Bernd Förtsch Neuer Besitzer für Hummel-Manufaktur

Seit 1935 werden in Oberfranken die weltberühmten Hummel-Figuren hergestellt. Mehrfach wechselte die Manufaktur den Besitzer und überstand zwei Insolvenzen. Jetzt will Bernd Förtsch die Firma grundlegend umbauen.

Für die seit 1935 hergestellten Miniaturen gibt es eine internationale Fangemeinde. Quelle: dpa

RödentalDer Unternehmer Bernd Förtsch übernimmt die insolvente Hummel-Manufaktur im oberfränkischen Rödental. Er wolle das Unternehmen von Grund auf neu aufstellen, teilte ein Sprecher am Freitag mit. Rödental bleibe als Produktionsstandort erhalten, ein Großteil der Belegschaft werde übernommen. Kernpunkt sei ein neues Vertriebskonzept mit Fokus auf den Direktvertrieb und einem Community-Konzept, um die Sammlergemeinde einzubinden. Förtsch ist Vorstandschef des Unternehmens Börsenmedien AG in Kulmbach und Gründer eines Online-Brokers.

Die Hummel-Manufaktur mit etwa 70 Mitarbeitern hatte Ende September Insolvenzantrag gestellt. Die Figuren, die auf Entwürfe der Nonne Maria Innocentia Hummel zurückgehen, werden seit 1935 hergestellt und verkörpern eine heile ländliche Welt. Kritiker halten die Figuren für Kitsch, doch es gibt eine internationale Fangemeinde.

Das Geschäft mit den Porzellanfiguren ist aber schwierig geworden. Der ursprüngliche Hersteller Goebel beschäftigte in der Blütezeit mehr als 1600 Mitarbeiter, nach der Jahrtausendwende aber ging es steil bergab. 2006 kam der erste Insolvenzantrag, 2008 wurde die Produktion eingestellt. 2009 wurde die Manufaktur übernommen und die Herstellung in kleinerem Maßstab wiederaufgenommen, bis 2013 der zweite Insolvenzantrag folgte.

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