Kochen am Designerherd: Deutsche wollen Luxus-Küchen
Kronleuchter, Glas und gläzende Fronten: SieMatic betont bei diesem Vorführmodell aus dem Showroom in New York auf das Zusammenspiel von verschiedenen Materialien.
Foto: Siematic
Drei kleine Kronleuchter hängen über der weiß glänzenden Kochinsel. Ihr Licht spiegelt sich in der dreitürigen Glasvitrine an der Wand gegenüber. Daneben überdeckt eine breite Dunsthaube aus Edelstahl die metallisch-glänzende Kochwand mit dem breiten Gasherd. Der Rest der Küche verschwindet mitsamt des Kühlschranks kaum auffindbar hinter einem Schrankfront aus glänzendem Nussbaumholz an der linken Wand.
So sieht laut SieMatic die Küche mit Stil aus. Im neueröffneten New Yorker Showroom zelebriert der Küchenhersteller aus dem ostwestfälischen Löhne die Verschmelzung von Küche und Wohnraum.
Mein Haus, mein Auto, meine Kochinsel: Die Küche ist das liebste Statussymbol der Deutschen, so das Ergebnis einer Umfrage im Auftrag des Küchengeräte-Herstellers Siemens. 57 Prozent der Befragten sagten, ihnen sei eine tolle Küche wichtiger als andere Güter. Das Auto kommt auf gerade einmal 29 Prozent.
Umsatzrekord in der Küchen-Branche
Davon profitieren insbesondere auch die deutschen Hersteller. Die Branche ist ein seltenes Juwel: Über 90 Prozent der im Fachhandel gekauften deutschen Küchen stammen nach Branchenangaben auch von deutschen Unternehmen. Und die Deutschen kaufen immerhin 1,2 Millionen Küchen im Jahr; von Herstellern wie Nobilia, von Alno, Häcker oder Nolte. Rund 30.000 Mitarbeiter hat die Branche hierzulande.
Und sie schreibt Rekordzahlen: 2013 lag der Umsatz der deutschen Küchenindustrie zum ersten Mal über zehn Milliarden Euro.
Der Küchenhersteller Schüller setzt auf wuchtige Holzschränke aus Alt-Eiche und geradlinige Fronten aus mattem Glas in Indigoblau.
Foto: PRKüchengeräte und Vorräte verschwinden bei Schüller hinter großen Holz-Türen - die Schränke erinnern damit immer mehr an Wohnwände, als an Küchenregale.
Foto: PRDiese Küche hat Poggenpohl zusammen mit dem Design-Team von Porsche gebaut. Auftrag: Eine Küche für den Mann.
Foto: PRKronleuchter, Glas und gläzende Fronten: SieMatic betont bei diesem Vorführmodell aus dem Showroom in New York auf das Zusammenspiel von verschiedenen Materialien.
Foto: SiematicDie Amerikaner mögen es klassisch: Weiße Fronten, kleine Griffe und Schränke mit Konturen sind dort noch immer sehr beliebt, sagt SieMatic-Marketingexperte Jörg Overlack. Auch dieses Modell ist Bestandteil des Showrooms in New York.
Foto: SiematicAuch Deutschlands größter Küchenhersteller Nobilia löst die Trennung zwischen Küche und Wohnzimmer auf: Hier befindet sich der Herd fast direkt neben dem Fernseher.
Foto: PRAuch Fronten in auffallenden Farben bietet Nobilia an.
Foto: PREin weiterer Zukunftstrend: Die vernetzte Küche. Hier präsentiert Siemens auf einer Möbelmesse seinen vernetzten Kühlschrank. Das iPad gibt einen Überblick über die Vorräte im Kühlschrank - und könnte theoretisch auch direkt Eier und Milch nachbestellen. Wird die Küche bald vollständig vernetzt sein? Nein, denken Premium-Hersteller wie Bulthaup und SieMatic. „Die Küche ist ein zutiefst analoger Ort", sagt Bulthaup-Geschäftsführer Marco Eckert. Hier gehe es darum, frische Zutaten zu erleben und damit selbst etwas neues zu kreiren, sagt er.
