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Autoindustrie Chinas Autobauer werben deutsche Top-Manager ab

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Von Koreaner abgekupfert

Die erfolgreichsten Autobauer der Welt
Wer ist Verkaufs-, Gewinn- und Flexibilitäts-Champion?Auf dem 82. Internationalen Automobilsalon in Genf präsentieren die Hersteller derzeit ihre Innovationen und legen damit den Grundstein für neue Erfolge. Wie erfolgreich die größten Automobilhersteller der Welt sind und wer die Nummer eins unter den sechs absatzstärksten Autobauer ist, damit hat sich das CAR-Center Automotive Research von Ferdinand Dudenhöffer exklusiv für die WirtschaftsWoche auseinandergesetzt. Als Kriterien für den Erfolg haben die Experten drei Kategorien definiert: Verkaufserfolg (Absatzentwicklung), Gewinnmargen und Flexibilität. Als Maß für die Flexibilität gilt hier die Arbeitsproduktivität, gemessen in Fahrzeuge pro Mitarbeiter. Je höher sie ist, desto stärker sind Zulieferer in der Wertschöpfung integriert. Je höher der Teil der Wertschöpfung, der bei Zulieferern zugekauft wird, desto weniger Risiko trägt der Hersteller bei einem Nachfragerückgang selbst. Für jede der drei Kategorien bekommt der Hersteller maximal 6 Punkte, insgesamt höchstens also 18 Punkte. Quelle: dpa
Platz 6: Toyota Fahrzeugabsatz: 7.9 Milliarden Absatzwachstum 2009-2011: 1,7% Gewinnmarge 2011: 0,9% Gewinnmarge 2009-2011: 0,3%Fahrzeuge pro Mitarbeiter: 25 Toyotas Gewinne entwickeln sich weit schlechter als die der Konkurrenz. Mit einer Gewinnmarge von 0,3% zwischen 2009 und 2011 hat das Unternehmen den Anschluss an Ford, GM und VW verloren. Auch mit seiner Arbeitsproduktivität kann der einstige Vorzeige-Konzern nicht mehr punkten: 25 Fahrzeuge pro Mitarbeiter stellen die Japaner her. Noch weniger schaffen nur die Kollegen von Volkswagen. Für Toyota bleibt mit 5 von maximal 18 erreichbaren Punkten der letzte Platz im Ranking der Big Six. CAR-Center-Leiter Ferdinand Dudenhöffer: "Der Abstand von Toyota zur Spitzengruppe war 2011 am größten. Allerdings sollte man Toyota noch lange nicht abschreiben. Schon 2012 wird Toyota seinen Anschluss an die Spitzengruppe verkürzen." Quelle: CAR Center Automotive Research Quelle: REUTERS
Platz 5: FordFahrzeugabsatz 2011: 5,7 Millionen Absatzwachstum 2009-2011: 17% Ebit 2011: 6,3 Milliarden Euro Gewinnmarge 2011: 6,4 % Gewinnmarge 2009-2011: 4,5 %Fahrzeuge pro Mitarbeiter: 35 Punkten kann der amerikanische Hersteller mit seiner Gewinnentwicklung. "Ford zeigt eine bessere Profitabilität als die früheren Stars Toyota und GM". Das sei umso erstaunlicher, als Ford in der Absatzrangliste der Kleine unter den Big Six ist, urteilt Branchenexperte Dudenhöffer. "Auch der Vergleich mit dem Erzrivalen GM zeigt, dass Ford trotz geringerer Economies of Scale erheblich profitablere Fahrzeuge baut". Ford erreicht 9 von 18 Punkten in der Gesamtwertung und damit Platz 5. Quelle: dpa
Platz 4: Renault-NissanFahrzeugabsatz 2011: 7.4 Millionen Absatzwachstum 2009-2011: 30,4 Gewinnmarge 2011: 4,8 % Gewinnmarge 2009-2011: 3, 5% Fahrzeuge pro Mitarbeiter: 26 Renault-Nissan erreicht in allen drei Kategorien (Verkauf, Gewinn, Flexibilität) gute Werte. Im punkto Absatzentwicklung der letzten drei Jahre liegt der Konzern mit einem Wert von 30,4 Prozent zum Beispiel deutlich vor General Motors (20,4 Prozent). Dafür gibt es drei Mal drei Punkte - also insgesamt 9 von 18 möglichen. Quelle: REUTERS
Platz 2: General MotorsFahrzeugabsatz 2011: 9 Milliarden Absatzwachstum 2009-2011: 20,7% Gewinnmarge 2011: 05,5% Gewinnmarge 2009-2011: - 4,1Fahrzeuge pro Mitarbeiter: 44 Der US-Konzern punktet mit seinem gigantischen Fahrzeugabsatz und einer hohen Arbeitsproduktivität von 44 Fahrzeugen pro Mitarbeitern. Abzüge gibt aber beim Gewinn. Die Marge lag zwischen 2009 und 2011 bei minus 4,1 Prozent. GM erreicht 12 von maximal 18 Punkten und teilt sich damit Platz zwei mit... Quelle: dpa
Platz 2: VolkswagenFahrzeugverkauf 2011: 8,3 Milliarden Absatzentwicklung 2009 bis 2011: 32,5 % Ebit-Marge 2011: 11,9% Gewinmarge 2009-2011: 7,1% Fahrzeuge pro Mitarbeiter: 17Ein Absatzriese in der Volkswagen-Konzern und dazu noch ein hochprofitabler. Für die Kategorien Gewinnentwicklung und Verkauf bekommt VW fünf bzw. sechs Punkte. Für seine Arbeitsproduktivität dagegen nur einen Punkt. Nur 17 Fahrzeuge pro Mitarbeiter - das ist der schlechteste Wert unter den Big Six. Insgesamt erreicht VW 12 von 18 möglichen Punkten. Quelle: dpa
Platz 1: Hyundai-KiaFahrzeugverkauf 2011: 6,5 Milliarden Ebit-Marge 2011: 9,7% Gewinnmarge 2009-2011: 8,7% Fahrzeuge pro Mitarbeiter: 48 Der südkoreanische Autokonzern Hyundai-Kia ist weltweit weiter auf dem Vormarsch. Er überzeugt in den Bereichen Arbeitsproduktivität und Gewinn-Entwicklung. Dafür gibt es zweimal die Höchstpunktzahl. Im Verkauf liegen die Koreaner noch hinter VW und GM, doch das soll sich ändern. Nach einem Absatzrekord 2011 mit deutlich mehr als sechs Millionen verkauften Fahrzeugen will der fünftgrößte Autokonzern in diesem Jahr trotz globaler wirtschaftlicher Turbulenzen zum ersten Mal die Sieben-Millionen-Schwelle überschreiten. Hyundai erreicht 16 von 18 möglichen Punkten im Ranking des CAR-Center der Uni Duisburg-Essen. Platz eins für die Koreaner. Quelle: dpa

