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Lufthansa Die ungewöhnlichen Methoden des neuen Chefs

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Thomas Winkelmann, Chef des Billigfliegers Germanwings

Von all dem Kartellärger abgesehen, hat Franz eine weitere kleine Revolution bewirkt: Der Konzern-Billigflieger Germanwings, der für Mayrhuber nie zum Premiumkonzern Lufthansa passte, soll die Flotte bis 2015 um gut ein Viertel aufstocken. Zudem darf die Discountabteilung enger an das intern Classic genannte Hauptfluggeschäft rücken, etwa indem die Kunden bei Reisen die Flüge beider Linien kombinieren und Meilen bekommen können.

„Wir überlegen, ob Germanwings auch andere Leistungen des Lufthansa-Verbunds nutzen kann“, sagt Franz und nennt eine Kooperation der Linien im Vertrieb oder beim Service, etwa indem Billigpassagiere in die Lufthansa-Lounges dürfen. „Das könnte zwar die Classic kannibalisieren“, so ein Konzernkenner. „Aber besser Germanwings nimmt uns Geschäft weg als Easyjet.“

Manager gesucht

Das dürfte nicht der letzte Tabubruch gewesen sein. „Franz weiß, dass er da noch einiges mehr tun muss“, so ein Weggefährte, zum Beispiel das Unternehmen deutlich internationaler zu machen. „Will die Lufthansa eine echte Weltmarke werden, braucht sie nicht nur Fußvolk aus 149 Nationen, sondern auch ein paar Führungskräfte aus dem Ausland“, forderte ein Unternehmensberater. Doch Thierry Antinori, der bislang einzige Top-Manager ohne Deutsch als Muttersprache, hat die Lufthansa Ende März entnervt verlassen.

Gehälter bleiben unberührt

Bleibt das größte Tabu: die Gehaltsstrukturen. Die Gehälter sind nicht nur relativ hoch. „Lufthansa-Mitarbeiter sind nach zwölf Jahren unkündbar und fast nicht zu versetzen“, sagt ein Unternehmenskenner. „Aber das zu ändern hat sich wohl selbst Franz nicht zugetraut.“

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