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Insolventer Leuchtenhersteller Nordeon kauft Hess

Neustart nach Bilanz-Skandal: Der junge niederländische Lichtspezialist Nordeon übernimmt den Schwarzwälder Leuchtenhersteller Hess.

Das Firmengebäude des Leuchtenherstellers Hess in Villingen-Schwenningen. Das Unternehmen wird von Nordeon übernommen. Quelle: dpa

Der Schwarzwälder Leuchtenhersteller Hess bekommt neue Eigentümer. Der niederländische Lichtspezialist Nordeon übernimmt das Unternehmen zum 1. Oktober. Das teilte Insolvenzverwalter Volker Grub am Freitag auf einer Pressekonferenz in Villingen-Schwenningen mit. Nordeon kaufe alle Vermögenswerte, die zur Fortführung des Geschäfts notwendig sind. Von der insolventen Hess AG bleibt damit nur noch eine Hülle zurück – und ein Haufen Schulden.

„Durch den Erwerb stärken wir unseren Außenbeleuchtungsbereich“, sagte Nordeon-Chef Pierre van Lamsweerde. Hess-Vorstand Andreas Budde sprach von einer „idealen Lösung“, die einerseits die Arbeitsplätze und andererseits eine langfristige Fortführung des Unternehmens sichere.

Die Chronologie des Hess-Skandals

Nordeon hatte im März bereits die Hess-Tochter Vulkan mit Sitz in Hannover übernommen. Das junge Unternehmen ist aus dem früheren niedersächsischen Philips-Standort Springe hervorgegangen und beschäftigt nach eigenen Angaben rund 400 Mitarbeiter. Für Hess arbeiten rund 180 Menschen.

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Die Hess AG hat im Februar Insolvenz angemeldet, vier Monate nach dem das Unternehmen an die Börse gegangen war. Kurz zuvor hatte der Leuchtenhersteller seine beiden Vorstände Christoph Hess und Peter Ziegler wegen des Verdachts auf Bilanzfälschung fristlos vor die Tür gesetzt.

Nach einem internen Gutachten sollen die Ex-Manager Umsätze um insgesamt 24 Millionen Euro und Jahresüberschüsse um insgesamt 14 Millionen Euro zu hoch ausgewiesen haben. Ende Juli hat die Staatsanwaltschaft Mannheim Hess und Ziegler wegen Verdunklungs- und Fluchtgefahr festnehmen lassen.

Sie wirft den früheren Vorständen neben Bilanzfälschung noch Betrug und Untreue vor. Beide sind inzwischen gegen Auflagen wieder auf freiem Fuß und bestreiten die Vorwürfe.

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