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Magna-Einstieg Onkel Frank will Opel retten

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Stronachs Händchen für die Politik

Frank Stronach, der Gründer Quelle: dpa

Stronach versteht es, sich die Politik gefügig zu machen. Ausrangierte Politiker, Banker oder Medienleute landen rasch in Magna-Spitzenposten. Der ehemalige Finanzminister Karl-Heinz Grasser stand kurzzeitig auf Stronachs Gehaltsliste – in Top-Position. Peter Westentaler, einst Jörg Haiders rechte Hand, verdingte sich als Manager beim Autozulieferer, bevor er wieder in die österreichische Politik zurückkehrte. Gerhard Randa, einst Vorstand der HypoVereinsbank und davor Chef der staatsnahen Bank Austria, sitzt nun im Vorstand des Magna-Konzerns.

Diese Nähe zur Politik hat „Onkel Frank“, wie ihn Kritiker gerne nennen, eine Menge hämischer Kommentare eingebracht. Seinem Erfolg hat es nicht geschadet: Mittlerweile fertigt Magna in Österreich den neuen BMW X3, den Magna in Zusammenarbeit mit dem bayerischen Autobauer entwickelt hat. Den Nachfolger des X3, der 2010 auf den Markt kommt, will BMW allerdings in den USA bauen lassen. In der Alpenrepublik laufen in Magnas Fabriken noch ein Saab-Coupe, Chrysler-Jeeps und Daimlers Nischen-Geländefahrzeug Mercedes Benz G von den Bändern. Auf Magnas Auftragsliste steht noch die Komplettfertigung des Peugeot 308. Zudem fertigt Magna in Kürze den Gelände-Mini von BMW sowie die Porsche-Modelle Boxster und Cayman.

Doch Stronach ist nicht nur im Autobau aktiv: Nebenbei hat er mit Magna Entertainment den größten Anbieter von Pferderennen in Nordamerika aufgebaut. Doch dieses Kapitel nahm ein unrühmliches Ende: Anfang März musste Magna Entertainment Insolvenz anmelden. Zu Stronachs weiteren Hobbys gehört es, österreichische Fußballvereine zu sponsern, zu kaufen – oder gar seinen eigenen zu gründen. Stronach besaß kurzzeitig den Wiener Traditionsverein Austria, doch den stieß er wegen Erfolglosigkeit wieder ab. Letztes Jahr gründete er seinen eigenen Verein, den FC Magna Wiener Neustadt, der nun immerhin in der ersten österreichischen Liga spielt.

Die weltweite Autoabsatzkrise hinterlässt auch in Magnas Kerngeschäft tiefe Spuren: Auf Nachfrage von wiwo.de wollte Magna zwar keine genauen Zahlen zum Stellenabbau nennen. Gesichert ist aber, dass von Österreichs 12.000 Magna-Mitarbeiter rund 5000 kurzarbeiten. In Deutschland, meinte der Konzern auf Nachfrage, dürfte die Zahl der Kurzarbeiter ähnlich hoch sein.

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    Für das laufende Jahr ist auch der stets gut gelaunte Stronach wenig optimistisch. „Keiner bei Magna ist immun gegen die Auswirkungen der Krise“, schreibt Stronach im Jahresbericht 2008. „Wir arbeiten alle gemeinsam daran, Magnas Profitabilität so rasch als möglich wiederherzustellen.“

    Ein kränkelnder Spezialist für Geländewagen als Opel-Eigentümer – welche Synergieeffekte sich Frank Stronach von dieser Übernahme verspricht, wird er hoffentlich bald selbst erklären.

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