Luxus Ritterschlag für deutsche Nobelmarken

Maybach, Montblanc, Lange und Söhne - den deutschen Luxusfirmen wurden jetzt auf europäischer Ebene eine große Ehre zu teil.

Ein Maybach aus dem Jahre 1932 Quelle: dpa

Der Meisterkreis, ein Zusammenschluss deutscher Luxusfirmen, ist nur wenige Monate nach seiner Gründung in den Verband europäischer Luxusunternehmen, ECCIA,  aufgenommen worden. In einer kleinen Zeremonie in einem Privathaus im vornehmen Berliner Westen begrüßte gestern Abend Armando Branchini, Geschäftsführer von Altagamma und  ECCIA, das neue Mitglied. Zu der European Cultural and Creatives Industries Alliance (ECCIA) zählen  Vereinigungen wie das einflussreiche Comité Colbert aus Frankreich, die italienische Luxusassoziation Altagamma oder der britische Luxusbund Walpole.

Vom Edelfüller bis zu Nobelherberge

„Das ist für uns wie ein Ritterschlag“, sagt Clemens Pflanz, Gründer und Geschäftsführer des Meisterkreises. Der Zirkel hatte sich erst im Mai etabliert. Zu seinen Gründungsmitgliedern gehören illustre Marken wie der Schreibgerätehersteller Montblanc, der Uhrenbauer Lange & Söhne oder der Luxusautobauer Maybach. Aber auch Dienstleister wie das Berliner Hotel Adlon oder die Hamburger Edelherberge Vier Jahreszeiten sowie das Berliner Edelkaufhaus KaDeWe gehören zu den rund 40 Gründungsmitgliedern. Dazu kommen noch ausländische Firmen, die in Deutschland aktiv sind, wie Christian Dior oder Chanel. Der Meisterkreis versteht sich als Plattform zur Vernetzung und Interessenvertretung im politischen Raum. Eines der Themen, um die sich Lobbyist Pflanz besonders kümmern will, ist der Schutz geistigen Eigentums.

Kampf gegen Plagiate

Fast alle europäischen Luxushersteller leiden unter dem Geschäft mit Fälschungen. Vornehmlich aus diesem Grunde hatte sich im vergangenen Jahr der europäische Luxusverband ECCIA  konstituiert. Die Gründung eines deutschen Verbandes war wegen der größeren Schlagkraft in Brüssel deshalb von den Mitgliedern mit Wohlwollen begleitet und nach Kräften gefördert worden. „Wir brauchen eine deutsche Stimme in Europa“, hatte Elisabeth Ponsolles de Portes, Generaldelegierte des Comité Colbert schon bei der Gründung des europäischen Verbandes im vergangenen Jahr gefordert.

Europas Luxusligen: Das Comité Colbert

Gegründet wurde der französische Verband 1954 von dem Parfümier Jean-Jacques Guerlain und weiteren 18 Unternehmen. Heute gehören zu der Vereinigung 70 Firmen, darunter die Modemarken Christian Dior, die Taschen- und Modemacher Hermès und Louis Vuitton oder die Uhrenmanufaktur Bréguet. Der Name des Komitees geht auf den Jean-Baptiste Colbert zurück, Finanzminister unter Ludwig XIV.

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