WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen

Luftfahrt Was die Golf-Airlines besser machen als Lufthansa & Co.

Seite 4/4

Das hat sich geändert. „Wenn der Arbeitgeber ein paar Tausend Euro spart, nimmt er auch längere Reisezeiten in Kauf“, sagt Tamdjidi. Und erstmals ziehen die Geschäftsreisenden mit. Denn Golf buchen heißt für den gleichen Betrag im Business-Bett zu fliegen statt im Economy-Sitz bei Lufthansa oder Air France. Zumal der arabische Umweg wegen des dichten Flugplans immer weniger Zeit kostet: Emirates will bis 2016 mindestens 110 Ziele anfliegen, die meisten mehrfach am Tag. Damit sind die Scheich-Linien auf vielen Routen schneller als eine europäische Linie mit Zubringer.

Vor allem British Airways spürt das derzeit. Als Erstes haben die Golf-Linien die früher profitable Känguru-Route von Europa nach Australien in die roten Zahlen getrieben, weil die Kundschaft seltener umsteigen musste und bei fast allen Zielen außer London schneller zu Hause war.

Jetzt ist der Indienverkehr an der Reihe. Dank zusammen gut 20 Zielen auf dem Subkontinent ersparen die Golfer Passagieren abseits der Millionenstädte Bangalore, Chennai und Hyderabad, die BA nonstop anfliegt, die indischen Inlandsflüge und das Umsteigen in den weltweit wohl ineffizientesten Drehkreuzen Delhi und Bombay.

Konflikte sind absehbar

Über kurz oder lang wird auch die Lufthansa die Angriffe spüren. Denn auch sie fliegt viele Passagiere von Indien nach Europa und die USA, sowie von Asien nach Afrika. So erfolgreich die Golf-Linien derzeit auch sein mögen, „ihr Aufschwung kann nicht ewig so weitergehen“, sagt Berater Tamdjidi.

Zu einem Problem könnten etwa die Mentalitätsunterschiede zwischen weltoffenen Ausländern in den Führungsetagen der Linien und den konservativen Oberschichten der Heimatländer sowie der wohlhabenden Kundschaft werden. Eine Zerreißprobe droht etwa beim Versuch, mehr Einheimische zu beschäftigen. „Durch den Wohlstand halten viele nur Leitungsfunktionen für angemessen“, sagtein Hoteldirektor der Region. „Wie bringen Sie jemandem, den sein Chauffeur morgens im Rolls-Royce zur Arbeit fährt, Kundenorientierung bei?“

Doch selbst wenn Fusionen unter den Golf-Linien notwendig würden – für die Konkurrenz aus Europa wäre eine solche „Etirates“ keine Entlastung. Tamdjidi: „Die Kombination aus der Kompetenz von Emirates und der Finanzkraft von Etihad wäre für alle der Albtraum.“

Inhalt
Artikel auf einer Seite lesen
Zur Startseite
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%