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Generationswechsel gescheitert Fischer Dübel vermasselt die Firmenübergabe

Probleme mit dem Loslassen habe er nicht, versprach Klaus Fischer vor wenigen Monaten. Doch jetzt macht der Patriarch des Dübelherstellers den Rückzug vom Rückzug. Es gab Streit mit Sohnemann Jörg - und der flüchtet nun.

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Jörg Fischer verlässt Fischer Dübel. Quelle: Pressebild

Waldachtal Der Generationswechsel bei der Unternehmensgruppe Fischer hat nicht funktioniert. Im November 2011 sagte Klaus Fischer noch: „Ich habe kein Problem mit dem Loslassen“. Der 61-Jährige war zu dem Zeitpunkt Inhaber der Firma, die vor allem wegen ihrer Dübel bekannt ist. Die operative Führung hatte er im Frühjahr an seinen Sohn Jörg Klaus abgegeben.

Doch damit ist es jetzt vorbei: Klaus Fischer hat mit sofortiger Wirkung den Vorsitz der Geschäftsführung im Unternehmen wieder übernommen, wie Fischer am Dienstag in Waldachtal mitteilte. Sohn Jörg Klaus Fischer habe die Gruppe auf eigenen Wunsch wieder verlassen.

„Wir haben in den vergangenen Wochen feststellen müssen, dass unsere Vorstellungen im Hinblick auf Ausrichtung und Führung des Unternehmens gravierend unterschiedlich sind“, sagte Klaus Fischer. Er hält weiterhin 98 Prozent der Anteile und sitzt dem Beirat des Unternehmens vor. Er betonte, dass Fischer auch in Zukunft ein Familienunternehmen bleiben werde.

Auch der Senior hatte bei seiner Amtsübernahme 1980 Probleme mit seinem Vater und Gründer der Firma, Artur Fischer. „Die Fehler, die da gemacht wurden, von beiden Seiten, die dürfen sich nicht wiederholen“, hatte Klaus Fischer angesichts des erneuten Generationswechsels gesagt.


Unterschiedliche Auffassungen

Ein Sprecher des Unternehmens präzisierte zum Grund für das Scheitern, dass es insbesondere unterschiedliche Auffassungen über Personalien gegeben habe. „Strategisch lagen die beiden nicht so weit auseinander.“

Der Bruch im Unternehmen sollte offenbar einem Bruch in der Familie vorbeugen. „Wenn die familiäre Situation halten soll, dann muss man im geschäftlichen einen Bruch vollziehen“, beschrieb der Sprecher die Überlegung. „Die Familie als solche, die hält zusammen“, betonte er.

Für die nächsten Jahre werde Klaus Fischer die Geschicke der Gruppe weiter lenken. Danach sei auch ein externer Manager für das operative Geschäft eine Option. In der Familie kommt derzeit zumindest niemand infrage. Der jüngere Bruder von Jörg Klaus Fischer, Frank, will nicht.

Jörg Klaus hat zwar einen Sohn, aber der ist gerade mal ein Jahr alt. Möglicherweise kommt auch irgendwann Jörg Klaus selbst zurück. „Es sind keine Türen zugeschlagen, die man nicht wieder aufschlagen könnte“, sagte der Sprecher.

Klar sei nur eines: Das Unternehmen wird keine Aktiengesellschaft und geht nicht an den Kapitalmarkt. Die Unternehmensgruppe Fischer aus dem baden-württembergischen Waldachtal ist auf Befestigungstechnik spezialisiert. Am bekanntesten ist der Fischer-Dübel. Zudem ist die Firma als Automobilzulieferer aktiv, stellt den Fischertechnik-Baukasten her und unterhält eine Consulting-Sparte.

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