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Einkaufstour der Finanzinvestoren Die Firmenjäger stürzen sich auf den Mittelstand

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Auf der Suche nach neuen Branchen

Deshalb stürzen sich die Investoren nun auch auf Branchen, die lange nicht zu den klassischen Zielen gehörten. So haben sie in den vergangenen Jahren Bäckereien, Nachhilfeketten und Pflegeheime gekauft. Ende 2015 ging der Onlineshop KfZTeile24 an den Finanzinvestor EQT. Die Beteiligungsgesellschaft Sycamore stieg bei EMP Merchandising ein, einem Versand von Fanartikeln für Rock- und Heavy-Metal-Fans.

Da es an originären Zielen mangelt, kaufen sich die Investoren oft gegenseitig Unternehmen ab. Der Wursthüllenhersteller Kalle ist so schon beim dritten Eigentümer angekommen.

Das sind Deutschlands erfolgreichste Mittelständler
Platz 20: Schöck AGUmsatz im Geschäftsjahr 2013/2014: 119,0 Millionen Eurodurchschnittliches Umsatzwachstum von 2010 bis 2014: 14,1 Prozentdurchschnittliche Ertragsquote von 2010 bis 2014: 13,3 Prozentdurchschnittliches Ertragswachstum von 2010 bis 2014: 33,1 ProzentDie Unternehmensberatung Munich Strategy Group (MSG) hat die Mittelständler mit dem größten Wachstum bei Umsatz und Erträgen in den letzten fünf Jahren gekürt. Die Top 20 eröffnet die Schöck Aktiengesellschaft aus Baden-Baden, einem Spezialisten für Fertigbauteile zur Wärme- und Lärmdämmung für Tritte. Quelle: Munich Strategy Group: "TOP 100 Ranking des Mittelstands 2015 - Deutschlands Wachstums-und Ertragsstars" Für ihr jährliches Unternehmensranking hat die Unternehmensberatung MGS rund 3.500 Mittelständler mit Umsätzen von 15 bis 600 Millionen Euro analysiert, um daraus die wachstums- und ertragsstärksten Unternehmen herauszufiltern.Das Ranking ergibt sich aus einem Score, der sich aus durchschnittlicher Ertragsquote, durchschnittlichem Ertragswachstum und durchschnittlichem Umsatzwachstum im Zeitraum 2010 bis 2014 ergibt. Ertragsquote und -wachstum fließen mit je 25 Prozent in den Gesamtscore ein, das Umsatzwachstum wird mit 50 Prozent gewichtet. Quelle: Presse
Platz 19: HeinzmannUmsatz im Geschäftsjahr 2013/2014: 72,8 Millionen Eurodurchschnittliches Umsatzwachstum von 2010 bis 2014: 16,1 Prozentdurchschnittliche Ertragsquote von 2010 bis 2014: 10,8 Prozentdurchschnittliches Ertragswachstum von 2010 bis 2014: 36,1 ProzentHeinzmann baut, entwickelt und betreut Verbrennungsmotoren, Generatoren und Turbinen, die etwa in Lokomotiven und Schiffen eingesetzt werden.  Quelle: Screenshot
Platz 18: Vemag Maschinenbau GmbHUmsatz im Geschäftsjahr 2013/2014: 86,5 Millionen Eurodurchschnittliches Umsatzwachstum von 2010 bis 2014: 15,2 Prozentdurchschnittliche Ertragsquote von 2010 bis 2014: 12,6 Prozentdurchschnittliches Ertragswachstum von 2010 bis 2014: 33,1 ProzentDie Vemag Maschinenbau GmbH stellt Maschinen und Geräte für die Nahrungsmittelindustrie her. Dazu zählen Würstchenfüller und Teigportionierer. Einen Schwerpunkt bildet hier die Entwicklung eines Convenience Systems, das dem Anwender ein flexibles System zum Portionieren und Formen von Produkten bietet. Quelle: Presse
Platz 17: Wenglor Sensoric GmbHUmsatz im Geschäftsjahr 2013/2014: 55,9 Millionen Eurodurchschnittliches Umsatzwachstum von 2010 bis 2014: 15,8 Prozentdurchschnittliche Ertragsquote von 2010 bis 2014: 12,6 Prozentdurchschnittliches Ertragswachstum von 2010 bis 2014: 43,9 ProzentWenglor entwickelt, produziert und vertreibt seit 30 Jahren Produkte zur berührungslosen Objekterkennung. Das Produktspektrum umfasst Sensoren, Bildverarbeitungsprodukten, Barcode-Scanner und Sicherheitstechnik. Zu den Kunden zählen kleine und mittelständische Unternehmen wie auch internationale Industriekonzerne. Quelle: Presse
Platz 16: DeloUmsatz im Geschäftsjahr 2013/2014: 57,9 Millionen Eurodurchschnittliches Umsatzwachstum von 2010 bis 2014: 20,0 Prozentdurchschnittliche Ertragsquote von 2010 bis 2014: 15,4 Prozentdurchschnittliches Ertragswachstum von 2010 bis 2014: 21,7 ProzentDas Unternehmen aus Windach bei München ist mit Spezialklebstoffen erfolgreich. So hat Delo etwa ein Verfahren entwickelt, um RFID-Chips zu verkleben. Die elektrischen Signale werden dabei zuverlässig weitergeleitet. Quelle: Presse
Platz 15: HAZET-WERKUmsatz im Geschäftsjahr 2013/2014: 79,0 Millionen Eurodurchschnittliches Umsatzwachstum von 2010 bis 2014: 12,8 Prozentdurchschnittliche Ertragsquote von 2010 bis 2014: 13,0 Prozentdurchschnittliches Ertragswachstum von 2010 bis 2014: 178,6 ProzentDie Hazet-Werk Hermann Zerver GmbH & Co. KG ist ein deutscher Werkzeughersteller mit Sitz in Remscheid. Der Markenname Hazet steht verkürzt für die Anfangsbuchstaben Ha und Zett des Namens des Gründers Hermann Zerver.
Platz 14: Getriebebau NordUmsatz im Geschäftsjahr 2013/2014: 460,0 Millionen Eurodurchschnittliches Umsatzwachstum von 2010 bis 2014: 15,4 Prozentdurchschnittliche Ertragsquote von 2010 bis 2014: 11,6 Prozentdurchschnittliches Ertragswachstum von 2010 bis 2014: 80,2 ProzentDie Getriebebau Nord ist einer der größten Getriebemotoren-Hersteller der Welt. Das Unternehmen ist international für seine mechanische und elektronische Antriebstechnik bekannt. Quelle: Presse

