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Mittelstand Mezzanine werden zur Unternehmer-Falle

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Grafik Mezzanien-Programme

Dabei hatte die Mezzanine-Welle für Anleger, Banken, Kapitalnehmer vor sieben Jahren so schön angefangen. Ursprünglich gab es Mezzanine-Kapital nur in individualisierter Form: Ein Unternehmen gab zum Beispiel genauso viel Genussscheine aus, wie es gerade brauchte.

Doch wie die Banker bis zur Finanzkrise Hypotheken an wenig betuchte Amerikaner vergaben und diese anschließend, verpackt in neuen Finanzprodukten, weiterverkauften, modelten sie auch Mezzanine-Kapital in verbriefte handelbare Kredite um. Erstmals auf den Markt kamen die neuen Wunderprodukte in Deutschland und den Nachbarländern im Jahr 2004. Die Banken kassierten fette Gebühren von bis zu fünf Prozent und sammelten das Geld über unabhängige Zweckgesellschaften ein, um das Risiko auszulagern.

Die Anleger folgten den vollmundigen Versprechungen von Renditen bis zu 20 Prozent. Und die Unternehmen konnten ihre Bilanz durch billiges Eigenkapital schon für sechs Prozent Zinsen aufpolieren – ein Schnäppchen. Die Firmenchefs waren sicher, nach Ablauf der sieben Jahre Laufzeit leicht eine Anschlussfinanzierung zu bekommen. Doch diesem Kalkül bereitete die Finanzkrise ein jähes Ende. Schon die ersten Anzeichen reichten aus, um von Mitte 2007 an allen bereits geplanten Mezzanine-Programmen den Todesstoß zu versetzen, weil die Anleger kalte Füße bekamen. Der Markt war über Nacht kaputt und hat sich bis heute nicht erholt. „Es gibt aktuell keine Anschlussprogramme“, sagt PwC-Experte Papenstein.

Alle Beteiligten profitierten

Selbst für die Unternehmen, die den Finanz-Tsunami überleben, wird es schwer. Sie müssen häufig auf klassisches individuelles Mezzanine-Kapital ausweichen und 11 bis 15 Prozent Zinsen bezahlen.

Investoren, Politiker und Banken suchen nun nach Auswegen, um eine zweite Pleitenwelle nach der Finanzkrise zu verhindern. So erlaubt das von HSBC Trinkaus in Düsseldorf betreute Mezzanine-Programm H.E.A.T. inzwischen eine Verlängerung der Laufzeit von bis zu fünf Jahren. Bei PREPS, dem größten Programm, lanciert von der HypoVereinsbank, ist ein Aufschub von einem Jahr möglich.

Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle fördert ein Kombi-Paket in Form von Rückbürgschaften und -garantien, das die Bürgschaftsbanken gemeinsam mit den mittelständischen Beteiligungsgesellschaften anbieten. Es besteht aus einem staatlich abgesicherten Kredit und einer Beteiligung am Unternehmen.

Auch die Banken, obwohl formal nur Vermittler der Mezzanine-Programme, scheinen das Problem erkannt zu haben. Die Sparkassen, die direkt oder als Landesbanken im Mezzanine-Markt engagiert waren, stellten im vergangenen Jahr 550 Millionen Euro an Eigenkapital über ihre Beteiligungsgesellschaften zur Verfügung. Und die Deutsche Bank, die mit der Industriekreditbank IKB das Programm Force/equinotes auflegte, machte 300 Millionen für ihren Mittelstandsfonds locker.

Ob diese Schritte reichen, wird sich spätestens 2013 zeigen, wenn die Rückzahlung der Mezzanine-Finanzierungen ihren Höhepunkt erreicht.

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