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Korruption Die unterschätzte Gefahr für den Mittelstand

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Korruption vorbeugen – aber bitte konsequent!

Um Korruption vorzubeugen, ist eine ethische Unternehmenskultur unerlässlich. Dazu gehören ein entsprechendes Leitbild und schriftliche Vereinbarungen zum Umgang mit Korruption. „Damit Mitarbeiter eine gewisse Handlungsorientierung haben, kann ein Verhaltenskodex hilfreich sein, in dem spezifisch Situationen aufgenommen werden, die im eigenen Unternehmen auftreten könnten, und der Ratschläge gibt, wie man sich in einer solchen Situation verhalten sollte“, sagt Rabl.

Das allein reicht dennoch nicht aus. Interne Kommunikation ist bei der Wertevermittlung entscheidend – und hierbei haben gerade kleinere und mittlere Unternehmen einen entscheidenden Vorteil gegenüber großen Konzernen: „Der Mittelständler kann durch klares Handeln und Haltung viel mehr erreichen als es Kommunikationsorgien wie Hochglanzmagazine und Compliance-Klauseln im Arbeitsvertrag je könnten“, sagt Compliance-Experte Geiß.

Dem stimmt auch Rabl zu: „Beim Mittelständler hat der Geschäftsführer eine Vorbildrolle. Lebt er das richtige Verhalten vor und steht für Antikorruptions-Politik ein, ist diese präsenter und wird für die Mitarbeiter verbindlicher.“ Compliance sollte deshalb in die verschiedenen Prozesse im Unternehmen integriert werden und regelmäßig Thema sein. Sei es im Mitarbeiter-Newsletter, spezifischen Trainings oder regelmäßigen Diskussion über Leitbild und Verhaltenskodex. „Bei Besprechungen oder Veranstaltungen besteht im Unternehmen auch immer die Möglichkeit, das Thema aufzubringen und sich zu Compliance zu bekennen – so wird schon im Kleinen eine große Wirkung erzeugt“, ist sich Geiß sicher.

Wer als KMU Unterstützung für seinen individuellen Risiko- und Aktionsplan sucht, findet diese sowohl bei Unternehmensberatungen als auch Organisationen wie dem Institut für Compliance im Mittelstand, dem Deutschen Netzwerks Wirtschaftsethik oder Initiativen, wie die von Professorin Rabl und ihrem Team. Sie alle bieten Beratungen, Workshops, Infomaterial und Seminare, die Antikorruptions-Konzepte vermitteln und Wegweiser sein können.

Wer bereits Fehlverhalten im eigenen Haus entdeckt, rät Geiß zu klaren Konsequenzen: „Denn durch konsequentes Handeln wird das Wertebewusstsein klarer vermittelt als durch das Beschriften von Papier.“ So wie Magnus Meier. Seine Niederlassungsleiter und er haben ein Programm erarbeitet, das Meier künftig überraschende Mails ersparen soll.

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