Foto: PR
Die wachsende Liebe der Deutschen zur Küche hat Gründe: Die Kochstelle ist längst nicht mehr nur ein vom Rest der Wohnung isolierte Raum, in dem zurückgezogen die Hausfrau werkelt. Dank offener Architektur und Wohn-Küche nach amerikanischem Vorbild gilt die Küche mittlerweile wieder als Kommunikationszentrum im Haus.
Kochen ist angesagt
Auch das Kochen hat einen Imagewechsel erfahren: In einer Zeit, in der Sterne-Köche auf allen Fernsehsendern ihre neusten Kreationen präsentieren, gilt Kochen als Kunst. Und das gilt nicht nur für Europa - auch in Amerika und Asien gehören Koch- und Genusssendungen zum festen Bestandteil des TV-Programms. Heute ist Kochen kein notwendiges Übel mehr, sondern ein leidenschaftlich zelebriertes Hobby.
Entsprechend musste sich auch das Bild der Küche ändern: Keine triste Hausfrauen-Werkbank soll die Küche mehr sein, in der nur die kurzen Wege zählen - was in der Praxis oft dazu führt, dass es kaum Platz genug gibt, um sich zu drehen. Stattdessen praktiziert der Meister an der Pfanne heute an einer Kochinsel in Mitten des Raumes, seinem Publikum und Gästen zugewandt.
Schubladen zum Anstupsen
Abgesehen von der zentralen Kochinsel reduziert sich die Optik der Küche auf ein Minimum: Statt in auffälligen Hängeschränken staut sich das Geschirr in Vitrinen oder verschwindet ganz hinter Sideboard-Wänden.
"Die Landhausküche früherer Jahre mit vielfach profilierten Fronten ist out", sagt Jürgen Weyrich, der bei dem Marktforschungsinstitut GfK die Handelsdaten für die Branche erhebt. Grifflose Küchen - bei denen sich die Schubladen nur durch Anstubsen öffnen - lägen hingegen im Trend.
Bei der Farbgestaltung bleiben die Küchenmöbel weiter zurückhaltend und gedeckt. „Rund 70 Prozent der Küchen, die wir verkaufen, sind immer noch weiß“, sagt Manfred Junker, Designer beim Edelküchenhersteller Poggenpohl.
Die Schränke ähneln immer mehr dem klassischen Wohnzimmerschrank: Viele Hersteller bieten mittlerweile auch gleich Wohnzimmer-Schränke zum Küchenmobiliar an.
Rang 30: Escada (15)*
Escada erwirtschaftet nach Jahren der Krise wieder einen positiven Cashflow. 2009 hatte Megha Mittal, die Schwiegertochter des indischen Stahlmagnaten Lakshmi Mittal, das Münchner Modehaus aus der Insolvenz herausgekauft. Heute setzen Escadas Designer unter anderem auf kräftige Farben, große Blumenaufdrucke und Metalltöne. Kritiker loben die Stücke als prächtig und stylisch. Das Modehaus konzentriert sich zurzeit vor allem auf die Märkte USA, Deutschland, Spanien, Russland, Japan und China.
Deutscher Luxusmarkenindex (max. 300): 116 (144)*
Trend seit 2011: ⇘ **
* in Klammern: 2011
** Trendanzeige ab 5 Punkten
Der Luxusmarkenindex basiert auf einer Befragung von 163 Branchenexperten zu den drei Kriterien relativer Preisabstand des Luxusmarkenanbieters zu einem Mainstream-Markenanbieter, absolute Preishöhe und Anziehungskraft einer Marke
Quelle: Biesalski & Company und Brand Networks
Foto: dpaRang 29: Hotel Adlon (25)
1907 eröffnete das Hotel Adlon am Berliner Boulevard Unter den Linden und beherbergte im Laufe der Jahre viele berühmte Gäste, darunter Thomas Alva Edison, Henry Ford, John D. Rockefeller, Walther Rathenau, Gustav Stresemann und Aristide Briand. Durch die schlechte Finanzlage seines Investors, der Fundus-Gruppe, geriet das Hotel zuletzt oft in die Schlagzeilen. Laut einer Schätzung der Ratingagentur Moody’s sollte das Hotel am Brandenburger Tor im Vorjahr nur noch 182 Millionen Euro wert sein.
