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3D-Kamera Apple löst Ansturm auf deutschen Mittelständler aus

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„2019 dürfte das erste Apple-Handy mit 3D-Weltsicht marktreif sein“

„2019 dürfte das erste Apple-Handy mit 3D-Weltsicht marktreif sein“, sagt ein Mobilfunkmanager. „Dann muss die Konkurrenz nachziehen.“ Und so drängen sich die Elektronikfirmen nun in Siegen. PMD hat mit Partnern wie dem Chipkonzern Infineon oder dem Optikunternehmen Leica 3D-Kameras entwickelt, die kleiner, robuster und billiger sind als Apples Sensoren.

„Trotzdem sind sie mindestens so gut“, versichert Buxbaum. Ein Grund: Apples Sensoren brauchen zwei optische Elemente, um die Tiefe im Raum zu bestimmen, einen Infrarotprojektor und eine Kamera. Für rund 350 Millionen Dollar hatte Apple den Entwickler dieser Technik, ein israelisches Unternehmen, 2013 übernommen.
PMD dagegen kommt mit einem Bauteil aus. Es ähnelt einem Radar, wirft unsichtbare Infrarotblitze in den Raum und misst die Zeit, bis das von Objekten reflektierte Licht wieder auf den Sensor trifft. Aus Zehntausenden Pixeln entsteht ein räumliches Bild der Umwelt. Gut 300 Patente schützen das Verfahren. Neben PMD gibt es mit dem japanischen Elektronikkonzern Sony, der 2015 den belgischen Spezialisten Softkinetic übernommen hat, nur einen ernst zu nehmenden Konkurrenten für diese Technik weltweit.

„Chips, die Distanzen über die Laufzeit des Lichts messen, waren vorwiegend in der Industrie im Einsatz“, sagt Martin Gotschlich, Chef der 3D-Sensorsparte bei Infineon, „jetzt bringen wir sie in den Massenmarkt.“ Das drückt den Preis: Statt wie bisher in der Industrie bis zu 1000 Euro sollen sie mit millionenfach produzierten Smartphone-Chips bald weniger als zehn Euro kosten.

Gotschlich glaubt fest daran, dass andere Anbieter dem Vorbild von Apple folgen: „2019 kommen 3D-Kameras auch bei der Konkurrenz in der Handyoberklasse, in fünf Jahren könnten sie überall Standard sein.“

Das erschließe der Technik weitere Einsatzfelder. Gegenwärtig wächst der Markt für die Module mit dem dreidimensionalen Blick um mehr als 50 Prozent pro Jahr.

Auch der Unterhaltungsroboter Kuri vom US-Start-up Mayfield Robotics nutzt beispielsweise Sensorik aus Siegen. Das kugelige Maschinenwesen erfasst per 3D-Kamera die Welt und soll zum digitalen Familienmitglied werden, wenn es Hörbücher vorliest und die schönsten Momente der Familie festhält und als Videos aufs Handy von Eltern wie Kindern streamt.

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