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Karabag Elektroauto-Pionier bleibt auf der Strecke

Niemand in Deutschland baut so viele Elektroautos wie Sirri Karabag. Doch das Geschäftsmodell des Gründers ist in Gefahr.

Sirri Karabag Quelle: PR

Sirri Karabag liebt krasse Vergleiche. „Wenn Sie wollen, können Sie damit einen Ferrari abhängen“, sagt der 46-Jährige, während er am Steuer seines Fiat 500 auf die grüne Ampel wartet. Unter der Haube des kleinen Italieners schnurrt ein Elektromotor mit gerade mal 38 PS, Karabag hat ihn selbst zum Stromer umgebaut. Die Ampel springt auf Grün, der Winzling rollt leise los.

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Ferrari ist kein Gegner für den Sohn einer Deutschen und eines türkischen Gastarbeiters. Er hat Größeres vor, will bei der Elektromobilität vorne mitmischen. 2010 verkaufte er mehr Elektroautos als der Volkswagen-Konzern, Daimler und BMW zusammen. Marktanteil: 50 Prozent. Karabag ist Gründer und geschäftsführender Gesellschafter einer Firmengruppe mit 100 Mitarbeitern und 30 Millionen Euro Jahresumsatz. Nach Realschule, kaufmännischer Lehre, Fachabitur am Wirtschaftsgymnasium, Militärdienst und diversen Jobs fing er 1987 bei einem Fiat-Händler in Hamburg als Verkäufer an. Sechs Jahre später machte er sich mit einem Fiat-Nutzfahrzeughandel selbstständig. „Wenn ich jetzt morgens beim Rasieren eine Idee habe, kann ich sie umsetzen“, sagt Karabag.

Kampf gegen die Konzerne

Zur Elektromobilität kam er, als Fiat ihn 2008 bat, in einem Modellprojekt gemeinsam mit der italienischen Firma Micro-Vett kleine 500er zu Elektroautos umzubauen. Die verkauften sich blendend. Als das Projekt auslief, machte Karabag auf eigene Faust weiter. 2010 verkaufte er 273 Autos, das waren 50 Prozent der 541 Elektroautos, die laut Kraftfahrtbundesamt neu zugelassen wurden.

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Um im Kampf gegen die Konzerne nicht unterzugehen, setzt Karabag auf Kooperationen. Zusammen mit dem schwäbischen Autozulieferer Eberspächer entwickelte er eine Bioethanol-Heizung – sie saugt im Winter nicht die Batterie leer. Die Batterien bezieht Karabag von Dow-Kokam, einem Joint Venture des US-Chemiekonzerns Dow Chemical, der französischen Industriegruppe Dassault und einem US-Finanzinvestor. Da Karabag alleine nicht genügend Autos umrüsten kann, übernimmt inzwischen das baden-württembergische Logistikunternehmen Mosolf einen Großteil der Umrüstungen.

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