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Japaner kaufen Badausrüster Lixil übernimmt Grohe für drei Milliarden Euro

Der Börsengang von Grohe ist wohl vom Tisch: Der asiatische Konkurrent Lixil will den Badezimmer-Ausrüster für rund drei Milliarden Euro übernehmen. Details sollen im Laufe des Tages bekanntgegeben werden.

Eine Mitarbeiterin des Armaturen-Herstellers Grohe kontrolliert den Hebel eines Einhandmischers. Der japanische Lixil-Konzern will Grohe übernehmen. Quelle: dpa

Europas größter Badezimmer-Ausrüster Grohe soll japanisch werden. Der asiatische Konkurrent Lixil einigte sich mit den Eigentümern von Grohe grundsätzlich auf einen Kaufvertrag, wie Lixil-Chef Yoshiaki Fujimori am Donnerstag in Tokio erklärte. Demnach wollen die Japaner rund drei Milliarden Euro für den Badezimmer-Ausrüster aus dem Sauerland bezahlen. Die Details des Kaufvertrags sollten noch im Tagesverlauf bekanntgegeben werden. Von Grohe war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Mit dem Deal dürfte ein Börsengang von Grohe vom Tisch sein. Die bisherigen Eigentümer, die Finanzinvestoren TPG Capital und Credit Suisse, hatten zuletzt eine Doppel-Strategie verfolgt und dabei auch einen IPO ins Spiel gebracht. Mit dem Vorantreiben der Börsenpläne wollten die Eigner den Druck auf Lixil erhöhen, mehr Geld auf den Tisch zu legen.

Die Geschichte von Grohe

Der Poker ging aber offenbar nur begrenzt auf. So hatten die Japaner Finanzkreisen zufolge zuletzt rund drei Milliarden Euro geboten, die Eigentümer hatten ursprünglich auf bis zu vier Milliarden Euro gehofft. Der Verkauf an einen Wettbewerber hat für die Finanzinvestoren den Charme, das Unternehmen auf einen Schlag loszuwerden.

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Bei einem Börsengang würden TPG und die Private-Equity-Sparte von Credit Suisse nur einen Teil ihrer Anteile verkaufen. Damit gingen sie das Risiko ein, lange auf einen guten Zeitpunkt für die Veräußerung der restlichen Anteile warten zu müssen.

TPG und Credit Suisse hatten 2004 für Grohe 1,5 Milliarden Euro bezahlt. Ihre Umstrukturierungsmaßnahmen lösten wenig später die "Heuschreckendebatte" um die Rolle von Finanzinvestoren in der deutschen Wirtschaft aus. Heute gilt Grohe allerdings als ein Musterbeispiel für einen gelungenen Konzernumbau unter Führung von Finanzinvestoren.

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