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Luxushotels Schlafen wie ein Kaiser

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Alter Glanz: Das Savoy in London frischte historische Räume auf

Der Umbau derartiger Denkmäler zu Hotels ist allerdings immer ein Kompromiss. „Modulartige Standardlösungen nach globalen Rezepten sind in der Regel nicht möglich“, sagt Konservator Greipl. Gegebenenfalls müsse der Hotelier auch mal auf ein Schwimmbad verzichten. Und der Denkmalschützer hingegen sollte „wissen, dass es nicht um ein museales Objekt geht, sondern um eine vitale und wirtschaftlich darstellbare Nutzung“.

Wie das geht, zeigt unter anderem Schloss Elmau bei Garmisch-Partenkirchen. Es bietet seinen Gästen nicht nur ein beinahe tägliches Kulturprogramm aus Lesungen und Hauskonzerten an, um das es jede Mittelstadt Deutschlands beneiden würde, sondern hat nach dem verheerenden Brand von 2005 Wiederaufbau und Erweiterung des denkmalgeschützten Hauptgebäudes gemeistert. Hausherr Dietmar Müller-Elmau, der sein Unternehmen für Hotelsoftware zum Weltmarktführer machte, bevor er es verkaufte, schafft es mit seinen 220 Mitarbeitern, das Refugium im Werdenfelser Land als eine weltweit einzigartige Mischung aus Wellness, Kultur und Kulinarik anzubieten, die das Haus erneut auf Platz 2 des Rankings der besten Ferienhotels der Welt bringt.

Schon Loriot erholte sich hier

Stets nach vorne blickt Müller-Elmau, dessen Großvater das Hotel gründete, in dem sich schon Loriot erholte. Den Trend zu Wellness griff Müller-Elmau rechtzeitig auf, als er zusätzlich zum bestehenden Hallenbad einen eigenen Trakt mit Hamam, Sauna und offenem Dachpool bauen ließ. Dass alte Gemäuer nicht automatisch alte Anmutung bedeuten, zeigt auch das Landhotel Gidibauer in Hauzenberg bei Passau. Fast spartanische Formen der hölzernen Inneneinrichtung bilden hier einen Kontrast zu der Heimeligkeit, die das alte Gemäuer mit seinen blauen Fensterrahmen ausstrahlt. Für Landeskonservator Greipl widerlegt das Hotel die Behauptung, „dass ein anständiger Landgasthof mit historischem Flair ohne einen investiv und im Betrieb aufwendigen Wellnessbereich nicht rentabel zu betreiben sei“.

Die Gäste des Pariser Fünf-Sterne-Hotels Shangri-La werden sich zumindest noch ein Jahr gedulden müssen, um im ehemaligen Domizil des kaiserlichen Prinzen Roland Bonaparte von 1896 schwimmen gehen zu können. Den Palast kaufte die Hotelkette aus Hongkong 2006 und baute ihn in vier Jahren zu einem Spitzenhotel aus, das sich sofort auf Platz 18 des Rankings etablierte.

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    Von der Vergangenheit in die Moderne

    Das Haus bietet nicht nur den Augen viel, sondern auch den Ohren. Die alten Holzböden in den Veranstaltungsräumen knarzen jedenfalls vernehmlich, als der Besucher bei seinem Rundgang von der Vergangenheit in die Moderne emporsteigt. Im obersten Stockwerk, vom Eiffelturm aus gut zu erkennen, wurde mit Stahl und Glas die Brüstung der Terrasse Suite Panoramique aufgebaut. Während in der Suite Impériale – dem ehemaligen Privatgemach des Prinzen – die Decke fünf Meter hoch ist, hat die Suite Panoramique eine normale Geschosshöhe. Dafür bieten die bis zum Boden reichenden Fenster Ausblicke auf die Sehenswürdigkeiten der Stadt.

    Eine unverbaute Aussicht war bislang das Einzige, auf das die Bewohner selbst feinster Suiten im Savoy in London bisweilen verzichten mussten. Historische Grundrisse erfordern eben nicht nur Kompromisse etwa bei der Größe der Badezimmer, sondern auch bei der Ausrichtung der Blickachsen. So hat der Gast zwar vielleicht aus einem Fenster freie Sicht auf die Themse – dafür in Bad oder Schlafzimmer aber nur auf die Brandmauer des Nachbarhauses.

    Vollbad mit Aussicht

    Das Peninsula Hong Kong, in diesem Jahr auf Rang Platz 2 der besten Stadthotels, machte deshalb 1994 Nägel mit Köpfen. Auf den historischen Bau von 1928 setzte der Bauherr 23 Stockwerke mit Suiten. In die vollverglasten Außenecken der Zimmer setzte der Innenarchitekt die Badewannen – für Vollbäder mit Aussicht.

    Die Gäste des Pariser Fünf-Sterne-Hotels Shangri-La werden sich zumindest noch ein Jahr gedulden müssen, um im ehemaligen Domizil des kaiserlichen Prinzen Roland Bonaparte von 1896 schwimmen gehen zu können. Den Palast kaufte die Hotelkette aus Hongkong 2006 und baute ihn in vier Jahren zu einem Spitzenhotel aus, das sich sofort auf Platz 18 des Rankings etablierte.

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