Deutscher Luxusmarkenindex (max. 300): 117 (121)
Trend seit 2011: NEU
Foto: dpa/dpawebRang 28: Nymphenburg (-)
Die Porzellan Manufaktur Nymphenburg kooperiert schon seit Jahren mit namhaften Künstlern wie dem Niederländer Joep van Lieshout, dem Franzosen Saâdane Afif oder dem deutschen Schmuckdesigner Patrik Muff. Er lässt Schriftsteller Texte zu seinen Porzellanvasen schreiben und gibt der traditionsreichen bayerischen Marke so ein hippes Image. Zählt doch die klassische Sammeltasse nicht zu den angesagtesten Objekten bei der Generation Facebook.
Deutscher Luxusmarkenindex (max. 300): 118 (-)
Trend seit 2011: NEU
Foto: WirtschaftsWocheRang 27: Tobias Grau (-)
Betriebswirt und Designer Tobias Grau ist bekannt für seine Leuchten in Tropfenform. 1984 entwickelte er seine erste Leuchtenkollektion, 1992 baute er sie zusammen mit seiner Frau Franziska zu einer Leuchtenmarke aus. 150 Mitarbeiter beschäftigt Grau heute. Rund 95 Prozent der Fertigung erfolgt heute in Deutschland, die Endmontage in der Nähe von Hamburg.
Deutscher Luxusmarkenindex (max. 300): 119 (-)
Trend seit 2011: NEU
Foto: ScreenshotRang 26: Schloss Elmau (-)
Dietmar Müller-Elmau, Chef des Hotels Schloss Elmau in Oberbayern, wurde 1954 auf dem Schloss geboren und führt heute das Fünf-Sterne-Hotel. Neben seiner Lage ist es bekannt für seine renommierten klassischen Konzerte. Über 17 Millionen Euro Umsatz machte das Nobelhotel 2010.
Deutscher Luxusmarkenindex (max. 300): 120 (-)
Trend seit 2011: NEU
Foto: WirtschaftsWocheRang 25: Wempe (30)
Als der gelernte Uhrmacher Gerhard Diedrich Wilhelm Wempe am 5. Mai 1878 mit 21 Jahren und einem Startkapital von 80 Mark den Schritt in die Selbstständigkeit wagt, ahnt er noch nicht, dass er den Grundstein für ein internationales Uhren- und Juwelen-Imperium schafft. Heute zählt Wempe über 700 Mitarbeiter, unterhält 30 Niederlassungen und ist einer der größten und umsatzstärksten Händler von Luxusuhren und Schmuck in Europa.
Deutscher Luxusmarkenindex (max. 300): 125 (118)
Trend seit 2011: ⇗
Foto: Presse
Rang 24: Marktex (33)
Die Möbelmanufaktur aus Kronberg im Taunus ist das Reich von Ettore Palmiota. Er ist Inhaber und kreativer Kopf von Marktex. Typisch für die Schränke und Sideboards sind grafische Elemente wie gerade Linien, Quadrate und Andreaskreuz. Palmiota bevorzugt Pinienholz, gerne im Kontrast zu Nussbaum, aber auch Kirschholz und Eiche. Bei den Polsterstoffen dominieren Naturmaterialien wie Wolle und Leinen. Martex-Möbelhäuser gibt es in Berlin, Hamburg, Köln, Kronberg, Mannheim und München.
Deutscher Luxusmarkenindex (max. 300): 126 (114)
Trend seit 2011: ⇗
Foto: ScreenshotRang 23: Koch&Bergfeld (-)
Seit1829 fertigen die Bremer Silberschmiede Bestecke, Manschettenknöpfe und Geschenkartikel wie Geburtslöffel, Lupen, Bieröffner, Tranchierbesteck, Stollenmesser und Flaschenöffner. Derzeit sind 30 Mitarbeiter bei der Manufaktur beschäftigt - darunter Silberschmiede, Graveure und Werkzeugbauer. Jährlich verarbeitet Koch&Bergfeld eine Tonne Silber. Der Marktpreis dieser Menge liegt derzeit bei etwas 850.000 Euro. Etwa zwei Drittel des Umsatzes erwirtschaftet Neubauer in Deutschland.
