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Kampf im Reich der Mitte Geschenke sollen chinesische Fachkräfte binden

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Die Suche nach Fachkräften

Die größten deutschen Arbeitgeber in China
Knorr-Bremse Quelle: Screenshot
Heraeus Quelle: Foto: Heraeus
Henkel Quelle: Pressebild
Evonik Quelle: Pressebild
Bertelsmann Quelle: dapd
Schenker Quelle: dapd
Freudenberg Quelle: Pressebild

Wie aber finden deutsche Mittelständler passende Fach- oder Führungskräfte? Die meisten Unternehmen sind in China unbekannt. „Gut ausgebildete junge Leute gehen lieber zu Konzernen mit bekannten Namen“, sagt Martin Tjan, der als Geschäftsführer der Shanghaier Personalberatung Eunacon chinesische Führungskräfte für Mittelständler sucht. „Beim Employer-Branding haben die oft großen Nachholbedarf“, sagt er: Auf Messen und im Netz präsentierten sich kleinere ausländische Unternehmen relativ schwach.

Um als Arbeitgeber zur begehrten Marke zu werden, sind Auftritte auf Karriereforen und Jobmessen an chinesischen Universitäten wichtig. Ein Beispiel ist die „Sino-German Job Fair“ der Auslandshandelskammer, die regelmäßig in Peking und Shanghai stattfindet. Die AHK betreibt auch die wichtigste Online-Jobplattform für deutsche Unternehmen. Weitere nützliche Web-Portale sind zhaopin.com oder chinaHR.com, die vor allem für berufserfahrene Kandidaten interessant sind.

Endziel Lebensqualität

Zudem können Unternehmen mit Lehrstühlen chinesischer Unis kooperieren, um Werkstudenten zu gewinnen. Oder sie vergeben Stipendien in der Hoffnung, dass die geförderten Studenten nach dem Abschluss bei ihnen anfangen. Personalexpertin Fargel rät Mittelständlern zudem, sich für die Markenbildung ihre hohe Spezialisierung zunutze zu machen: „Sie müssen mit einem Alleinstellungsmerkmal punkten“, rät sie: Werbung machen mit einer Position als Weltmarktführer in einem spezialisierten Bereich oder einem technischen Vorsprung etwa im Maschinenbau.

So köderte das Bauunternehmen Max Bögl einen Fachmann mit der Verantwortung für ein spannendes Großprojekt. Die Oberpfälzer boten dem Ingenieur Tao Liu nach seinem Studium in Deutschland an, den 25 Milliarden Euro teuren Bau der Schnellzugstrecke zwischen Peking und Shanghai mit zu koordinieren. Liu reiste von Bauabschnitt zu Bauabschnitt, um den Arbeitern das Projekt zu erklären.

In Arbeit
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Doch was ihn anfangs reizte, hat ihn unglücklich gemacht. Durch die ständigen Reisen war er zu lange von seiner Familie in der Heimatstadt Qingdao im Osten Chinas getrennt. „Ein Jobwechsel muss meine Lebensqualität erhöhen. Geld genug hatte ich, also wünschte ich mir mehr Freizeit“, sagt er. Der Ingenieur steht für eine neue Generation chinesischer Top-Leute: Neben finanzieller Sicherheit und Zusatzleistungen erwarten sie auch mehr Freiheit.

Inzwischen arbeitet Liu in Qingdao bei Halfen, einem Betontechnikunternehmen aus dem nordrhein-westfälischen Langenfeld. Er könne dort gutes Geld verdienen und „seine Arbeit bewältigen“, wie er sagt. In die engere Wahl kam Halfen jedoch nur, weil es die Grundbedingung erfüllte, von der Liu heute nicht mehr abweichen würde: Er ist bei seiner Familie.

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