Enders spricht in Schwäbisch Hall Airbus sucht risikofreudige Zulieferer

Der Flugzeughersteller Airbus wirbt um Zulieferer, die Entwicklungsaufgaben mit übernehmen und das Risiko mittragen.

Airbus-Chef Thomas Enders auf dem Gipfeltreffen der Weltmarktführer in Schwäbisch-Hall. Quelle: Thorsten Schmidtkord

Ein Mittelständler ist der Flugzeugbauer Airbus zwar nicht, Weltmarktführer hingegen schon. Das hat Airbus nicht zuletzt dem großen Erfolg seiner 320er Linie zu verdanken. „In einem Business Case wurde der Bedarf auf 600 Flugzeuge geschätzt. Boeing sagte, die schaffen nicht einmal 60. Wir haben mittlerweile über 6.000 Flugzeuge der Linie ausgeliefert“, sage Airbus-Chef Thomas Enders auf dem Gipfeltreffen der Weltmarktführer am Mittwoch in Schwäbisch Hall.

Zwar sackte der Bedarf in der militärischen Sparte ein, Airbus will deshalb 5.800 Stellen streichen. Doch in der zivilen Luftfahrt sind die Bücher über Jahre gefüllt. Der Luftverkehr verdoppelt sich ungefähr alle 15 Jahre. „Deshalb sind wir optimistisch, dass der Höhenflug auch erhalten bleibt“, sagte Enders. Er rechnet mit einem jährlichen Wachstum im Luftverkehr von fünf Prozent in den nächsten 20 Jahren und mit einem weltweiten Bedarf an über 30.000 neuen Flugzeugen. Die größte Herausforderung dabei: Die Profitabilität zu steigern und alle Aufträge fristgerecht fertig zu stellen.

Wichtig sind dabei vor allem die mittelständischen Zulieferer. Ihr Anteil liegt zwischen 60 und 80 Prozent. Und Enders wirbt dabei um neue Unternehmen: „Wir haben große Vergabepakete an Zulieferer zu vergeben.“

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Um ein sogenannter „First-Tier“-Zulieferer zu werden, also ein Zulieferer, der direkt an Airbus liefert, erwartet Enders, dass die Unternehmen die Finanzierung von Entwicklungsaufgaben mit übernehmen und das Risiko mittragen. „Früher lagen alle Risiken bei uns und alle Chancen bei den Zulieferern, was man auch in der Profitabilität sehen konnte“, so Enders.

„Wenn ich sehe, dass Zuliefererrenditen im zweistelligen Bereich liegen, sehe ich Potenzial auch das eigene Unternehmen, das gerade einmal fünf Prozent Rendite einfährt, profitabler zu machen.“ Er wolle nicht die Rendite abjagen, aber fordert die Zulieferer auf, mit ins Risiko zu gehen.

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