Deutscher Luxusmarkenindex (max. 300): 128 (-)
Trend seit 2011: NEU
Foto: GemeinfreiRang 22: Occhio (-)
Die Designer Axel Meise und Christoph Kügler sind die kreativen Köpfe des Leuchtenherstellers Occhio (ital. "Auge"). Die ersten Skizzen für das modulare Leuchtensystem brachte Meise Mitte der 1990er Jahre zu Papier. Seit 1999 befindet sich die Firmenzentrale von Occhio am Wiener Platz in München Haidhausen. Hier steuert ein Team von 50 Mitarbeitern die Bereiche Design und Entwicklung, Marketing, Sales und Service.
Deutscher Luxusmarkenindex (max. 300): 129 (-)
Trend seit 2011: NEU
Foto: ScreenshotRang: 21: Dornbracht (27)
Dornbracht steht seit 1950 für die Herstellung hochwertiger Design-Armaturen und –Accessoires für Bad und Küche. Die Aloys F. Dornbracht GmbH & Co. KG wird in dritter Generation geführt. Hauptsitz ist Iserlohn.
Deutscher Luxusmarkenindex (max. 300): 130 (119)
Trend seit 2011: ⇗
Foto: PresseRang 20: Interlübke (20)
Die Brüder Hans und Leo Lübke gründeten 1937 eine "Spezialfabrik für polierte Schlafzimmer" heute arbeiten 245 Mitarbeiter für die Möbelhersteller mit Sitz in Rheda-Wiedenbrück. Mit Wohn- und Schlafzimmermöbeln machen die Ostwestfalen einen Umsatz von mehr als 30 Millionen Euro. Der Name Interlübke entstand 1963 als Kombination aus "Inter" für "Interieur" und dem Familiennamen. 2012 schlitterte Interlübke in die Insolvenz, konnte im Januar 2013 aber in Form einer übertragenen Sanierung wieder durchstarten.
Deutscher Luxusmarkenindex (max. 300): 136 (139)
Trend seit 2011: ⇒
Rang 19: Montblanc (18)
Der Hersteller hochwertiger Schreibgeräte hat sein Portfolio den vergangenen Jahren um Uhren, Lederwaren und Gürtel, Schmuck, Brillenkollektionen und sogar Düfte erweitert. So wurde das Unternehmen mit Stammsitz in Hamburg zu einer internationalen Luxusmarke mit Standorten in mehr als 70 Ländern. Gut 90 Prozent seines Umsatzes (672 Millionen Euro in 2011 erwirtschaftet Montblanc im Ausland, vor allem im asiatischen Raum. Seit 1993 gehört der Montblanc zur Schweizer Richemont-Gruppe.
Deutscher Luxusmarkenindex (max. 300): 142 (141) *
Trend seit 2011: ⇒
Rang 18: Robbe & Berking Silber (18)
Die Silbermanufaktur ist für ihr klassischen Bestecke aus 925-Sterlingsilber und Tafelaufsätze wie Schalen und Servierplatten bekannt. Seit 2009 werden auch Münzen und Barren aus Gold und Silber angeboten. Die Anfänge der Flensburger gehen bis auf das Jahr 1874 zurück. Das Unternehmen beschäftigt rund 170 Mitarbeiter und verarbeitet nach eigenen Angaben über 20 Tonnen Silber pro Jahr.
Deutscher Luxusmarkenindex (max. 300): 146 (141)
Trend seit 2011: ⇗
Rang 16: Wellendorff (22)
Wellendorff, der in vierter Familiengeneration geführte Schmuckhersteller aus dem Badischen Pforzheim, erobert gerade den japanischen Markt. Das Geschäft brummt seit Jahren, selbst während der Finanzkrise konnte das Unternehmen die Nachfrage kaum bedienen. Seine Spezialität sind farbige in sich verdrehte Ringe, simple Colliers kosten zwischen 4000 und 50000 Euro, mit Edelsteinen verzierte 200.000 bis 500.000 Euro. Das Unternehmen Wellendorff ist es auch, das die Metallarmbänder für den Glashütter Uhrenhersteller A. Lange & Söhne fertigt.
Deutscher Luxusmarkenindex (max. 300): 150 (133)
Trend seit 2011: ⇗
Foto: WirtschaftsWocheRang 17: Jil Sander (14)
Das Label geht auf die 1943 geborenen deutsche Modeschöpferin zurück. Der Name steht für elegante, zeitlose Schnitte mit klaren Linien. 1999 verkaufte Jil Sander ihre Anteile an die Prada-Gruppe, Prada verkaufte wiederum 2006 an die Beteiligungsgesellschaft Change Capital Partners (CCP). Doch auch diese Liaison hielt nicht lange. CCP verkaufte 2008 für 167 Millionen Euro an den japanischen Textilkonzern Onward. Aktuelle Umsatzzahlen sind nicht bekannt.
