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Finanzierung In China günstig an frisches Kapital kommen

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Scheitern an der Sprachbarriere

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Shang wu can

Dass deutsche Mittelständler dies für eine Kreditaufnahmen in China nutzen, liegt an der Währungspolitik Pekings. Der Mittelständler könnte sich das Geld zwar daheim besorgen, etwa bei seiner Hausbank oder der Muttergesellschaft. Praktisch kommt dafür aber nur eine chinesische Bank infrage oder ein ausländisches Institut in China, das eine Renminbi-Lizenz besitzt. Denn Fremdwährungskredite etwa in Euro dürfen nicht einfach in Renminbi umgetauscht werden. „Dafür braucht man eine Einzelgenehmigung – und die gibt es faktisch nicht“, erklärt Bernhard Esser, China-Experte der HSBC in Düsseldorf.

Der Maschinenbauer Manz finanziert sich im Reich der Mitte mithilfe mehrerer chinesischer Banken. „Bei den Chinesen liegt der Zinssatz oft deutlich unter dem der internationalen Banken“, sagt Finanzvorstand Hipp, auch die Gebühren seien geringer. Eine kritische Prüfung des Geschäftsmodells musste er nicht über sich ergehen lassen. Dass Manz in der zukunftsorientierten Fotovoltaik tätig ist, hat dem Unternehmen geholfen.

Chinesisch ist Pflichtsprache

„Um sich in China finanzieren können, muss man in Deutschland bereits erfolgreich sein“, sagt Christoph Angerbauer, General Manager bei der AHK in Shanghai. Das allein genügt nicht. So muss eine Firma der Bank ausführlich darlegen können, dass ihr Vorhaben etwas mit dem chinesischen Wirtschaftsraum zu tun hat. Darüber hinaus muss das Unternehmen in China bereits akkreditiert sein.

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    Nicht selten scheitert die Suche nach einem Kredit einer chinesischen Bank ganz simpel an der Sprachbarriere. Diese Erfahrung machten Knorr-Bremse und Manz. Ohne Dolmetscher oder chinesische Mitarbeiter wären sie mit den Banken erst gar nicht ins Gespräch gekommen. Denn nur wenige Sachbearbeiter bei den chinesischen Banken sprechen Englisch.

    Noch etwas treibt Mittelständler in die Institute aus dem Reich der Mitte. Denn zum eine verlangen internationale Banken vor Ort für einen Kredit in Landeswährung eine Absicherung durch den deutschen Mutterkonzern. Allein das macht den Kredit teurer, als wenn er von einer chinesischen Bank kommt. Die begnügen sich oft mit Sicherheiten vor der Haustür: gepachtete Grundstücke, Gebäude, Maschinen. Zum anderen dürfen ausländische Banken in China kein Privatkundengeschäft betreiben, wodurch ihnen die preiswerten Einlagen fehlen, die sie verleihen können.

    Mittelstand und Weltmarktführer



    Diese Besserstellung chinesischer Banken machte sich im Februar auch der Maschinenbauer Voith aus Heidenheim zunutze, als er sich bei lokalen und internationalen Banken einen Kredit in Höhe von 2,25 Milliarden Renminbi mit fünf Jahren Laufzeit besorgte – umgerechnet rund 270 Millionen Euro. In den kommenden Jahren will das Familienunternehmen rund 400 Millionen Euro in China investieren.

    Für HSBC-Manager Esser in Düsseldorf sind solche Deals zukunftsweisend. „Mittelständler müssen keine Angst vor chinesischen Banken haben“, sagt er. „Gerade die großen Institute arbeiten dort absolut professionell und stehen den ausländischen Banken in nichts nach.“

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