ifM Studie Mittelstand Sind Mitarbeiter innovativer als ihre Chefs?

Eine neue Studie rühmt die Internationalität und Innovationskraft des deutschen Mittelstands. Und warnt zugleich vor der Überschätzung ihrer Chefs.

Die 30 Besten des deutschen Mittelstands
Produktion bei Ensinger Quelle: Presse
Sennheiser Produktion Quelle: Presse
Screenshot der Adva-Internetseite Quelle: Screenshot
Schiffsschraube Quelle: PR
Das Pfeiffer Vacuum Firmengebäude Quelle: Pfeiffer Vacuum Pressebild
Frank Blase, der Geschäftsführer von igus. Quelle: Presse
Armaturen in der Fertigung von Hansgrohe Quelle: REUTERS

In Deutschland steigt die Zahl der Mittelständler, die ihren Fokus auf das Auslandsgeschäft legen, so das Bonner Institut für Mittelstandsforschung. 80 Prozent der Unternehmen machen dort längst einen Großteil ihres Umsatzes, in den kommenden Jahren planen ebenso viele Betriebe, dieses Geschäft noch auszubauen. Zugleich empfinden sich rund 70 Prozent der befragten Führungskräfte im Produktbereich als innovativ oder gar hoch innovativ. Zu diesem Ergebnis kommt die jetzt veröffentlichte Umfrage aus dem Frühjahr 2015 unter 4000 mittelständischen Chefs mit einem Umsatz zwischen 20 Millionen und einer Milliarde Euro jährlich.

Klingt alles wie aus dem Lehrbuch guter Unternehmer, hat aber zwei Schönheitsfehler: Zum einen hat sich die Weltwirtschaftslage in den vergangenen Monaten signifikant verschlechtert. Das müssen die deutschen Unternehmer ausbaden, das haben sie nicht zu verantworten. Zum anderen aber liegt in Deutschland womöglich noch großes Potential im Bereich Forschung und Entwicklung  darnieder. Und das wäre ein hausgemachtes Problem.

Die zehn besten deutschen Mittelständler

Das Bonner Institut kommt auf Basis seiner Zahlen zu dem nicht überraschenden Schluss, dass zwischen dem Eintritt in internationale Märkte und der Innovationsfähigkeit von Unternehmen ein Zusammenhang bestehe. Zumal die befragten Mittelständler zumeist aus dem eigenen Unternehmen heraus Neuerungs-und Verbesserungsprozesse vorantrieben.

Drei von vier befragten Führungskräften gaben an in der Studie „Triebwerk des Erfolgs“ an, in den vergangenen zwei Jahren neue Produkte als Ergebnis ihrer Innovationsanstrengungen auf den Markt gebracht zu haben. Ebenso viele verbesserten ihre Produkte nach eigener Aussage deutlich.

Doch Friederike Welter, Präsidentin des Instituts für Mittelstandsforschung, warnt. Der Fokus dürfe nicht allein auf die Innovationen gerichtet werden, die zu konkreten Patenten oder völlig neuen Produkten und Prozessen führen. Sie sagt: „In sieben von zehn Unternehmen wurden neue Dienstleistungen generiert, zwei von drei führten neue Prozesse und Verfahren ein oder entwickelten vorhandene weiter.“

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Für Innovationsprozesse aller Art erklärten die meisten Mittelständler ihre Mitarbeiter zum wichtigsten Faktor. Die Wissenschaftlerin Welter aber weist darauf hin: „Je höher die Produktivität eines Unternehmens ist, desto häufiger geht der Innovationsprozess von den Mitarbeitern ohne Führungsverantwortung aus.“ Das sei ein weiterer Grund sich beim Thema Fachkräftemangel Sorgen zu machen.

Und noch ein Aspekt sei wichtig für erfolgreiche Unternehmen: Diversity Management. Nicht nur weil es sich generell positiv auf die Produktivität, das Unternehmensimage und die Mitarbeiterzufriedenheit auswirke. Laut der Studie sei die Förderung der Vielfalt auffällig häufig bei solchen Mittelständlern zu finden, die jährlich ein Umsatzwachstum von mindestens zehn Prozent erzielten.

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