Deutscher Luxusmarkenindex (max. 300): 147 (151) *
Trend seit 2011: ⇒
Rang 15: Cor (13)
Im Herbst 1954 gründeten Leo Lübke im Namen seines Sohnes Helmut Lübke und Adolf Fürst zu Bentheim-Tecklenburg die "Fabrik zur Herstellung von Polstermöbeln". 1955 begann sie Polstermöbel zu fertigen. Unter dem Namen COR, lateinisch Herz. Denn drei Herzen zieren das Wappen des Mitbegründers. COR und Interlübke agieren als Schwesterfirmen. COR ist auf Sitz- und Polstermöbel spezialisiert, Interlübke stellt Schränke, Tische, Regale, Kommoden und Raumtrenner für Wohn- und Schlafzimmer her. Kreuzfahrer werden die COR--Möbeln von Schiffen wie der MS Europa 2 kennen.
Deutscher Luxusmarkenindex (max. 300): 151 (152)
Trend seit 2011: ⇒
Foto: PR
Rang 14: Dedon
Die Lüneburger sind auf luxuriöse Außenmöbel spezialisiert. Der ehemalige Fußballprofi Bobby Dekeyser gründete das Unternehmen 1990. Dedon beschäftigt 3000 Mitarbeiter.
Deutscher Luxusmarkenindex (max. 300): 152 (-) *
Trend seit 2011: NEU
Foto: PR
Rang 13: Thonet (17
Thonet ist einer der ältesten Möbelhersteller der Welt und war einst der erste, dem es gelang, gebogenes Holz herzustellen. Zwar stammt das in fünfter Familiengeneration geführte Unternehmen ursprünglich aus Wien, sitzt heute jedoch in Hessen. In den 1920er Jahren ließ es Möbel von Architekturlegenden wie Ludwig Mies van der Rohe entwerfen. Heute setzt Thonet neben den Klassikern nach wie vor auf Arbeiten junger Designer.
Deutscher Luxusmarkenindex (max. 300): 154 (142) *
Trend seit 2011: ⇗ **
Rang 12: SieMatic (11)
August Siekmann gründete 1929 die "August Siekmann Möbelwerke", seit 1960 firmieren die Westfalen unter SieMatic. Das mittelständische Unternehmen produziert in Löhne und beliefert rund 60 Ländern.
Deutscher Luxusmarkenindex (max. 300): 156 (161)
Trend seit 2011: ⇘
Rang 11: Poggenpohl (7)
Und noch ein ostwestfälisches Traditionsunternehmen, das anderen zeigt, wie's geht. 1892 gründete der Tischlermeister Friedemir Poggenpohl in Bielefeld einen Tischlerbetrieb mit Möbelhandlung. Heute setzt der Küchenmöbelhersteller über 100 Millionen Euro um und beschäftigt rund 500 Mitarbeiter.
Deutscher Luxusmarkenindex (max. 300): 164 (174)
Trend seit 2011: ⇘
Rang 10: Staatliche Porzellan Manufaktur Meissen (10)
Seit über 300 Jahren stellt das Traditionsunternehmen mal mehr, mal weniger Barockes her, vom Kaffeeservice mit Zwiebelmuster über Kerzenständer im Rosendesign bis zum Tässchen mit Goldrand. Gegründet wurde die Manufaktur 1710 vom Sachsenkönig August dem Starken. In den folgenden Jahrhunderten überlebte sie elf Kriege und sieben politische Systeme, seit 1991 gehört sie dem Freistaat Sachsen. Heute setzt das Unternehmen auch auf Mode.
Deutscher Luxusmarkenindex (max. 300): 166 (162) *
Trend seit 2011: ⇒
Foto: dpa
Rang 9: Leica (35)
Seit über 100 Jahren steht der Name Leica für Kameras und optische Geräte. Doch der einstige Pionier verschlief den Wandel zur Digitaltechnik. Jetzt besinnt man sich jetzt auf alte Stärken und punktet bei Modellen im Retrolook mit neuester Technik. Seit 2012 ist Leica nicht mehr börsennotiert. Leica gehört über eine Stiftung dem Österreicher Andreas Kaufmann und dem Finanzinvestor Blackstone.
