Augmented Reality Start-up Magic Leap schweigt über sein Produkt – und sammelt doch Milliarden ein

2,3 Milliarden Dollar hat Magic Leap bereits eingesammelt. Dabei ist über die Mixed-Reality-Brille des Start-ups wenig bekannt.

Magic Leap macht ein Geheimnis um seine Mixed-Reality-Brille, die vermutlich einer VR-Brille ähnlich sehen wird. Quelle: Reuters

DüsseldorfBislang hat Magic Leap noch kein einziges Produkt auf den Markt gebracht. Und über das erste bewahrt das Augmented-Reality-Start-up weitestgehend Stillschweigen. Nur so viel ist bekannt: Es handelt sich dabei um eine Mixed-Reality-Brille, die noch dieses Jahr unter dem Namen „Magic Leap One“ in den Handel kommen soll.

Dieser Umstand hält Privatpersonen und Konzerne weltweit jedoch nicht davon ab, in das noch junge Unternehmen aus Florida zu investieren. Aus Saudi-Arabien erhielt Magic Leap nun zuletzt fast eine halbe Milliarde Dollar – und schließt damit die zweite Finanzierungsrunde mit 963 Millionen Dollar ab.

Bisher hat das Start-up insgesamt mehr als 2,3 Milliarden Dollar eingesammelt, sein Wert wird mittlerweile auf mehr als sechs Milliarden Dollar geschätzt. Konzerne wie Google, Alibaba und die Bank Morgan Stanley gehören zu den Investoren, aber auch der Berliner Medienkonzern Axel Springer.

Die Höhe des Investments gab das deutsche Unternehmen nicht bekannt. Informationen der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX zufolge soll es sich dabei um ein Investement im einstelligen Millionen-Dollar-Bereich handeln.

Magic Leap beschäftigt derzeit 1400 Mitarbeiter. Die Angestellten arbeiten an einer Kombination aus Brille und tragbarem Computer, die es ihren Nutzern mittels Lichtfeldtechnologie ermöglicht, digitale Inhalte in eine reale Umgebung einzufügen. Im Herbst des vergangenen Jahres berichtete Bloomberg unter Berufung auf Insider, dass die Brille zwischen 1.500 und 2.000 US-Dollar kosten soll.

Dass das US-amerikanische Start-up so viele Investoren anlockt, erklären Branchenexperten einerseits damit, dass Magic Leap in der Öffentlichkeit überzeugend seine Vision von der Brille anpreist. Andererseits aber auch damit, dass das Unternehmen ein großes Geheimnis aus dem Produkt macht – und dadurch das Interesse der Investoren weckt.

Der Hype um die noch nicht einmal auf den Markt gebrachte Mixed-Reality-Brille wurde zuletzt aber von Negativschlagen überschattet. Anfang Februar erpresste ein ehemaliger Mitarbeiter das Unternehmen mit einer Klage. Und erst in der vergangenen Woche riefen Mitarbeiter dem Businessinsider zufolge die Polizei, weil ein Angestellter angeblich versucht hatte, eine Million Dollar zu stehlen.

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