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Marijn Dekkers Der andere Bayer-Chef

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Der Leverkusener Stefan Quelle: dpa

Von den Amerikanern, so Dekkers später, könne man viel lernen – etwa die Fähigkeit, Aufgaben anzugehen und  zu erledigen.  Die Europäer seien analytisch stärker. Aber man könne es mit der Analyse ja auch übertreiben, setzt Dekkers noch hinzu.    

Die Jahre in den USA haben ihn geprägt. Bei General Electric erlebte er Jack Welch, der als Managerlegende gilt, aber auch für seine Forderung bekannt war, jedes Jahr zehn Prozent der schlechtesten Mitarbeiter zu entlassen.

Bei Allied Signal beeindruckte ihn Larry Bossidy, der  die Mehrheit seiner Führungskräfte austauschte. Bei Thermo war Richard Syron sein Lehrmeister, der frühere Chef der New Yorker Börse, der später zu einem Immobilienfinanzierer wechselte und im Zuge der Finanzkrise zu einer öffentlichen Hassfigur avancierte.

Bayer sucht neuen Chef für die Pillen-Sparte

Dekkers erwähnt noch, dass er als Chef von Thermo Fisher Scientific, einem Laborausrüster, mit vielen Kunden aus der Pharmabranche, unter anderem Bayer, Kontakt hatte. Der Holländer scheint den Vorwurf zu kennen, dass er zuwenig vom Gesundheitsgeschäft verstehe, mit dem Bayer einen Großteil seines Umsatzes macht.

In seinem neuen Unternehmen muss sich Dekkers jetzt vor allem um die Pillen-Sparte kümmern. Deren Leiter, der Schotte Arthur Higgins, verlässt Bayer in absehbarer Zeit. Dekkers muss einen Nachfolger finden, mit dem er die nächsten Jahre vertrauensvoll zusammenarbeiten kann. Higgins hatte sich selbst Hoffnungen auf den Konzernchef-Posten bei Bayer gemacht. Doch der Gesundheits-Spartenleiter wollte dafür partout kein Deutsch lernen und nahm sich so selbst aus dem Rennen.

Dekkers dagegen spricht gut Deutsch, er hat die Sprache in seiner Jugend gelernt. In den vergangenen Jahren hatte er freilich wenig Gelegenheit, sich auf Deutsch zu unterhalten. Doch er arbeitet daran, sich weiter zu verbessern. In Boston hat er bereits – nachdem der Wechsel nach Leverkusen feststand – Unterricht bei einer Deutschlehrerin genommen. Ab der nächsten Woche übt er mit einem Bayer-Sprachtrainer. Besonders mit den zahlreichen Artikeln der deutschen Sprache hadert Dekkers noch.

In den nächsten Wochen wird er dann etliche Bayer-Standorte im In- und Ausland besuchen. Am Sonntag, den 31. Januar, 17.30 Uhr, steht ein besonders wichtiger Termin an. Dann nimmt Dekkers erstmals Platz auf der Ehrentribüne im Leverkusener Fußballstadion, der BayArena. Die Werkself, Bayer 04 Leverkusen, spielt gegen den SC Freiburg.

Dekkers’ Vorgänger Manfred Schneider und Werner Wenning, sind als große Fans des hauseigenen Bundesligaklubs bekannt. Bei Dekkers ist auch das anders. Der Holländer ist, wie er während der Vorspeise bekennt, Fan des PSV Eindhoven.

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