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Zivile Drohnen Wie Flugroboter den Himmel erobern

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Selbstständige Drohnen erwünscht

Die durch eine Drohne gefertigte Luftbildaufnahme zeigt die durch ein Feuer völlig zerstörte Kirche in Walldorf Quelle: dpa

Das sind Fähigkeiten, die auch Militär und Geheimdienste interessieren. Noch sind die meisten Drohnen kaum mehr als willige Erfüllungsgehilfen, die von Piloten am Boden aus sicherer Entfernung gelenkt werden. In Zukunft aber sollen auch militärische Drohnen ohne menschliches Zutun agieren – und dabei dank bislang unerreichter Tarnung völlig unerkannt bleiben.

Daran arbeiten Forscher der amerikanischen Luftwaffe im sogenannten Mikro-Vogelhaus auf der Luftwaffenbasis Wright-Patterson im US-Bundesstaat Ohio. Sie entwickeln winzige Drohnen, die Vorbildern aus der Natur täuschend ähnlich sehen, darunter Libellen, Fledermäuse und sogar Roboterfalken, die den Flügelschlag echter Vögel nachahmen können.

Mit dem Modell Hummingbird hat der Drohnenhersteller Aerovironment 2011 bereits einen künstlichen Kolibri vorgestellt, der acht Minuten auf der Stelle schweben kann und sich dabei auch nicht einmal von Windböen vom Kurs abbringen lässt.

Während künstliche Vögel auf Stromleitungen oder Fensterbrettern sitzen, könnten sie Zielpersonen überwachen und deren Gespräche mitschneiden. Das aber erfordert, dass sich die Mikrodrohnen ohne Hilfe menschlicher Piloten auch in verwinkelten Städten orientieren können.

Orientierung an echten Tieren

Dafür versuchen Wissenschaftler der Universität Washington, das Schwarmverhalten von Tieren zu verstehen. In einem von der US-Marine finanzierten Multi-Millionen-Dollar-Projekt bilden die Forscher das Verhalten von Vögeln, Fledermäusen und Insekten mit mathematischen Modellen nach und versuchen, die Erkenntnisse auf ihre Drohnen zu übertragen.

Denn auch die unbemannten Flugobjekte müssen Strommasten oder Gebäuden automatisch ausweichen können – sollen aber trotzdem in ihrer Formation bleiben.

Vielen Mikrodrohnen fehlt diese Fähigkeit – noch. Ohne menschliche Hilfe fallen sie oft Kollisionen zum Opfer. „Wir versuchen, die Drohnen bei der Navigation durch zerklüftete oder dunkle Umgebungen effektiver zu machen“, sagt Schwarmforscherin Kristi Morgansen von der Universität Washington. In einem früheren Projekt entwarf sie bereits autonome Roboterfische, die in Schwärmen die Tiefsee erkunden.

Denn was in der Luft funktioniert, ist unter Wasser nicht minder hilfreich: Anders als Tauchroboter müssen die autonomen Maschinen nicht mehr von der Wasseroberfläche aus gesteuert werden. Sie können das Meer eigenständig auskundschaften und dabei unter anderem fremde Marinebasen aufspüren, den Zustand von Pipelines oder Ölbohrinseln kontrollieren oder Kommunikationsleitungen inspizieren.

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