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Mang Medical One AG Das Geschäft mit der Schönheit

Straffer Bauch, glatte Haut - immer mehr Deutsche lassen Schönheitsoperationen über sich ergehen. Das wollen ein Ex-Metro-Chef und der Schönheitschirurg Mang nutzen und mit ihrer Klinikgruppe aus den roten Zahlen.

Models in Zeitschrift: So wollen viele aussehen. Quelle: handelsblatt.com

Tränensäcke entfernen, Brüste vergrößern, Haare implantieren: Schönheitsoperationen werden immer beliebter – auch in Deutschland. Ein Selbstläufer ist das Geschäft deswegen aber noch lange nicht. Das haben auch Ex-Metro-Chef Erwin Conradi und der prominente Schönheitschirurg Werner Mang mit ihrer 2007 gegründeten Klinikgruppe Mang Medical One AG (MMO AG) zu spüren bekommen.

Nach vier harten Jahren Restrukturierung und Neuausrichtung sollen die Kliniken der Mang Medical One AG nun endlich aus den roten Zahlen kommen: „Wir wollen mit der Mang Medical One AG in diesem Jahr operativ die schwarze Null erreichen“, sagte Vorstandsmitglied Philipp Morsbach im Gespräch mit dem Handelsblatt.

Der Volkswirt hat die Restrukturierung des Unternehmens maßgeblich gesteuert: Standorte wurden aufgegeben und teure Werbekampagnen gestrichen – auf der anderen Seite das Leistungsangebot ausgebaut. Vorbild war die florierende Bodenseeklinik von Schönheitschirurg und TV-Gesicht Werner Mang.

Mang wird als Marke im Markt für Schönheitschirurgie ausgebaut

Die Klinikgruppe Mang Medical One entstand vor vier Jahren aus der Fusion der Bodenseeklinik mit den verlustbringenden Medical-One-Kliniken des einstigen Metro-Chefs Erwin Conradi. Ziel war es, das Erfolgsmodell von Mangs Bodenseeklinik auf die Häuser von Conradi zu übertragen und den Namen Mang als Marke im Markt für Schönheitschirurgie weiter auszubauen. Dass die Holding schwarze Zahlen schreibt, lag bisher an der Bodenseeklinik. Der Gewinn aus dem Haus in Lindau machte die Verluste der Mang Medical One AG immer mehr als wett. Künftig sollen auch die übrigen sieben Häuser und zehn Praxisstandorte zum Gewinn von Deutschlands Schönheitschirurgie-Kette beitragen.

Mang, Conradi und Morsbach haben sich dabei ehrgeizige Wachstumsziele gesetzt. Der Umsatz der Holding, die im vergangenen Jahr um ein Drittel auf 28,4 Millionen Euro zulegte, soll bis 2013 auf 50 Millionen Euro klettern – und damit in den nächsten beiden Jahren um jeweils 20 Prozent. Die Umsatzrendite, die 2010 mit rund vier Millionen Euro noch bei 15 Prozent lag, soll 2013 die Marke von 25 Prozent erreichen, so Morsbach.

Wie es in Zukunft weitergehen soll

Das Unternehmen setzt dabei auf das Qualitätsimage, die Leistungsstandards, die Bekanntheit des Namens Mang – und natürlich die steigende Nachfrage der Deutschen nach Schönheitsoperationen. Die sind nach den letzten verfügbaren Branchenzahlen 2009 um 20 Prozent gestiegen. Nach Schätzungen der Deutschen Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen (DGPRÄC) geben die Deutschen im Jahr rund 800 Millionen Euro für plastische Operationen aus, die nicht primär medizinisch, wie beispielsweise bei Unfallopfern, veranlasst wurden.

Von den rund 460 plastischen Chirurgen, die in Deutschland auch ästhetische Operationen vornehmen, haben viele ihre eigene Praxis. Mang Medical One ist bislang die einzige Klinikkette im Markt. Daneben gibt es noch den Franchiseverbund Clinic im Centrum (CIC), in dem sich mittlerweile mehr als 40 Kliniken zu einer Marketing-, Einkaufs- und Weiterbildungsgemeinschaft zusammengeschlossen haben.

CIC erzielt an 50 Standorten mittlerweile einen Umsatz von jährlich 109 Millionen Euro, ein Wachstum von sieben Prozent nach zweistelligen Zuwachsraten in den Vorjahren. „Die Wirtschaftskrise ist weder an uns noch an unseren Patienten spurlos vorübergegangen“, sagte CIC-Gründerin Elke Schwiegel. Im laufenden Jahr rechnet sie mit einer Erholung des Marktes.

Den durchschnittlichen Umsatz für eine Operation schätzt MMO-Manager Morsbach auf 4000 Euro. Zu den Operationen, die in den MMO-Kliniken von Frauen am häufigsten nachgefragt werden, gehört die Bauchdeckenstraffung, die für etwa 5500 bis 6500 Euro zu haben ist. Die Brustvergrößerung kostet 4000 bis 5500 Euro. Männer, die rund zehn Prozent der Kundschaft stellen, lassen sich vor allem Tränensäcke entfernen und Haare implantieren. Minderjährige werden in den MMO-Kliniken nicht operiert: Eine Ausnahme ist das Anlegen der Ohren bei Kindern.

Morsbach will mit Mang Medical One in Zukunft auch in angrenzende medizinische Bereiche wie beispielsweise die Dermatologie oder die Venenchirurgie expandieren. Hier kann sich das Unternehmen, das bisher fast nur auf Selbstzahler setzt, auch ausgewählte Angebote vorstellen, die von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet werden.

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