwerfen.

  • Artikel teilen per:
  • Artikel teilen per:
Airbus-Chef Thomas Enders Quelle: Arne Weychardt für WirtschaftsWoche

Überraschend entspannt kam Airbus-Chef Thomas Enders aus seinem Sommerurlaub in Oberbayern nach Toulouse zurück. Schließlich verschickt die Welthandelsorganisation WTO voraussichtlich am nächsten Freitag einen ersten Bericht zum jahrelangen Streit zwischen der EU und den USA um die Finanzhilfen, mit denen die Regierungen den Bau neuer Flugzeuge fördern.

Auf Druck des amerikanischen Boeing-Konzerns hat die US-Regierung die EU verklagt. Die Amerikaner werten die öffentlichen Hilfen für den europäischen Boeing-Konkurrenten Airbus als Wettbewerbsverzerrung.

Unangenehmer WTO-Bericht

Die Europäer konterten mit einer Klage gegen die Unterstützungen der USA und anderer Länder für Boeing und besonders das Modell 787.

Der WTO-Bericht dieser Woche dürfte für die Europäer unangenehm werden. Denn das vermutlich gut Tausend Seiten dicke Konvolut ist zwar vertraulich, Konkurrent Boeing dürfte aber durch gezielte Indiskretionen dafür sorgen, dass die Passagen an die Öffentlichkeit gelangen, die für Airbus negativ sind.

Transatlantisches Duell (zur Vollansicht bitte auf die Grafik klicken)

Kontern können die Europäer kaum. Denn der Bericht geht nur den Vorwürfen der Amerikaner nach. Ein WTO-Report, der die Einwände von Airbus überprüft, erscheint erst im nächsten Frühjahr. Zudem wird das Subventionsverfahren wohl erst in drei Jahren endgültig entschieden. Für Airbus wohl zu spät. Denn der Konzern ringt um den viele Milliarden Dollar schweren Großauftrag für Tankflugzeuge der US-Luftwaffe.

Die entscheidende Phase beginnt im Herbst. „Kann Boeing dank des Rückenwinds durch die WTO den Eindruck erwecken, Airbus würde den Auftrag mithilfe der Subventionen an sich ziehen und damit die US-Jobs bei Boeing gefährden“, heißt es in Rüstungskreisen, „kann das amerikanische Parlament Boeing den Auftrag nur schwer verweigern.“

Für den Bau der aktuellen Modelle hat das Verfahren wohl keine Bedeutung. Denn die EU-Länder haben die Finanzhilfen für den neuen Leichtbau-Airbus A350 schon vergeben. Und eine Entscheidung der WTO gilt in der Regel nicht rückwirkend.

Jetzt auf wiwo.de

Sie wollen wissen, was die Wirtschaft bewegt? Hier geht es direkt zu den aktuellsten Beiträgen der WirtschaftsWoche.
Diesen Artikel teilen:
  • Artikel teilen per:
  • Artikel teilen per:
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Benachrichtigung aktivieren
Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Themen der WirtschaftsWoche informieren? Sie erhalten 1 bis 3 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft
Erlauben Sie www.wiwo.de, Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert
Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Themen der WirtschaftsWoche auf dem Laufenden. Sie erhalten 1 bis 3 Meldungen pro Tag.
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%