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Metro Kandidaten für Cordes-Nachfolge

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ARCHIV - Der Quelle: dpa

Zu den internen Kandidaten für den Spitzenjob bei Metro gehört der Shootingstar im Krämer-Konzern: Finanzchef Olaf Koch. Seit der 41-Jährige im September 2009 vom Beteiligungsunternehmen Permira zu Metro wechselte, wird dem Manager intern wie extern ein hohes Maß an Kompetenz bescheinigt. Schon qua Amt darf Koch einerseits als analytisch und zahlengetrieben gelten. Andererseits kann der Manager, der privat an einem Musikportal beteiligt ist und selbst E-Gitarre spielt, seine Mannschaft mitreißen, bringt also Führungsstärke mit. Auch bei Sitzungen des sogenannten Kleinen Kreises, dem zentralen Führungsgremium des Metro-Großaktionärs Haniel, kamen Kochs Präsentationen offenbar an.

Kochs Mankos: Er wäre sehr jung für den Chefposten bei Deutschlands größtem Handelskonzern. Und er hat bisher kaum operative Erfahrung. Zwar war Koch am Konzernumbauprogramm Shape 2012 beteiligt und in Investorengespräche über einen möglichen Verkauf von Real und Galeria Kaufhof involviert. Aber eine größere Konzernsparte stand noch nicht unter seinem direkten Kommando.

Wichtiger noch: Den Cordes-Gegnern unter den Großaktionären ist Kochs Loyalität zu seinem Mentor womöglich zu groß. Beide Manager kennen sich aus gemeinsamen Tagen beim Autokonzern Daimler. So soll Koch in den vergangenen Wochen seine eigene Vertragsverlängerung an das Schicksal von Cordes geknüpft haben. Demnach plante er im Fall der Demission seines Ziehvaters, selbst den Konzern zu verlassen. Dass er nun einspringt, um das derzeitige Chaos übergangsweise zu beseitigen, würde kaum zum bisherigen Stil Kochs passen.

Der Heimwerker

Vielleicht lassen sich die Metro-Eigentümer ja bei ihrem Düsseldorfer Dax-Nachbarn Henkel inspirieren. Der Hersteller von Pril, Persil und Pritt wird seit Jahren nahezu skandalfrei und durchaus erfolgreich von einem Dänen geführt: Kasper Rorsted. Ob die Headhunter bei Rorsteds Landsmann Peter Høgsted ähnlich ins Schwarze treffen würden, ist schwer einzuschätzen.

Über den 42-Jährigen ist wenig bekannt. Høgsted ist derzeit Chef des internationalen Geschäfts bei Europas größtem Baumarktbetreiber, der britischen Kingfisher, mit einem Umsatz von umgerechnet knapp zwölf Milliarden Euro. Kingfisher ist auch mit 21 Prozent am deutschen ‧Baumarktbetreiber Hornbach beteiligt. Høgsted kam im September 2008 zu den Briten, nachdem er vorher 13 Jahre beim schwedischen Möbelkonzern Ikea war. Dort war er nicht nur Großbritannien-Chef, sondern auch als Aufsichtsratschef für das Geschäft in Polen, Tschechien, der Slowakei, Ungarn und Irland verantwortlich. Zuvor war der glatzköpfige Manager von 1988 bis 1995 beim Handelsunternehmen Co-op in Dänemark. Sein Alter und die fehlende internationale Vernetzung sprechen zwar eher gegen Høgsted. Die gleicht er jedoch durch zwei Jahrzehnte Handelserfahrung locker aus.

Der Vollbluthändler

Joël Saveuse, im Metro-Vorstand für den SB-Warenhausbetreiber Real und den europäischen Teil der Großmarktsparte Cash & Carry zuständig, würden in der Branche viele die Cordes-Nachfolge zutrauen.

Der Franzose hat bereits die taumelnde SB-Warenhaustochter Real flottgemacht und gilt im Gegensatz zu seinen Vorstandskollegen als Vollbluthändler. Während der frühere Daimler-Manager Cordes im Metro-Reich oft als Handelslaie belächelt wurde, der mehr Ahnung von Einspritzern als von Eisbergsalat habe, gilt Saveuse intern wie extern als Manager, der sich um jedes Detail kümmert. Wann immer er Läden besichtigt und einen Fehler entdeckt, legt er selbst Hand an oder gibt mit charmantem französischem Akzent Anweisung, Ware umzuplatzieren oder Regale aufzufüllen. Bei den Arbeitnehmern im Aufsichtsrat hat sich Saveuse mit der Real-Mission Respekt verschafft.

Altersbedingt käme Saveuse ohnehin nur als Interimskandidat infrage. Der 58-Jährige war bereits für den Sanierungsjob bei Real aus dem Ruhestand geholt und mit viel Überredungskunst von seiner Villa in St. Tropez nach Düsseldorf gelotst worden.

Eine weitere Vertragsverlängerung hatte er bisher abgelehnt. Bei Gesprächen mit Investoren über einen möglichen Verkauf von Real soll der Manager vor ein paar Monaten immerhin seine Bereitschaft signalisiert haben, bei Real auch unter einem neuen Eigentümer vorerst an Bord zu ‧bleiben. Ob er auch übergangsweise für den Spitzenposten bei Metro zur Verfügung stünde, ist offen.

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