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230 Mitarbeiter betroffen Küchenbauer Alno meldet erneut Insolvenz an

Das Alno-Firmengebäude in Pfullendorf Quelle: Presse

2017 legte der Küchenhersteller Alno eine spektakuläre Pleite hin. Aus dem Kern der havarierten Firma entstand die Neue Alno GmbH, die nun Insolvenz angemeldet hat. Dabei klangen die Chefs zuletzt noch optimistisch.

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Die Neue Alno GmbH und die BBT Bodensee Bauteile GmbH haben Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet. Holger Leichtle, Partner der Wirtschaftskanzlei Görg, wurde nach Informationen der WirtschaftsWoche vom Amtsgericht Hechingen als vorläufiger Sachwalter eingesetzt und soll die Rettungsmission überwachen. Wie in Eigenverwaltungsverfahren üblich, bleibt die Geschäftsführung an Bord und soll die Sanierung in Eigenregie steuern.

Angestrebt werde dabei, den Premium-Küchenhersteller „mit Unterstützung der Mitarbeiter, Kunden und Lieferanten durch die Coronakrise zu manövrieren und den bereits eingeleiteten Investorenprozess fortzusetzen“, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens. „Wir werden die Herausforderungen der nächsten Zeit gemeinsam, mit den Mitarbeitern, Kunden und Partnern angehen“, teilte die Geschäftsführung mit. „Ziel ist es gestärkt aus dem Verfahren zu gehen und den laufenden Investorenprozess fortsetzen“.

Vor ein paar Wochen klang das Management noch anders, von Insolvenz war keine Rede. Vielmehr erklärten die Geschäftsführer Michael Spadinger und Jochen Braun im April, man befände sich zusammen mit dem Investor Riverrock weltweit auf der Suche nach einem neuen Eigentümer.



Grund dafür sei nicht etwa eine neuerliche Unternehmenskrise, sondern vielmehr der gelungene Neustart nach der ersten Insolvenz. Die Neue Alno hätte demnach den Umsatz im vergangenen Jahr um angeblich 62 Prozent gesteigert und sich nach Einschätzung von Spadinger als Hersteller von hochwertigen Küchen etabliert.

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    230 Mitarbeiter betroffen

    Wie konnte das Unternehmen dann innerhalb kurzer Zeit in existenzielle Probleme geraten? „Die Entscheidung Insolvenzantrag zu stellen ist in einer Finanzierungslücke begründet, die sich maßgeblich durch den verzögerten Zahlungseingang aus einem Grundstücksgeschäft erklärt“, begründet Spadinger den Schritt gegenüber der WirtschaftsWoche. Zudem hätten Belastungen aufgrund der Corona-Situation wie ein erheblicher Vorfinanzierungsaufwand und verspätete Zahlungseingänge von Kunden den Engpass verschärft. 

    Die alte Alno war 2017 spektakulär in die Pleite gerutscht.  Zuvor zählte der Konzern zu den führenden Küchenherstellern in Deutschland und beschäftigte an vier internationalen Produktionsstandorten rund 1900 Mitarbeiter. Die Neue Alno wurde ab Anfang 2018 aus dem Unternehmenskern aufgebaut. Der Finanzinvestor Riverrock hatte damals 20 Millionen Euro für Teile der alten AG bezahlt und weitere sechs Millionen Euro als Kredit zur Verfügung gestellt. Mit den operativen Teilen übernahm der Investor auch das riesige Firmenareal in Pfullendorf. 2019 wurde das Geschäft jedoch umstrukturiert: Zum einen entstanden die beiden operativen Küchenbau-Gesellschaften, die nun Insolvenz angemeldet haben. Zum anderen wurden die Immobilien und Grundstücke in einer unabhängigen Gesellschaft gebündelt, die später in Linzgau Real Estate umbenannt wurde.

    Zentrale Unternehmenswerte wurden damit vom operativen Küchenbaugeschäft getrennt – eine Konstruktion, die allerlei insolvenzrechtliche Fragen aufwerfen dürfte. Die Neue Alno GmbH ist mit Linzgau weiterhin über Mietverträge verbunden. „Allerdings sind mittlerweile große Teile des Geländes an andere, externe Parteien vermietet, so dass die Linzgau Real Estate breit aufgestellt ist und durch Corona weniger belastet“ werde, sagt Spadinger.

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    Die Auszahlung der Löhne und Gehälter bei Alno ist indes für die Monate Juni bis August 2021 über das Insolvenzgeld gesichert. Das Unternehmen beschäftigt circa 230 Mitarbeiter, die nun um ihre Jobs bangen. Unternehmenschef Spadinger gibt sich dennoch optimistisch. Die Gespräche mit strategischen Investoren sollen diese Woche fortgesetzt werden. Auch „Gespräche mit Kunden und Lieferanten laufen bislang sehr vielversprechend“, so Spadinger.

    Mehr zum Thema: Im Sommer 2017 meldete der Küchenbauer Alno Insolvenz an. Jetzt hat die Pleite auch ein Nachspiel für die Bauknecht-Mutter Whirlpool.

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