Deutscher Luxusmarkenindex (max. 300): 171 (111)
Trend seit 2011: ⇗
Rang 8: Chronoswiss (8)
Im Vergleich zu den vielen oft weit über hundert Jahre alten Luxusmarken ist Chronoswiss ein Jungspund. 1981 gründetet Gerd-Rüdiger Lang die Uhrenmarke, die seither hochwertige mechanische Uhren fertigt. Bekannt wurde die Marke auch durch die Régulateur-Uhren. Diese hier zeigt die Stunde digital an, die Minute oben, unten dreht das Sekundenrad. In Rotgold kostet sie 13.800 Euro
Deutscher Luxusmarkenindex (max. 300): 175 (170) *
Trend seit 2011: ⇗
Foto: PresseRang 7: T+A
Siegfried Amft gründete 1978 die T+A Elektroakustik GmbH - wobei T+ A für Theorie und Anwendung steht. Das Unternehmen mit Sitz in Herford ist vor allem für seine Lautsprechersysteme bekannt.
Deutscher Luxusmarkenindex (max. 300): 183 (-) *
Trend seit 2011: NEU
Rang 6: Gaggenau (9)
Der Gerätehersteller aus München ist bekannt für seine Backöfen, Gas-, Induktions- und Glaskeramik-Kochfelder, Kühl- und Eisschränke, Geschirrspüler, aber auch Weinschränke. Gaggenau beschäftigt etwa 500 Mitarbeiter und ist in über 50 Ländern aktiv.
Deutscher Luxusmarkenindex (max. 300): 190 (163) *
Trend seit 2011: ⇗
Foto: PR
Rang 5: Bulthaup (5)
Der aus Ostwestfalen stammende Martin Bulthaup gründete 1949 die „Martin Bulthaup Möbelfabrik“. Heute arbeiten über 500 Menschen für den Hersteller Küchenmöbelhersteller, der Tochtergesellschaften in Europa, Asien und den USA unterhält. Rund 80 Prozent seines Umsatzes macht Bulthaup mit Export seiner Waren ins Ausland.
Deutscher Luxusmarkenindex (max. 300): 191 (184)
Trend seit 2011: ⇗
Rang 4: Burmester (12)
Ob Vor- oder Endverstärker, CD-Player- und Laufwerke oder FM-Tuner und Lautsprecher: die Berliner Firma Burmester fertigt mit ihren 50 Mitarbeitern vieles noch per Hand. Die hochwertigsten Bauteile kosten bis zu 150.000 Euro. 2013 stieg der Umsatz um 13 Prozent auf geschätzt über zehn Millionen Euro.
Deutscher Luxusmarkenindex (max. 300): 206 (156)
Trend seit 2011: ⇗
Rang 3: Porsche (4)
Porsche ist auch unter dem Dach des Volkswagen-Konzerns immer noch der Inbegriff des deutschen Edel-Sportwagens. Bei keinem anderen Autobauer Deutschlands haben die Ingenieure so viel Macht und Einfluss wie hier. Seit Ende 2013 bietet das schwäbische Unternehmen mit seinem Modell 918 den ersten Supersportwagen der Welt mit Hybridantrieb an. Grundpreis: 768026 Euro.
Deutscher Luxusmarkenindex (max. 300): 212 (195)
Trend seit 2011: ⇗
Rang 2: Glashütte (3)
Das aus dem VEB Glashütter Uhrenbetriebe hervorgegangene Unternehmen betreibt auch eigene Läden unter anderem in Dresden, Paris, Peking, Shanghai, Hongkong und Tokio. Es gehört heute zur Schweizer Swatch Group.
Deutscher Luxusmarkenindex (max. 300): 214 (204)
Trend seit 2011: ⇗
Foto: Presse
Rang 1: A. Lange & Söhne (1)
Der Luxusuhrenhersteller aus Glashütte führt die Liste der wichtigsten deutschen Luxusmarken an. Das zum Schweizer Luxuskonglomerat Richemont gehörende Unternehmen bietet Uhren zwischen 15.000 und 1,92 Millionen Euro an.
