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Industrie 4.0 So sieht der Arbeitsplatz der Zukunft aus

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Fehlende Standards in der Digitalisierung hemmen Unternehmen


In der Aus- und Weiterbildung der Arbeiter mag ein Schlüssel zum Erfolg der vierten industriellen Revolution liegen. Doch dafür müssen die Unternehmen bereits in entsprechende Anlagen und Maschinen investiert haben. Noch zögern aber viele.

Oft fehlen den Vorstandsvorsitzenden und Geschäftsführern die Standards für die Kommunikation und Kompatibilität zwischen den Maschinen. Verschiedene Arbeitsgruppen der Plattform Industrie 4.0 oder der Zukunftsallianz Maschinenbau erarbeiten diese derzeit. Verbindliche Beschlüsse fehlen allerdings bislang.

Umsatzanteile im Maschinenbau nach Ländern

Johann Soder dauert das zu lange. „Wir warten nicht auf Software-Standards“, sagt er. „Wir haben unser eigenes System entwickelt. Denn entschieden wird der Erfolg von Industrie 4.0 in der Software.“ Darin und der damit verbundenen IT sieht Soder bei der Fabrik-Umstellung die größte Herausforderung. Denn viele Unternehmen, sein eigenes eingeschlossen, müssen sich von jahrelang etablierten Systemen verabschieden. „Für eine modulare und anpassungsfähige Fabrik muss sich die IT neu erfinden“, sagt er. „Dezentral gesteuerte Produktionseinheiten brauchen auch eine dezentrale und eigenständige IT.“ Diese müsse aber auch „ohne Heerscharen von Spezialisten“ zu steuern sein.

Software, die die Fabrik erobert – für manchen Manager klingt das nach dem Computer Integrated Manufacturing, das in den Achtzigerjahren als die Zukunft gepriesen wurde. Doch nicht wenige Unternehmen rüsteten nach kurzer Zeit wieder zurück. Die Abläufe waren zu komplex, in der Praxis gab es Probleme – und die Produktivität litt. „Heute können wir das, weil wir unsere Hausaufgaben gemacht haben“, sagt Soder.

Das ist auch ausländischer Konkurrenz nicht entgangen. Der Fortschritt deutscher Unternehmen wird genau beobachtet. Von den über 215.000 Besuchern auf der Hannover Messe im April kamen 65.000 aus dem Ausland. „Wir hatten in diesem Jahr über 7000 Besucher aus China zu Gast, die sich über moderne Fabrik- und Energietechnik informieren wollten“, sagt Jochen Köckler, Vorstandsmitglied der Deutschen Messe AG. „China möchte stärker in moderne Produktion investieren. Steigende Löhne werden auch dort zu einem höheren Automatisierungsgrad führen – wovon deutsche Unternehmen profitieren können.“

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