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Globalisierung Brutale Konkurrenz in China

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Strukturelle Probleme in China

Patentanmeldungen in China
Chinesische Flagge Quelle: dpa
Sony-Gebäude Quelle: dpa
Amerikanische Flagge Quelle: dpa
Kia-Logo Quelle: Reuters
Ein Schild mit der Aufschrift "Patent" liegt auf mehreren Brokkoli Quelle: dpa
Produktionsband der Firma Heineken Quelle: Reuters
Eiffelturm

Mehr Kopfzerbrechen als die Konjunktur bereiten deutschen Unternehmen strukturelle Probleme. Seit Jahren schon klagen die Firmen über den Mangel an qualifiziertem Personal. Chinas Schulen und Universitäten bringen trotz teils weitreichender Reformen in den vergangenen Jahren viel zu wenige qualifizierte Absolventen hervor. „Vielen fehlt der Praxisbezug“, sagt Höhn. Außerdem mangelt es dem Nachwuchs an technischer Ausbildung und Fremdsprachenkenntnissen.

Steigende Arbeitskosten, die hohe Inflation und den Kostendruck durch chinesische Wettbewerber sehen deutsche Unternehmen in China derzeit als die größten
Hindernisse. Das ergibt eine aktuelle Umfrage der Münchner Beratungsgesellschaft EAC International Consulting. „Kaum Auswirkungen hat dagegen der aufwertende Yuan“, sagt Christina Stercken, Partnerin bei EAC. Grund: Deutschlands Unternehmen in China fertigen für den lokalen Markt und exportieren kaum.

Ungleichbehandlung durch Behörden

Schwierigkeiten bereitet deutschen Firmen die Politik der chinesischen Regierung, die die eigenen Firmen schützen und fördern will. „Für Unternehmen, die an öffentlichen Ausschreibungen teilnehmen, ist es nicht immer einfach“, sagt Daimler-China-CEO Ulrich Walker diplomatisch.

Jedes zweite deutsche Unternehmen klagt laut AHK-Umfrage über Ungleichbehandlung durch chinesische Behörden. Die verlangen im Gegenzug für Investitionsgenehmigungen immer unverblümter den Transfer von Technologie.

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Forschung nicht auf breiter Front nach China verlegen

Der Technologieriese Siemens etwa betreibt, auch auf Druck der Regierung hin, 16 Forschungs- und Entwicklungszentren in China. Bei einigen Projekten hat das Unternehmen, das im Geschäftsjahr 2011 seinen Umsatz in China um 16 Prozent auf fast 6,4 Milliarden Euro steigern konnte, die Blaupausen gleich mitgeliefert.

So sind die Chinesen heute auch dank des Knowhow-Transfers aus München in der Lage, Hochgeschwindigkeitszüge zu bauen. Um solch unfreiwilligem Technologietransfer vorzubeugen, warnt AHK-Geschäftsführerin Voß deutsche Firmen, die Forschung auf breiter Front nach China zu verlegen. „Die Anpassung der Produkte an den lokalen Markt ist sicherlich richtig“, so Voß, „aber wichtige Innovationen sollten außerhalb des Landes bleiben.“

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