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Luftfahrtmesse Paris Rabattschlacht der Riesenflieger

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Darum tun sich auch im aktuellen Konkurrenzkampf bei den kleineren Maschinen mit rund 100 bis 150 Sitzen wie der A320, der Boeing 737 oder Neulingen wie der Bombardier C-Series Neulinge wie die russische Suchoi oder Comac aus China so schwer. Keiner weiß, wie zuverlässig die Flugzeuge sind. Und das schreckt viele ab.

Denn hat eine Maschine ein Panne und es dauert einen Tag oder länger bis ein Techniker mit einem passenden Ersatzteil da ist, verliert eine Fluglinie schnell den Jahresgewinn aus dem Betreib der Maschine, weil sie die Passagiere im Hotel unterbringen, verpflegen und notfalls mit einer Ersatzmaschine ans Ziel bringen muss. Da gilt für viele Flugzeugeinkäufer „keine Experimente“.

Das ist aber keine große Beruhigung für die Marktführer. Dafür sorgt vor allem Embraer aus Brasilien mit seinem E-Jet. Noch auf der Pariser Flugmesse des Jahres 1999 war die Firma der Neuling ohne großen Ruf. Das verführte Bombardier, die damals das Geschäft mit den Jets bis 70 Sitze beherrschte, sich in falscher Sicherheit zu wiegen. Statt die eigenen Modell zu überarbeiten, ließen die Kanadier das Geschäft schleifen und investierten lieber in neue Privatjets inklusive eines Milliardengrabs beim Versuch ein Modell für Teileigentum aufzusetzen. Sechs Jahre später orderten fast alle Airlines E-Jets statt Canadair-Jets.

Krisenfester Konzern

Daraus hat vor allem Airbus gelernt. Ende vorigen Jahres starteten sie eine neue Version ihrer A320 mit dem Beinamen „neo“ mit angeblich 15 Prozent niedrigeren Betriebskosten und weniger Pannenanfälligkeit im Alltag. Bislang erwies sich das als genialer Zug. Die Maschine hat bereits so viele Exemplare verkauft, dass Airbus über den höheren Kaufpreis die Entwicklungskosten wieder hereinbekommen haben dürfte. Gleichzeitig setzt „neo“ die Konkurrenz unter Druck, nachzuziehen.

Allen voran Boeing, deren Bestseller 737 sich aber nicht so einfach erneuern lässt wie die A320. So sieht es danach aus, als ob die Amerikaner bis Ende des Jahrzehnts ein komplett neues Modell vorstellen müssen, auch wenn der technische Fortschritt bei Dingen wie Kabinenbau noch keine so großen Vorteile bei den Betriebskosten verspricht, als dass sich die hohen Investitionen rechnen.

Doch Boeing abzuschreiben wäre zu früh. Denn bislang hat sich der Konzern noch aus jeder Klemme herausgewunden. Und sei es nur, dass er mit anderen Mitteln konkurriert. Wegen des schwachen Dollarkurses kann er auch bei deutlich größeren Rabatten Geld verdienen als Airbus.

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