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Kampf gegen Korruption Diese Fehler machen Mittelständler

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Compliance wird zum Wettbewerbsvorteil

Das Bild prägt die Vorstellung vieler mittelständischer Geschäftsführer und Eigentümer. Sie schrecken schon deshalb davor zurück, selbst ein Compliance-System zu entwickeln, weil sie den Aufwand dafür maßlos überschätzen. Dabei reicht mitunter schon ein Teilzeitjob. Meist sind es dann die Hausjuristen, die interne Revision oder auch die Geschäftsführer, die sich um die Regeltreue kümmern.

Eine Faustregel, wie viele Compliance-Mitarbeiter nötig sind, gibt es nicht. „Das hängt auch von dem individuellen Risiko ab, also davon, in welcher Branche ein Unternehmen tätig ist, in welchen Ländern, oder ob es von öffentlichen Aufträgen abhängig ist“, sagt Schwager von The AuditFactory, der Mittelständler berät. Die Einführung eines Compliance-Systems koste ein Unternehmen mit 200 bis 300 Mitarbeitern zwischen 100.000 und 250.000 Euro, sagt er. Die laufenden Kosten sind deutlich günstiger. „Mein kleinster Mandant hat 130 Mitarbeiter“, sagt Schwager. Bei ihm lägen die Kosten bei knapp 40.000 Euro im Jahr.

Existenzbedrohend

Ein Skandal dagegen kann ein Unternehmen Millionen kosten– oder gleich die Existenz. Für Korruption können Richter Bußgelder von bis zu zehn Millionen Euro verhängen. Und Justizminister Heiko Maß will noch höhere Strafen: „Es muss höhere und wirksame Sanktionen geben“, sagte er kürzlich. Wie in Kartellfällen könnten sich dann die Bußgelder zukünftig am Umsatz des Unternehmens orientieren.

Auch die Strafen des Bundeskartellamts haben schon Unternehmen in die Insolvenz geführt, wie etwa den Feuerwehrautobauer Ziegler. Das Unternehmen aus dem schwäbischen Gingen hatte Schwierigkeiten, eine Kartellstrafe von acht Millionen Euro aufzutreiben. Gleichzeitig brachen die Aufträge weg, das Unternehmen stand vor dem Aus. Erst nach zwei Jahren fand der Insolvenzverwalter mit der chinesischen CIMC Gruppe einen neuen Käufer für das Traditionsunternehmen.

In manchen Fällen reichen schon Ermittlungen, um das Ende eines Unternehmens einzuleiten. So im Fall des Bautechnikkonzerns Imtech: Mehrere Staatsanwälte ermittelten gegen das Unternehmen, wegen Verdachts auf unerlaubte Absprachen, Korruption und Betrug. Ein rechtkräftiges Urteil gibt es noch nicht. Doch die zweifelhafte Firmenkultur führte das Unternehmen in die Insolvenz.

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