Deutscher Luxusmarkenindex (max. 300): 244 (239)
Trend seit 2011: ⇗
"Die Individualisierungsmöglichkeiten in einer Küche sind vielzähliger als früher", sagt Branchen-Kenner Weyrich. Jede Arbeitsplatte, jede Schubladenhöhe und jede Schrankfront sucht sich der Kunde nach seinen Vorstellungen aus. Und während früher die Höhe der Arbeitsfläche standardmäßig auf 85 Zentimeter festgelegt war, liegt sie mittlerweile immer öfter bei 90. Im höheren Preissegment lassen sich die Arbeitsflächen gerne auch auf Knopfdruck verstellen.
Auch der Backofen wandert nach oben: Statt unter dem Herd wird er mittlerweile oft in der Schrankfront auf Augenhöhe eingebaut, damit sich niemand mehr bücken muss, um zu kontrollieren, ob der Käse auf dem Auflauf auch schon schön goldbraun und verlaufen ist.
Im Möbelhaus gibt es die oft üppig ausgestatten Einbauküchen aus der Ausstellung immer wieder mit hohen Preisnachlässen. Diese Preise gelten aber nur, wenn an der Zusammenstellung der Möbel nichts wesentliches geändert wird. Wer Möbelelemente weglässt, spart meist nichts, wer mehr braucht, muss kräftig zuzahlen.
Foto: WirtschaftsWocheAusstellungsstücke lassen sich auch umplanen und anpassen, wenn sie zuhause in der Ausstellungsform nicht passen. Da sich in den Ausstellungen kaum Räume finden, die einen normalen Küchengrundriss haben, dürfte das in der Regel mit Mehrkosten verbunden sein. Gleiches gilt für Küchen aus dem aktuellen Angebot. Diese werden blockweise rabattiert angeboten. „Diese Blöcke sind vom Hersteller in der Regel knapp kalkuliert und zum Teil sogar subventioniert. Es ist eine Mischkalkulation: Zusatzwünsche und Extras, die über den angebotenen Küchenblock hinausgehen, sind im Verhältnis teurer. Erst dadurch rechnen sich die Blöcke für die Hersteller“, erklärt Lucas Heumann, Hauptgeschäftsführer beim Verband der deutschen Küchenmöbelindustrie (VdDK).
Foto: WirtschaftsWocheDie Probleme mit einer rabattierten Küche aus der Ausstellung fangen bereits damit an, dass die Anschlüsse für Wasser und Strom daheim nicht zur Austellungsküche passen. Die Arbeitsplatte ist dann beispielweise unbrauchbar, weil Spüle und Kochfeld anders platziert werden müssen. Besonders ärgerlich ist das bei teuren Arbeitsplatten aus Stein.
Foto: WirtschaftsWocheDiese Küche etwa besteht aus enorm vielen Bauteilen, die große Insel vorne besteht aus zwei Schrankreihen hintereinander. Sogar eine Waschmaschine ist hinter einer Schranktür versteckt. Die Arbeitsfläche besteht aus einem seltenen aprikotfarbenen Stein. Laut Händler kostet das Schmuckstück regulär stolze 31.500 Euro. Kaum vorstellbar, dass je ein Kunde so viel dafür gezahlt hätte.
Foto: WirtschaftsWocheDenn nun soll die Küche nur knapp 10.000 Euro kosten. Der Preisnachlass beträgt gemessen am Katalogpreis fast 70 Prozent. So viel Rabatt bieten einige große Händler und Möbelhäuser laut Prospekt sogar auf neu geplante Markenküchen. Lucas Heumann vom Verband der deutschen Küchenmöbelindustrie (VdDK) geht davon aus, dass einige Händler auf ihre Einkaufspreise besonders viel aufschlagen, um nachher einen solch hohen Rabatt anbieten zu können.
Foto: WirtschaftsWocheBei den großen Händlern geschieht die Planung im langwierigen Kundengespräch am Computer. Auf riesigen Flachbildschirmen kann der Kunde dann sehen, wie die Küche später aussieht. Diese relativ einfache, nicht sonderlich groß geplante Alno-Küche etwa sollte im Möbelhaus regulär rund 15.000 Euro kosten. Nach Abzug von 50 Prozent Rabatt und einer Zusatzprämie von 1000 Euro sollte der Preis noch immer 9500 Euro betragen. Offenbar galt der Rabatt nur für die Möbel, die Elektrogeräte und Einbauten wie Spüle und Armatur blieben außen vor.