Die Skepsis der Unternehmer zeigt sich auch daran, dass sie deutlich weniger Anlässe für den Einstieg eines Finanzinvestors sehen als diese selbst. So ergab eine aktuelle Befragung der Düsseldorfer Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft Baker Tilly Roelfs, dass jeweils nur ein Drittel der Unternehmen das Engagement eines Investors bei der Nachfolgesuche oder der Restrukturierung für sinnvoll hält. Bei den befragten Private-Equity-Gesellschaften waren es mehr als doppelt so viele. Und nur 16 Prozent der Mittelständler halten die Finanzierung von Wachstum für einen passenden Anlass, um sich mit einem Investor zusammenzutun. Andere – etwa die Glamour-Modekette Karl Lagerfeld – expandieren bewusst durch Geldgeber wie den britischen Finanzinvestor Apax.

Einstieg ist nur bei großen Umbrüchen im Unternehmen sinnvoll

Da es derzeit nur wenige Restrukturierungsfälle gibt, wollen sich Beteiligungshäuser als ideale Partner für den Geschäftsausbau empfehlen. „Durch Erfahrung und Netzwerk können wir ein wichtiger Sparringspartner sein“, sagt Marco Brockhaus, der als Gründer von Brockhaus Private Equity seit 15 Jahren Unternehmen finanziert. Allerdings ist dafür längst nicht jedes Unternehmen geeignet. „Die Suche nach Mittelständlern mit ausreichend Potenzial ist harte Arbeit“, sagt Brockhaus, der unter anderem den Aufstieg der Devisenplattform 360T und deren Fusion mit der Deutschen Börse begleitet hat.

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    „Der Einstieg eines Investors ist dann sinnvoll, wenn ein Unternehmen vor großen Umbrüchen steht, die es aus eigener Kraft schwer bewältigen kann“, sagt Henning Heuser von Baker Tilly Roelfs. Dazu zählen die Suche nach einem Nachfolger, die Expansion ins Ausland oder die Übernahme von Konkurrenten. Hier bringen Investoren nicht nur Kapital, sondern auch Erfahrung ein. Weniger revolutionäre Schritte können Unternehmen besser über aktuell historisch günstige Kredite finanzieren.

    Um zum Ziel zu kommen, geben sich Investoren heute weniger ruppig als vor der Finanzkrise, sie arbeiten sich tief in Geschäftsmodelle ein und sind oft bereit, nur Minderheitsanteile und nicht gleich das ganze Unternehmen zu übernehmen. Dann kann auch das bisherige Management an Bord bleiben. Zu Schmetterlingen werden die Heuschrecken deshalb nicht, aber übergroße Angst vor ihrer Gefräßigkeit müssen Mittelständler auch nicht haben.

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