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DIHK-Studie Drei minus für die Wirtschaftspolitik der Regierung

Die Wirtschaftspolitik der Regierung ist nur unteres Mittelmaß - finden zumindest deutsche Unternehmer. Das geht aus einer Studie des Deutschen Industrie- und Handelskammertags hervor.

Bei Ausbau der digitalen Infrastruktur hat Deutschland offenbar noch viel Nachholbedarf. Quelle: dpa/dpaweb

Die Versetzung ist nicht gefährdet, doch das Ergebnis könnte wesentlich besser sein. Von den deutschen Unternehmern sind offenbar viele mit der Situation in Deutschland unzufrieden. Das legt zumindest das Ergebnis einer aktuellen Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) unter 1300 Unternehmen nahe. Die Bundesregierung bekommt für ihre Wirtschaftspolitik lediglich die Schulnote Drei minus (3,3). Ähnlich mäßige Bewertungen hatte sie bereits bei den Umfragen 2008 und 2011 kassiert.

Besonders schlecht schneidet bei der Umfrage die Komplexität des Steuerrechts ab (Note: 4,5), kein anderer Standortfaktor wird so negativ bewertet. Auch mit dem Energiekosten sind die Unternehmen extrem unzufrieden und verteilen eine Vier minus (4,4) „Die hohen Energiekosten in Deutschland sind aktuell nicht nur größtes Konjunkturrisiko, sondern wachsen sich zu einem strukturellen Hemmschuh aus und das nicht nur in einzelnen Branchen“, heißt in der DIHK-Studie.

So schneidet Deutschland als Wirtschaftsstandort ab


Besonders auffällig: Nie zuvor war die deutsche Industrie so unzufrieden mit der digitalen Infrastruktur. Die bekommt zwar immerhin die Note 3,1, rutscht damit aber merklich ab. 2011 vergaben die Firmen noch die Note 2,5 und 2008 gar eine 2,3. Kein anderer Standortfaktor büßt in ähnlichem Umfang ein. Für die DIHK ist das ein klares Warnsignal mit Blick auf die Zukunftsfähigkeit.

„Wichtige Innovationen wie zum Beispiel das Cloud Computing und intelligente Energienetze, Smart Grids oder nicht zuletzt die Anforderungen im Rahmen von Industrie 4.0 werden wir ohne leistungsfähige IT-Infrastruktur nicht stemmen können“, sagt DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben.

Deutschland hinkt bei Investitionen hinterher

Steuern, Energiekosten, schwaches Internet – für viele Unternehmer sind das ganz entscheidenden Probleme. Mehr als die Hälfte der befragten Betriebe sieht laut DIHK Investitionshemmnisse am Standort Deutschland.

Das bringt Probleme mit sich. „Die Investitionstätigkeit in Deutschland ist schon seit längerem zu gering“, heißt es in der DIHK-Studie. Während Deutschland 2012 insgesamt 17,5 Prozent seiner Wirtschaftsleistung investiert hat, waren es im Schnitt der anderen Industrieländer demnach 21,4 Prozent. Nach DIHK-Berechnungen ergibt sich seit 2005 im internationalen Vergleich eine durchschnittliche Investitionslücke von etwa drei Prozent am BIP.

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„Mit angezogener Investitionsbremse kommt Deutschland nicht voran“, sagt DIHK-Chef Wansleben. Unter anderem eine Erleichterung des Steuerrechts, die Senkung der Energiekosten und der Breitbandausbau könnten die Investitionsbereitschaft der Unternehmer wieder ankurbeln.

Doch nicht alles am Industriestandort Deutschland ist bloßes Mittelmaß. Gute Noten vergaben die befragten Unternehmen etwa für die gut ausgebildeten Fachkräfte (2,3) und die Verfügbarkeit von Zulieferern (2,4).

Auch bei den Finanzierungsmöglichkeiten gibt es weniger Grund zur Klage. Die Note verbessert sich spürbar um 0,4 Punkte auf 2,9, bleibt aber nur „befriedigend“. Grund für die verbesserten Finanzierungsbedingungen sind dabei vor allem die bislang gute Konjunkturentwicklung und die expansive Geldpolitik der Europäischen Zentralbank.

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