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Magna-Einstieg Onkel Frank will Opel retten

Opel atmet auf: Der drittgrößte Autozulieferer Magna International will den angeschlagenen Autobauer übernehmen. Die Opelaner dürfen sich auf einen schillernden Chef einstellen: Magna-Gründer Frank Stronach verkörpert angelsächsisches Aufsteigertum und österreichische Kungelei.

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Magna-Gründer Frank Stronach: Quelle: dpa

Als Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) nebulös von „interessanten Grobkonzepten“ sprach, platze dem rheinländisch-pfälzischen Ministerpräsidenten Kurt Beck (SPD) der Kragen. Per Pressemitteilung bestätigte er die Gerüchte rund um einen neuen Investor für Opel: Der kanadisch-österreichische Autozulieferer Magna International will die Mehrheit am angeschlagenen Autobauer übernehmen. Zunächst will sich Magna nach eigenen Plänen 19,1 Prozent an Opel einverleiben, über Tochterfirmen will Magna dann auf über 50 Prozent aufstocken.

Damit gibt es nun einen weiteren ernstzunehmenden Opel-Investor neben dem Fiat-Konzern, dessen Übernahmepläne von deutschen Politikern eher unterkühlt aufgenommen wurden. Für den Autozulieferer Magna können sich die deutschen Politiker viel eher erwärmen: Als „ausgesprochen erfreulich“ bezeichnete etwa der hessische Ministerpräsident Roland Koch (CDU) die jüngsten Entwicklungen bei der General-Motors-Tochter.

Opels Interessent ist weltweit drittgrößter Autozulieferer

Gelingt Magna das Husarenstück, dürfen sich die Opelaner auf einen kanadisch-österreichischen Eigentümer einstellen. Nach Bosch und Denso ist Magna der drittgrößte Autozulieferer der Welt gemessen am Umsatz. Mit 74,350 Mitarbeitern hat der Konzern im vergangenen Jahr rund 24 Milliarden Dollar umgesetzt. Magnas Spezialität sind Allrad-Fahrzeuge, die der Zulieferer in Zusammenarbeit mit Autobauern auch komplett entwickelt. Zudem bietet Magna ganze Chassissysteme, Wageninnenraumverkleidungen, Autositze bis hin zu Cabrio-Verdecken an.

In Deutschland kennen den Zulieferer nur Eingeweihte – obwohl Magna in Deutschland insgesamt 35 Fabriken betreibt und rund 11.000 Mitarbeiter beschäftigt.Das ist im Nachbarland Österreich anders: Dort kennt fast jeder den Magna-Konzern – und seinen schillernden Gründer Frank Stronach.

Magna-Gründer Stronach: Vom Werkzeugmacher zum Milliardär

Die Geschichte vom sagenhaften Aufstieg eines mittellosen steirischen Werkzeugmachers zum Milliardär klingt nach amerikanischem Traum, bloß dass sie die Stronach-Saga nicht in den USA, sondern in Kanada abspielte. 1954 wanderte Stronach, der damals noch Strohsack hieß, in den verheißungsvollen amerikanischen Norden aus. Laut Unternehmenslegende hatte er gerade einmal 200 Dollar in der Tasche. In der neuen Welt eröffnete er einen Ein-Mann-Betrieb für Werkzeugbau und erhielt nach wenigen Jahren erste Aufträge von General Motors – damals noch eine Lizenz zum Golddrucken. 1969 fusionierte er mit einem Hersteller von Rüstungselektronik und nannte seinen Konzern nun Magna International.

Von Anfang bis Ende der 1980er Jahre kann Magna seinen Umsatz auf 1,2 Milliarden US-Dollar verzehnfachen. Dazu trägt auch die Entwicklung eines integrierten Kindersitzes bei, den das amerikanische Smithsonian-Institute als eine der großen Erfindungen des Jahrzehnts würdigt.

Mitte der 1980er Jahre beschließt der nach außen jovial auftretende Frank Stronach, wieder in seiner alten Heimat Fuß zu fassen. 1986 gründet er die Magna Europa mit Hauptsitz nahe bei Wien. In den folgenden zwei Jahrzehnten investiert Stronach rund 1,5 Milliarden Euro in dem Alpenland, besonders in den strukturschwachen Regionen der Steiermark, 1998 übernimmt er die österreichischen Steyr-Daimler-Puch-Werke. Den Österreichern kommt der reiche Onkel aus Übersee mehr als gelegen: Mit seinen Milliarden päppelt Stronach die darbende Industrie in den strukturschwächsten Regionen wie etwa der Steiermark auf.

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