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Metro Kandidaten für Cordes-Nachfolge

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Lars Olofsson (L), Chairman Quelle: Reuters

Bis zum Januar 2008. Hübner verlasse die Metro aus „gesundheitlichen Gründen“, hieß es in einer Presseerklärung. Das erstaunte die Branche, war Hübner doch als durchtrainierter Manager bekannt. Endgültig zur Lachnummer geriet die Begründung, als er wenige Tage später putzmunter beim Weltwirtschaftsforum in Davos auftauchte und kaum zwei Monate später als neuer Chef des Molkereiunternehmens Müller-Milch präsentiert wurde.

Hübner habe sich nach dem Rauswurf von Metro-Chef Hans-Joachim Körber wohl Hoffnungen auf den Chefsessel gemacht, hieß es seinerzeit. Doch auf Körber folgte Cordes – und mit dem stocksteifen Theoretiker konnte der weltgewandte und lockere Praktiker Hübner überhaupt nicht.

Kennt alle Facetten des Handels

Im beschaulichen Allgäu bei Joghurt-Mogul Theo Müller machte der Zwei-Meter-Hüne wiederum Schlagzeilen: Nach nur zwei Monaten hatte er sich mit dem exzentrischen Milch-Milliardär derart überworfen, dass er hinschmiss. Seitdem war es ruhig um den Hobby-Schlagzeuger geworden, bis er im Juli dieses Jahres wieder auftauchte: im Vorstand des französischen Handelsriesen Carrefour, verantwortlich für die Länder Spanien, Italien, Belgien, Griechenland, Polen und Rumänien. Hübner hat Erfahrung mit allen Facetten des internationalen Groß- und Einzelhandels, spricht Deutsch – und kennt die Metro aus dem Effeff.

Der Buchhalter

Mit Pierre Bouchut ist offenbar noch ein zweiter Carrefour-TopManager in die Rasterfahndung der Metro-Eigner geraten. Bouchut war bis vor knapp zwei Monaten Finanzvorstand des französischen Handelsriesen mit einem Jahresumsatz von 100 Milliarden Euro. Nun verantwortet er das Geschäft in Schwellenländern. Der Franzose verfügt über langjährige Erfahrung in der Handelsbranche: Der 54-Jährige arbeitete zwischen 1990 und 2005 unter anderem als Finanzvorstand für den Carrefour-Konkurrenten Casino, bevor er für einige Jahre in gleicher Position zum französischen Elektro-Mischkonzern Schneider wechselte. Im Mai 2009 kam Bouchut dann zu Carrefour.

Die Franzosen kämpfen derzeit in vielen Märkten mit großen Schwierigkeiten und gaben in den vergangenen Monaten mehrmals Gewinnwarnungen heraus. Bouchuts Position dürfte intern durch einen jahrelang unbemerkt gebliebenen Betrugsfall in Brasilien sowie die gescheiterte Allianz Carrefours mit dem brasilianischen Handelskonzern Pao de Acucar, die seine Idee gewesen sein soll, geschwächt sein. Aber vor allem: Bouchut liebt Zahlen, die Metro braucht aber einen Mann, der Waren liebt.

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