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Burmester-Anlagen 100.000-Euro-Luxus für die Ohren

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Frauen hören besser

Elvis Presley Quelle: AP

Die meisten Ihrer Kunden sind männlich und oft über 40 Jahre alt. Gibt es in 20 Jahren noch eine High-End-Szene?

Sicher, denn es gibt auch viele jüngere High-End-Liebhaber. Und es gibt immer mehr Frauen unter unseren Nutzern. Die bringen frischen Wind in die Szene. Sie hören erwiesenermaßen besser, und sie gehen unvorbelastet mit der Technik um. Auf die Messen kommen auch immer mehr Paare – vor wenigen Jahren noch unvorstellbar.

Hat die nachwachsende Generation überhaupt noch einen Sinn für tollen Klang?

Ich sehe mit Sorge, wie die Kinder mit MP3-Spielern und Stöpsel in den Ohren aufwachsen. Und auf ihren MP3-Spielern haben sie dann lieber viele Stücke in geminderter Qualität gespeichert als wenige in hoher Auflösung. Aber es gibt auch einen Gegentrend. Endverbraucher entdecken den Hörgenuss wieder.

Weil sie inzwischen einen Laptop, Tablet-Rechner und ein Smartphone haben, wollen immer mehr ein gutes Gerät, das nicht schon wie viele der neuen Kommunikationsgeräte in zwei Jahren überholt und wertlos ist. Unsere Anlagen behalten ihren Wert auch nach 30 Jahren noch. Und manche steigern ihren Wert als Sammlerstück.

Bugatti Veyron Quelle: REUTERS

Alle renommierten Autohersteller verbessern die Audioanlagen in den Fahrzeugen. Wie wichtig ist das für Sie?

Sehr wichtig, und wir sind froh, daran maßgeblich beteiligt sein zu dürfen. Denn damit erleben die Kinder zum Beispiel eine Klangqualität, die sie über ihre Stöpsel in den Ohren nicht kennenlernen und oftmals auch nicht im familiären Wohnzimmer haben.

Wie wichtig ist das Autogeschäft für Sie?

Wir beschäftigen uns seit mehr als zehn Jahren mit dem Thema, denn zu der Zeit haben wir mit der Entwicklung des Soundsystems für den Bugatti Veyron angefangen. Jedes der 300 Exemplare dieses exklusiven Superautos ist mit einem Burmester-High-End-Sound-System ausgestattet. Bei Porsche, unserem zweiten Automobilpartner, sind wir mittlerweile in drei Modellen erhältlich, und es ist zu erwarten, dass wir uns in diesem Segment noch stärker positionieren werden.

Müssten Sie nicht stärker Techniken wie Musik von der Festplatte oder aus dem Internet integrieren?

Das tun wir. In den ersten Monaten des kommenden Jahres werden wir einen eigenen Server herausbringen, der Musik von der Festplatte liefert. Das wird den Markt bewegen, weil keiner unserer Wettbewerber ein Gerät mit einer vergleichbaren Funktionenvielfalt anbietet. Natürlich verarbeitet der Server auch Signale aus dem Netz oder vom Smartphone. Ohnehin können Sie fast alle unsere Geräte, die nach der Jahrtausendwende auf den Markt kamen, in zentral gesteuerte Home-Entertainment-Systeme integrieren.

Wie profitabel ist der Mittelständler Burmester?

10 bis 14 Prozent Umsatzrendite vor Steuern erzielen wir in den meisten Jahren. Dieses Ertragsniveau brauchen wir, um unsere Innovationen vorzufinanzieren. Die Entwicklung des neuen Servers dauerte zwei Jahre. Da sind wir mit einem siebenstelligen Betrag in Vorleistung getreten.

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