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Familienunternehmen Der neue Benteler-Chef setzt sich ehrgeizige Ziele

Der Familienkonzern Benteler hat seinen Umsatz um sechs Prozent gesteigert. Doch der neue Chef des Traditionsunternehmens hat bis 2022 noch größere Pläne.

Der neue Chef des Familienunternehmens setzt sich ehrgeizige Ziele. Quelle: PR

DüsseldorfDer seit knapp einen Jahr amtierende Vorstandschef der Benteler-Gruppe, Ralf Göttel hat sich ehrgeizige Zukunftsziele gesetzt. Er will nicht nur den Gesamtumsatz bis 2022 auf 11,3 Milliarden Euro steigern, sondern auch die weltweiten Umsätze neu verteilen.

So sollen in Europa künftig nur noch 40 Prozent des Umsatzes erwirtschaftet werden, zurzeit sind es noch mehr als 60 Prozent. In Asien und in Amerika soll der Umsatzanteil auf jeweils 30 Prozent steigen. In Asien beträgt der Umsatzanteil bislang rund elf Prozent, Nordamerika rund 20 Prozent und Südamerika sechs Prozent.

Göttel, der zuvor die Automobilsparte drei Jahre lang führte, legte am Freitag zum ersten Mal die Zahlen für den gesamten Familienkonzern vor. Er war im April 2017 als Nachfolger von Hubertus Benteler angetreten, der das Unternehmen 26 Jahre geführt hatte.

Und Göttel  zeigt sich zufrieden: Der Umsatz stieg um 5,8 Prozent auf mehr als 7,8 Milliarden Euro, der operative Gewinn sogar um mehr als acht Prozent auf knapp 207 Millionen Euro.

Hingegen sei das Konzernergebnis wegen Sondereffekten im Vorjahr  auf knapp 101 Millionen gefallen, das entspricht einem Rückgang um rund  neun Prozent. Die EBIT-Marge liegt bei 2,6 Prozent.

Benteler wird vor allem als Autozulieferer wahrgenommen, weil die Automobilsparte rund 78 Prozent zum Umsatz beiträgt und im abgelaufenen Jahr um mehr als sieben Prozent auf knapp 6,3 Milliarden Euro Umsatz gewachsen ist. So liefert Benteler zum Beispiel Chassis, Leichtbau-Komponenten und Batteriewannen für die Elektromobilität.

Eigenkapitalquote leicht gesunken

Die größte Investition in der Firmengeschichte aber ist das Warmrohrwerk in Shreveport in den USA, das zur Unternehmenssparte Stahl/Rohr gehört, die knapp 13 Prozent zum Gesamtumsatz der Gruppe beiträgt.

Das Werk hat seine volle Auslastung noch nicht erreicht, habe seinen Output im vergangenen Jahr aber verdreifacht. Konkretere Zahlen gibt Göttel nicht preis, er verriet nur so viel: „2020 werden dort 300 000 Tonnen verarbeitet.“

Der Geschäftsbereich Stahl/Rohr hatte im Jahr 2016 einen Umsatzrückgang um knapp sieben Prozent verzeichnen müssen und ist nun 2017 um 24 Prozent auf mehr als eine Milliarde Euro Umsatz angewachsen. Der Grund für den großen Umsatzsprung liege vor allem in der gestiegenen Nachfrage nach Ölfeldrohren und Effizienzprogrammen.

Die Eigenkapitalquote hat sich leicht verringert von knapp 23 Prozent auf 21,4 Prozent. Göttel sagte dazu im Gespräch mit dem Handelsblatt, dass er vor allem in Zukunft investieren wolle.

Insgesamt investiert Benteler rund 90 Millionen in Forschung und Entwicklung, doch Göttel gibt zu bedenken, dass es nicht leicht sei, die Grenze festzulegen, wann ein Entwicklungsprojekt mit dem Kunden dazuzuzählen sei. „Wir sind nicht börsennotiert, wir müssen die F&E Ausgaben in der Außendarstellung nicht maximieren“ sagte er dem Handelsblatt.

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