Foto: WirtschaftsWocheWie sich die Preise einer Küche ohne Rabatt zusammensetzen, können Kunden zum Beispiel mit dem Online-Küchenplaner von Ikea testen. Dort gibt es keine Fantasierabatte und jeder Küchenschrank wird mit dem Einzelpreis berechnet. Ähnliche Planungstools bieten auch einige Küchenhersteller oder Händlerportale an. Das ist mühsam, aber aufschlussreich. Die oben abgebildete Ikea-Küche hätte im Test rund 4700 Euro gekostet. Dafür muss aber auch alles selbst aufgebaut werden. Viele Küchenhändler bieten Lieferung, Montage und Anschluss ohne Aufpreis an. Dann ist die Küche allerdings meist etwas teurer.
Foto: WirtschaftsWocheGut 7.200 Euro kostete eine Küche aus dem Fachhandel dabei im Jahr 2013 im Durchschnitt, Tendenz steigend. Bei einem Möbeldiscounter allerdings ist eine Küche noch für einen Durchschnittspreis von 2100 Euro zu haben.
Induktionsherd und Multidampfgarer
Die steigenden Preise werden vor allem durch die technischen Entwicklungen getrieben. "Die Elektrogeräte machen etwa die Hälfte des Wertes einer Küche aus, bei hochpreisigen Küchen sogar bis zu 60 Prozent" , sagt Weyrich.
Die moderne Küche verfügt über einen leisen Geschirrspüler und natürlich über einen Induktionsherd. Und der herkömmliche Backofen wird immer öfter durch einen Multidampfgarer ersetzt, der neben Backen auch schmoren, grillen, und eben - ganz gesundheitsbewusst - dämpfen kann.
Der Absatz steigt vor allem im oberen Preissegment: Heute kosten bereits 15 Prozent der verkauften Küchen mehr als 10.000 Euro - vor zehn Jahren lag der Anteil der teuren Küchen bei gerade mal 8,4 Prozent. Bulthaup, Siematic oder Poggenpohl heißen die deutschen Premium-Hersteller, deren Namen auch im Ausland längst bekannt sind.
Küchen-Fans in aller Welt
Knapp vier Milliarden Euro Umsatz macht die Branche laut AMK-Angaben mittlerweile außerhalb Deutschlands. Die Luxushersteller tragen einen Großteil dazu bei: Bulthaup beispielsweise hat nach eigenen Angaben mittlerweile eine Exportquote von rund 80 Prozent, auch Poggenpohl und SieMatic machen über 70 Prozent des Umsatzes außerhalb Deutschlands. Großbritannien, die USA, aber zunehmend auch China und Süd-Ost-Asien sind die wichtigsten Märkte.
Große Unterschiede im Geschmack gibt es bei der Wahl der Küche zwischen den verschiedenen Kontinenten aber nicht. "Die wollen genau das, was wir haben, unsere Qualität, unseren Stil. Im Premiumsegment sind die Ansprüche weltweit gleich, deshalb müssen wir keine speziellen Modelle für diverse Märkte designen", sagt Manfred Junker, Chefdesigner bei Poggenpohl.
Nur im Detail sind die Geschmäcker verschieden: "Die Asiaten sind bei den Fronten sehr auf Hochglanz fixiert, die mögen es glänzend. Europäer bevorzugen eher matte Oberflächen und Holz", sagt Bulthaup-Geschäftsführer Marco Eckert.
Bereit tief in die Tasche zu greifen sind die Luxus-Küchen-Fans in allen Nationen: Bei 30.000 Euro beginnt die Preisspanne für die Edelküchen von Bulthaup oder Poggenpohl - nach oben sind kaum Grenzen gesetzt. Das ist abhängig von der Ausstattung der Geräte und der Qualität der Materialien.
Nur eins ist in fast allen Küchen gleich - der Versuch, ein zeitloses Design zu schaffen. "Wir haben den Anspruch, dass wenn ein Kunde eine unserer Küchen kauft, er auch nach zwanzig Jahren sich wieder so entscheiden würde", sagt Eckert.