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Ein Jahr führungslos Jack Wolfskin muss um jeden Euro kämpfen

Ein knappes Jahr war Jack Wolfskin ohne Chef. Das macht sich bei den Händlern bemerkbar: Die Outdoor-Marke verliert im großen Stil Marktanteile. Allein an dem Führungsvakuum liegt die Schwäche aber nicht.

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Equipment von Jack Wolfskin: Händler verzeichnen zweistellige Umsatzrückgänge. Quelle: Pressefoto

Friedrichshafen Erst seit ein paar Wochen führt Michael Rupp den Outdoor-Ausrüster Jack Wolfskin. "Ich habe das Unternehmen in ausgezeichneter Verfassung vorgefunden", sagt der Manager. Die Sporthändler sind da etwas anderer Auffassung.

Zum ersten Mal seit Jahren haben sie in den vergangenen Monaten deutlich weniger Jacken, Hosen und Rucksäcke der Marke verkauft. "Die haben bei uns zweistellig an Umsatz verloren", sagt Andreas Rudolf, Geschäftsführer der Händlervereinigung Sport 2000. Dasselbe Bild beim Marktführer Intersport: Jack Wolfskin verliert, Konkurrenten wie Mammut und North Face hingegen legen zu.

Fast ein Jahr lang war Jack Wolfskin jetzt ohne Chef. Das hat Spuren hinterlassen. Die lange Vakanz hat ihren Grund: Vergangenen Sommer übernahm der Finanzinvestor Blackstone die Firma aus Idstein. Im Zuge des Eigentümerwechsels verließ der langjährige Vorstandschef Manfred Hell das Unternehmen. Der Manager hatte die Marke 17 Jahre lang geführt und zum mit Abstand bekanntesten und größten deutschen Outdoor-Hersteller gemacht. Und nicht nur das: Für viele Fachhändler ist das Label inzwischen einer der wichtigsten Umsatzbringer überhaupt, größer als Puma etwa.

In der Sportbranche heißt es anerkennend, Hell habe dem Geschäft mit der Allwetterausrüstung zum Durchbruch verholfen. Maßgeblich hat dazu massive Werbung beigetragen. Seit Jahren ist Jack Wolfskin zum Beispiel auf den Banden in den Bundesliga-Stadien präsent.

Umso enttäuschter sind die Händler, dass ihr einstiger Umsatzstar jetzt schwächelt. Das liege aber nicht allein am Führungsvakuum, meint Intersport-Chef Klaus Jost: "Es gibt auch immer mehr Marktteilnehmer."

Nicht nur die Händler erwarten deshalb jetzt Großes vom neuen Boss, vor allem auch Blackstone dürfte riesige Erwartungen an Rupp haben. Schließlich hat das Private-Equity-Haus vergangenes Jahr rund 700 Millionen Euro für Jack Wolfskin an die Vorbesitzer Quadriga Capital und Barclays Private Equity überwiesen. Zum Vergleich: Das Unternehmen kam 2011 auf einen Umsatz von 355 Millionen Euro.


Neuer Chef verspricht für 2012 ein weiteres Plus

In Deutschland zuzulegen dürfte gleichwohl schwierig werden. Das Land ist für Jack Wolfskin der mit Abstand wichtigste Absatzmarkt. Doch zwischen Nordsee und Alpen gibt es neben den vielen Fachhändlern schon über 200 eigene Läden. Zwar verspricht Rupp, dass er um jeden Euro kämpfen wird: "Für mich steht an erster Stelle, dass wir unsere Position auf dem Heimatmarkt halten", sagt er.

Doch vorankommen kann er vor allem in Asien. "In China wachsen wir von allen Outdoor-Marken am schnellsten", meint der Manager, der zuletzt die amerikanische Adidas-Tochter Rockport geleitet hat. In der Volksrepublik betreibt die Firma bereits mehr als 300 Stores. Auch im Boomland Korea ist Jack Wolfskin mit eigenen Geschäften an den Start gegangen.

Die mittelständische Konkurrenz hierzulande sieht das Engagement der Finanzinvestoren in der Branche kritisch. "Diese Leute haben doch in der Vergangenheit stets auf bedingungsloses Wachstum gesetzt", sagt Bernd Kullmann, Chef des Rucksackanbieters Deuter.

Michael Rupp lässt das alles kalt. Auch wenn die Firma in Deutschland zu kämpfen habe, insgesamt werde Jack Wolfskin 2012 wachsen, verspricht er.

Die Marke selbst will er frischer machen. Bis seine Handschrift in den Kollektionen zu sehen sein wird, vergeht allerdings noch einige Zeit. Auf der Outdoor-Messe in Friedrichshafen zeigte er am Wochenende die Ware für den Sommer 2013. Die Shirts, Shorts und Jacken wurden noch vor seiner Zeit in Idstein entwickelt.

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