Das Geschäftsmodell, deutsches Automobil-Know-how einzukaufen und der eigenen Autosparte damit zu internationalen Markterfolgen zu verhelfen, hat Chery den cleveren Südkoreanern abgekupfert: Ulrich Bez, der Automanager, der bei BMW den legendären Z1 und als Porsche-Entwicklungsvorstand den letzten luftgekühlten 911er (Typ 993) verantwortet hatte, fing 1993 beim Mischkonzern Daewoo an, um für die Südkoreaner Autos zu entwickeln. Das Ziel war, Fahrzeuge zu bauen, die internationalen Maßstäben genügen sollten.

Mit Erfolg: Bez brachte Autos auf den Markt, die keine schlichten Kopien veralteter Opel-Modelle mehr waren. Seine neuen Modelle hießen Matiz, Nubira und Leganza, wurden von den italienischen Designschmieden
Italdesign und Idea eingekleidet und waren technisch kaum von japanischen Mittelklasse-Fahrzeugen zu unterscheiden. Heute gehört Daewoo zu General Motors und produziert Autos mit dem Markennamen Chevrolet.

Topmanager wechselten zu KIA

In Südkorea holte sich nicht nur Daewoo mit dem früheren Porsche-Vorstand Bez deutsche Entwicklungshilfe ins Haus. Nach ähnlichem Muster setzte zehn Jahre später auch die südkoreanische Automobilmarke Kia, die seit 1998 zu Hyundai gehört, zum internationalen Durchbruch an: Zunächst wechselte 2006 der frühere Leiter von Volkswagen of America, Len Hunt, zu Kia, kurz darauf Volkswagen-Chefdesigner Peter Schreyer, der bis dahin spektakulärste Schachzug einer asiatischen Automobilmarke.

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Schreyer verantwortete große Würfe im VW-Konzern, er kleidete den New Beetle und Golf IV ein, und auch das Design des Audi TT und A2 geht auf ihn zurück. Unter der Leitung des Deutschen entwickelt sich die international als Underdog gestartete Schwestermarke von Hyundai rasch zum Global Player. Peter Schreyer ist übrigens ein alter Weggefährte von Qoros-Chefdesigner Hildebrand. Die beiden teilten sich als Kommilitonen
des Royal College of Art in London eine gemeinsame Wohnung. Nun treffe man sich wieder regelmäßig auf der „Ostasien-Rennstrecke“, wie Hildebrand sagt, auf den Flugrouten von Frankfurt nach Shanghai und Seoul.

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