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Maersk-Chef Nils Andersen "Was nicht passt, wird verkauft"

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Sagten Sie „erhöht“?

Ja. Vor zwei Jahren wurden Ihnen Kredite massenhaft angeboten. Da fiel Investieren leicht. Heute ist Geld schwieriger zu bekommen. Investitionen zahlen sich nicht so schnell aus. Deshalb haben wir die Renditeanforderungen hochgeschraubt.  

Welche Bereiche machen Ihnen denn zurzeit am meisten Freude?

In den vergangenen Jahren haben wir im Öl-Geschäft sehr gutes Geld verdient. Auch die Geschäfte mit den Bohrplattformen, den Hochsee-Versorgungsschiffen und den Terminals liefen gut. Die meisten unserer Sparten machen uns Freude, weil sie sich nach vorne entwickeln. Wir verbessern uns im Vergleich zu unseren Wettbewerbern und das ist entscheidend. Vom zyklischen Geschäft kommen wir ja nicht weg, deshalb müssen wir uns darauf konzentrieren, dass wir besser sind als unsere Wettbewerber. Im Moment stehen wir ganz gut da.

Aber die Containerschifffahrt ist Ihr großes Sorgenkind. Frachtraten und Transportmengen liegen am Boden, die Übernahme der britischen Reederei P&O Nedlloyds vor vier Jahren war ein Desaster. Sitzen Sie auf einem alten Gaul?

Auf keinen Fall. Die Integrationsphase von P&O war nicht einfach. Dadurch haben wir selbst in guten Zeiten wie 2006 und 2007 kein Geld verdient. Dennoch sind wir die Nummer eins geblieben. Wir haben uns sehr verbessert: Wir sind pünktlich, und die Kunden sind zufrieden. Die IT macht keine Probleme mehr. Wir liegen wieder im besten Viertel der Branche. Wenn wir bald in einen Aufschwung hinein gehen, werden wir auch Geld mit den Containern verdienen.   Gibt es ein Verkaufsverbot für Maersk Line? Nein. Aber wir denken nicht daran, uns von Maersk Line zu trennen.  

Denken Sie an die Übernahme von Wettbewerbern, um den Markt zu bereinigen?

Die Erfahrungen, den Markt durch Zukäufe zu bereinigen, sind in unserer Industrie nicht sehr gut. Vielleicht ist später wieder eine Alternative, wenn sich der Markt konsolidiert. Im Moment gibt es wenig Sinn, über Fusionen oder Zukäufe zu reden. Man kann Schiffe derzeit preiswerter kaufen als die Unternehmen. Im Moment fokussieren wir uns hundertprozentig darauf, unsere Kunden gut zu bedienen und unser Netzwerk zu optimieren

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