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Lufthansa Gute Zahlen und ein kleines Servus

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Dass Mayrhuber nach sieben Jahren auf dem Chefsessel so profitabel abtritt, ist sicher keine kleine Genugtuung. Denn bis vor kurzem war die Liste derer, die seine Strategie aus tiefstem Herzen gut fanden, doch sehr übersichtlich. „Ich wollte Architekt spielen und etwas gestalten“, sagte er. Seine Vorgaben waren, Lufthansa mit Zukäufen schwächlicher Linien im Ausland zum Marktführer zu machen. Dabei ließ er den Töchtern viel Freiheit, sogar die, der Mutter und anderen Konzernschwestern Konkurrenz zu machen. Noch vor zwei drei Jahren erschien dies vielen inkonsequent und weniger gut als andere, die wie Air France/KLM auf straffe zentrale Führung und Konzentration auf wenige Großflughäfen setzten.

Jetzt, zwei Jahre nach der Krise, schlägt sich die Lufthansa mit ihrem dezentralen Ansatz deutlich besser gegen Billigflieger und die Linien vom persischen Golf als alle andere Europäer. Zwar ist das Kerngeschäft, die Passage genannten Linien mit einem Kranich oder zumindest einer blau-orangen Bemalung, mit anderthalb Prozent Gewinnmarge wieder mal die Renditebremse. Aber dank der Swiss, die bei einem Viertel des Umsatzes mehr Geld verdiente, lohnt das Fluggeschäft. Dazu überraschte das Frachtgeschäft. Ein Ergebniswandel von minus zehn auf fast zwölf Prozent Rendite sind über die Branche eine kleine Sensation – und das beste Empfehlungsschreiben für den Cargo-Chef Carsten Spohr, der Ende des Jahres vom obersten Palettenschieber der Linie zum Chef des Fluggeschäfts wird.

Zu alter Form

Am Ende, als Lufthansa-Finanzchef Stephan Gemkow das alles länglich vorgetragen hatte, fand dann auch Mayrhuber zu alter Form. Zur Frage, ob er Konkurrenten wie Air Berlin mit Sonderrangeboten vom Markt drängen wollte hieß es, „Wir spielen doch nicht Schiffe versenken.“ Und ob er wie andere wegen der neuen Passagiersteuer in Deutschland und Österreich Flüge ins Ausland verlegen wollen, kommentierte er mit „Wir sind doch kein Wanderzirkus, der ins nächstliegende Land ohne eine verrückte Steuer zieht.“

Bleibt zu hoffen, dass er spätestens auf seiner zum Jahresende geplanten Abschiedsfeier im Unternehmen oder beim „Servus“ für die Aktionäre auf der nächsten Hauptversammlung im Mai in Berlin wieder ganz der Alte ist.

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