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Autobauer und Industrie 4.0 Wie Daimler seine Produktion neu organisiert

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Last-Minute-Änderungen werden möglich

Letztendlich rückt auch die Produktion selbst immer stärker zum Kunden. Denn auf der einen Seite ist die neue Flexibilität der Fertigung eine Antwort auf immer individuellere Kundenwünsche. Auf der anderen Seite bietet die
konsequente Vernetzung der Produktion auch gänzlich neue Möglichkeiten, den Kunden bereits während der Herstellung seines Fahrzeugs gezielt ansprechen zu können.

So kann der Käufer künftig relativ kurz vor der Produktion oder sogar während der Fertigung über sein Smartphone noch Einfluss auf das Fahrzeug nehmen. Dies könne sogar in Echtzeit geschehen, erklärt Schäfer gegenüber automotiveIT: „Ein Beispiel: Das Fahrzeug ist in der Fabrik auf dem Weg in die Lackierstraße und der Kunde wird gefragt: Soll es wirklich weiß sein? Oder der Käufer kann kurz vor der Radmontage noch die Felgenvariante aussuchen. Das ist zwar derzeit noch Vision, aber sehr weit sind wir letztlich auch nicht davon entfernt.“

Der Kunde wird somit in die Produktion seines eigenen Fahrzeugs eingebunden. Das sei vor allem eine Chance, ihn emotional aufzuladen, die Bindung zum Hersteller zu intensivieren, sagt Schäfer – in Zeiten abnehmender Markentreue ein nicht zu unterschätzender Faktor.

Business-Limousine ab 45.303 Euro
Mercedes E-Klasse Quelle: Daimler
Mercedes E-Klasse Quelle: Daimler
Mercedes E-Klasse Quelle: Daimler
Mercedes E-Klasse Quelle: Daimler
Mercedes E-Klasse Quelle: Daimler
Mercedes E-Klasse Quelle: Daimler
Mercedes E-Klasse Quelle: Daimler

Dass diese Möglichkeit in Zukunft auch wahrgenommen wird, steht für den Produktionschef außer Frage: „Es wird sicherlich Kunden geben, die absolut begeistert sind, wenn sie beispielsweise kurz vor der Lackierung noch ein Bild von ihrem Auto bekommen.“ Keine Frage: Die Fertigung von Automobilen steht vor grundsätzlichen Umwälzungen. Bei Daimler ist man nun bereits einen wichtigen Schritt gegangen, um die künftigen Herausforderungen zu meistern. Das übergeordnete Ziel: Flexibilität.

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    Einer typischen Horrorvision von der Produktion der Zukunft erteilt Schäfer allerdings eine klare Abfuhr: Die Fabriken des OEM werden nicht menschenleer sein. Die nötige Flexibilität sei von Robotern allein keinesfalls zu erreichen, so der Produktionschef. Bleibt festzuhalten: Der Faktor Mensch – sei es als Kunde oder Arbeiter – wird in der modernen Automobilproduktion weiterhin eine sehr zentrale Rolle spielen.

    Dieser Beitrag ist zuerst in dem Fachmagazin automotiveIT erschienen. automotiveIT berichtet über alle Business-IT-Themen wie Big Data, Cloud, Infrastruktur und richtet sich an CIOs, IT-Manager und deren Kunden aus den Fachbereichen von OEMs und Zulieferern.

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