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Markenartikel Sachertorte Mehr Bauhaus als Barock

Sie zählt zu den bekanntesten Genussmitteln der Welt: die Sachertorte. Seit bald 200 Jahren. Matthias Winkler, Chef der Sacher Hotel Betriebsgesellschaft, über den Mythos der Schokoladentorte und viele Kopien.

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Herr Winkler, die Sachertorte ist wie Schwarzwälder Kirschtorte oder New York Cheesecake eine eigene Gattung in der Konditorei. Im Gegensatz zu den beiden anderen, steht hinter dem Namen dank des Erfinders Franz Sacher, ein Unternehmen, das Hotel Sacher. Eine Bürde oder ein Segen?

Ich denke, dass es ein Segen ist. Die Geschichte der Sachertorte hat wohl bei uns ihren Anfang genommen mit dem jungen Lehrling Sacher. Und seitdem sind viele Varianten dieser Torte entstanden, die mit dazu beigetragen haben, die Popularität der originalen Sachertorte zu fördern. Sie haben dazu beigetragen, dass Sacher inzwischen ein Gattungsbegriff ist. Und viele Menschen wissen, dass es ein Original und viele andere – sicher auch gute – Torten gibt.

Was zeichnet die Sachertorte aus, dass sie so beliebt ist? Bei Licht betrachtet ist es Kuchenteig mit Marmelade dazwischen und Schokoüberguss.

Dagegen wehre ich mich! Es ist natürlich nicht nur Kuchenteig mit Marmelade und Schoko drüber. Es gibt wenige Mehlspeisen, die in dieser Originalität bald 200 Jahre die Menschen begeistern. Sie wird immer noch nach dem gleichen Prinzip und dem gleichen Rezept gemacht. Das Flair, das die Torte umgibt, die Qualität natürlich und drittens das Geschmackserlebnis tragen dazu bei, dass sie so beliebt ist. Fehlt eines davon, wäre der Erfolg nicht so, wie er ist.

Sachers Story

Das erklärt aber immer noch nicht, warum ihr Geschmack so einzigartig ist.

Es gibt nicht dieses eine Kriterium, das sie zu dem Erfolgsprodukt macht. Es ist die Summe aus den Faktoren, wie dem Nimbus, den man mitisst und der Stärke der Marke. Sie ist Botschafter Österreichs. Sie ist auf allen Kontinenten bekannt und steht in allen Reiseführern.

So wie das Wiener Schnitzel und die Mozartkugel?

Ja, und wer nach Wien kommt, wird sicher versuchen, ein Stück der Sacherwelt zu erleben, sei es als Gast des Hotels oder eben mit der Original Sachertorte.

Die größten Kalorienbomben
ColaDie Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt vor den Folgen übermäßigen Zuckerkonsums und empfiehlt etwa für einen gesunden Erwachsenen, die tägliche Zufuhr auf rund 25 Gramm zu beschränken. In einer 330 Milliliter Flasche Cola stecken immerhin neun Teelöffel Zucker, was in etwa 36 Gramm entspricht - das Limit wäre mit einer kleinen Flasche Coca-Cola also schon gesprengt. Ein Blick auf weitere Kalorienbomben: Quelle: REUTERS
Ketchupflaschen Quelle: dpa
Wurst Quelle: dpa
Gummibärchen Quelle: dpa/dpaweb
Gläser mit Saft Quelle: obs
Milch in einem Glas Quelle: dpa
Ein gefangener Fisch Quelle: dapd

In  dem nun veröffentlichten Buch, steht, dass das Rezept nur eine Annäherung sei, weil es ein Geheimnis bleiben solle. Ist das ein Geheimnis der Zutaten oder der Zubereitung?

Ich würde sagen, sowohl als auch. Natürlich die Qualität der Zutaten und ihre Komposition. Aber das hart erlernte Handwerk unserer Mitarbeiter, dass sie sich erwerben, ist ebenso Teil des Geheimnisses. Jeder, der in unserer Manufaktur versucht, selber eine Torte zu glasieren, wird vor den vermutlich sehr lustig aussehenden Stücken des eigenen Scheiterns stehen.

Sie sagen stets „Original Sachertorte“. Die Welt ist jedoch voll mit Sachertorten. In Wien darf die Konditorei Demel ebenfalls Sachertorte verkaufen, nur unter dem Namen „Demels Sachertorte. Die meisten Menschen, die eine Sachertorte gegessen haben, werden eben eine Interpretation Ihres Vorbilds gegessen haben. Ist das ein Problem für die Marke „Original Sachertorte“?

Nein, ein Problem ist es nur, wenn man glaubt, man hätte das Original. Sonst nicht. Es gibt konkrete Beispiele. Wenn sie am Flughafen Wien abfliegen, können Sie eine Original Sachertorte kaufen und nicht unweit die Schokoladentorte eines Mitbewerbers, die auch in einer Holzkiste verpackt ist, erwerben. Und es passiert nicht selten, dass Menschen die „falsche“ kaufen und sich dann eventuell über etwas beschweren. Das ist für uns ein unglücklicher Moment. Wenn sie sich melden, ist es noch gut, denn dann haben wir die Möglichkeit das aufzuklären, was die Unterschiede sind.

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