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Finanzierung Strenge Banken vermiesen das China-Geschäft

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Immer mehr Mittelständler in China

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Shang wu can

Dabei ändert sich die ausländische Kundschaft der Banken im Reich der Mitte rasant. Inzwischen sind mehr als die Hälfte der deutschen Unternehmen mit Töchtern in China mittelständische Unternehmen. Vor zehn Jahren waren es nur 20 Prozent (siehe Grafik Seite 68). Und die Immigranten aus Deutschland brauchen immer mehr Geld für ihre Geschäfte. Die Hälfte von ihnen plant nach Auskunft der deutschen Außenhandelskammer in Shanghai ihre Investitionen auszuweiten. Fast alle nehmen dabei Fremdkapital auf. Denn das erspart den Firmen das aufwendige Kredit-Prozedere in dem 1,3-Milliarden-Einwohner-Land. „Die langwierigen Prüfungen von Finanzierungen sind manchmal existenzbedrohend“, sagt ein Insider. Wer Geld für Investition oder laufende Kosten braucht, muss das Kreditvorhaben von der Devisenkontrollbehörde SAFE (State Administration of Foreign Exchange) überprüfen lassen. „Sie dürfen mit dem Geld kein Beteiligungsverhältnis begründen, und Sie dürfen damit auch keiner Tochtergesellschaft Kredit geben“, warnt HSBC-Manager Esser.

Damit nicht genug. Oft gilt für die chinesischen Banken die Devise: Kontrolle ist gut – mehr Kontrolle ist besser.

Anteil der Mittelständler unter den Muttergesellschaften deutscher Unternehmen in der Volksrepublik

So kann es passieren, dass die chinesische Bank das Geld gleich selbst direkt an den Lieferanten überweist statt an den Antragsteller. Ebm-Papst-Finanzmanager Bublies etwa versuchte vergeblich, einen Passus, der der chinesischen Bank dieses Recht zugesteht, aus einem Kreditvertrag zu streichen. „In den vergangenen zwölf Monaten hat die Bank die Klausel auch schon einige Male genutzt“, sagt Bublies.

Auch ein Kreditstopp, den die Regierung in Peking von Zeit zu Zeit für chinesische Banken ausspricht, kostet deutsche Manager nicht selten Zeit und Nerven. „Da kommt dann die Bankenaufsicht zum Tee in die Bank“, schildert HSBC-Banker Esser. Die Damen und Herren lassen sich die Kreditbestände zeigen und entscheiden dann beispielsweise: „Im nächsten Quartal bitte fünf Prozent weniger vergeben.“

Aus chinesischer Sicht ist das zwar nachvollziehbar, weil die Bankenaufsicht auf diese Weise die Inflation einzudämmen versucht. Zuletzt geschah das Ende 2007 und Anfang 2011. Doch die betroffenen Unternehmen tragen den Schaden. „Dann ist die Kreditlinie weg, und der Unternehmer muss sich eine neue beschaffen – was gerade zum Zeitpunkt des Kreditstopps schwierig ist“, sagt HSBC-Banker Esser.

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