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Finanzierung Mittelstand in der Dauerkrise

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Frühwarnsysteme entwickeln

Trotz aller Flexibilität rät die Studie dazu, konkrete Ziele zu formulieren. Quelle: dpa

Hinzu kommt ein Misstrauen gegenüber Banken und deren Beratern. In der Studie heißt es: „Eine klare Botschaft an Banken und Sparkassen ist, dass schlechte Beratung durch Finanzinstitute aus Sicht von immerhin 61 Prozent der Unternehmen eine typische Schuldenfalle im Mittelstand ist.“ Siegfried Gänßlen kann das nachvollziehen, auch wenn er bisher nur einmal schlechte Erfahrungen mit einer Bank gemacht. Seitdem schaut er ganz genau hin. Je besser das Angebot erscheint, desto kritischer ist er. „Der Köder muss dem Fisch schmecken und nicht dem Angler.“

Wichtig sei, ein eigenes Frühwarnsystem zu entwickeln sagt er. Seit der Krise hört er sich verstärkt bei großen Kunden, bei Mitarbeitern und Kollegen um. Außerdem wälzt er Zahlen zur Einkommensentwicklungen und den Autozulassungen in den Absatzländern der Firma. „Wenn die Leute sagen, mein Auto tut’s noch länger, dann tun es für die auch andere Dinge noch länger“, glaubt Gänßlen.

Konkrete Ziele sind wichtig

Seit zwei Jahren entwickelt er auf dem Papier auch immer wieder verschiedene Krisenszenarien. „Wir überlegen was passiert, wenn die Aufträge um 10 Prozent, um 20 Prozent oder um 25 Prozent zurückgehen“, sagt er. In vier Fünftel aller Fälle hätten sich seine Prognosen als richtig herausgestellt.

Eine Möglichkeit, Unsicherheiten zu verringern, die auch die Studie mittelständischen Unternehmen empfiehlt. „Es ist ganz offensichtlich ein Erfolgsfaktor, auch unsichere Entwicklungen im Planungsprozess abzubilden und zu berücksichtigen – etwa indem man unterschiedliche Szenarien entwickelt und durchspielt.“ Bei aller Flexibilität sei aber ebenso wichtig, sich konkrete Ziele zu stecken.

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