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Mittelstand Wie aus einem Hobby eine lukrative Geschäftsidee wird

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Injoy-Betreiber Underberg

Paul Underberg ist schon weiter: Sein Geschäft läuft bereits seit vielen Jahren, obwohl die Unternehmensgründung bei ihm eher eine Notlösung war. „Ich wollte eigentlich Profi-Fußballer werden, aber nach einer Verletzung musste ich umdisponieren.“ Der heute 53 Jahre alte, ehemalige Leistungssportler wurde zum Sport-Profi – zusammen mit einem Trainer und einem Investor gründete er ein Fitnessstudio im nordrhein-westfälischen Dorsten.

Das war vor fast 25 Jahren. Heute ist Underberg Inhaber der Fitnesscenter-Marke Injoy. Dazu gehören gut 160 Franchise-Anlagen in Deutschland und weitere rund 70 in Österreich und Italien. Hinzu kommt die Inline-Unternehmensberatung, die rund 700 selbstständige Fitnesscenter-Betreiber bei Aus- und Weiterbildung, Betriebsführung und Marketing berät. Sein eigenes Studio betreibt Underberg ebenfalls noch: „Das ist unsere Versuchsküche, hier testen wir neue Ideen und Konzepte.“

Underberg versteht sich heute aber vor allem als Lobbyist und Promoter einer Branche, die qualitativ noch immer Nachholbedarf hat. Als Mitinitiator der sogenannten Fitness-Initiative kämpft er um die Anerkennung von Fitnesstraining als Präventionsmaßnahme und gleichzeitig um eine Verbesserung der Qualitätsstandards. „Am oberen Ende gibt es die Premium-Studios, die sich als Lifestyleanbieter verstehen, unten jede Menge Muckibuden ohne jede Qualifikation – in der Mitte gibt es kaum ein professionelles Angebot.“ Underberg will das ändern und gleichzeitig den vielen kleinen Betreibern helfen, sich zwischen den marktbeherrschenden Ketten wie Fitness-First, Holmes Place oder dem Billig-Anbieter McFit zu positionieren.

Auch wenn der Sport längst zum Broterwerb geworden ist – den Bezug zur Praxis hat Underberg nicht verloren. Viermal die Woche Kraftsport und Ausdauertraining im Studio, dazu Touren auf dem Mountainbike halten ihn fit. Auch für sein zweites Hobby, den Motorsport: Dazu schwingt er sich hinter das Lenkrad seines Porsche.

Keine Autos von der Stange

Röhrende Motoren sind auch die Passion von Ingo Knarr, der in Naila in der Nähe der bayrischen Stadt Hof seinen TunerShop betreibt. „Schon als Jugendlicher habe ich Autos repariert, als Lehrling verbrachte ich meine Freizeit damit, meinen Scirocco aufzumöbeln.“ Nach der Ausbildung zunächst zum Kfz-Mechaniker und anschließend zum Lackierer machte Knarr sich 2002 selbstständig. Zuerst eröffnete er eine Lackierei, später kam der Shop dazu. Im Schnitt rund 2000 Euro bringt jeder Auftrag. „Spoiler sind nicht mehr gefragt, wir verkaufen überwiegend Felgen und Reifen, manchmal machen wir was am Sound.“ Prollige Manta-Fahrer gehören nicht zu seinen Kunden: „Wir haben viele Best Ager – Männer, bei denen die Kinder schon aus dem Haus sind.“ Nach Jahren in der Familienkutsche wollten die kein Auto von der Stange mehr fahren.

Den Sprung über die regionalen Grenzen schaffte der heute 40 Jahre alte Unternehmer mit einem Online-Shop: „Ich war von Anfang an im Internet präsent.“ Heute betreibt er neben dem Shop in Naila zwei eigene Niederlassungen in Wien und in Reno im US-Staat Nevada. In Deutschland beschäftigt Knarr mehrere Franchise-Partner. Für die in den Tuner-Shops verbauten Teile hat er eigene Marken, Auspuffanlagen und Felgen lässt er bei Zulieferern fertigen.

Und was fährt er selbst? „Ich habe einen Maserati Biturbo aus den Achtzigerjahren, meine Frau fährt einen Passat Turbo mit Sportfahrwerk und 250-PS-Motor. Bei uns gibt es kein ungetuntes Auto.“

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