Maschinenbau Koenig & Bauer mit geringerem Verlust

Der Druckmaschinenhersteller Koenig & Bauer überrascht mit freundlicheren Halbjahreszahlen, macht aber dennoch Verlust. Personalabbau und Produktionsverlagerungen gehen weiter.

Druckmaschinenhersteller König & Bauer Quelle: dpa

Claus Bolza-Schünemann ist zufrieden. „Wir sind einen großen Schritt vorangekommen“, kommentiert der Vorstandschef des Würzburger Druckmaschinenhersteller Koenig & Bauer (KBA) die am Dienstag vorgelegten Halbjahreszahlen. Das Unternehmen hat seinen Konzernverlust im Jahresvergleich von 10,6 auf 3,4 Millionen Euro verringern können. Der Umsatz legte um 3,1 Prozent auf rund 518 Millionen Euro zu. Das Betriebsergebnis lag nach einem Vorjahresminus von 4,9 Millionen Euro mit 3,8 Millionen Euro deutlich im Plus.

Nach wie vor setzt dem Druckmaschinenbauer die veränderte Nutzung der Medien zu. Da weniger Zeitungen, Zeitschriften, Kataloge und Werbeflyer gedruckt werden, schwächelt die Nachfrage nach Maschinen. „Die einstigen KBA-Kernmärkte sind deutlich kleiner geworden, und wir müssen unsere Kapazitäten entsprechend anpassen“, betont Bolza-Schünemann. Bis 2015 will das Unternehmen 1100 bis 1500 Jobs abbauen. Aktuelle Risiken sieht der Vorstandschef angesichts der Exportquote von mehr als 83 Prozent in den „noch nicht absehbaren Auswirkungen der Ukraine-Krise, der Russland-Sanktionen und anderer Konflikte auf die Weltkonjunktur“.

Fujitsu streicht 400 Jobs
Fujitsu Der japanische Elektronikkonzern Fujitsu will einem Zeitungsbericht zufolge in Deutschland 400 bis 500 Arbeitsplätze abbauen. Eine endgültige Entscheidung solle nach Verhandlungen mit den Beschäftigten fallen, berichtete die japanische Wirtschaftszeitung "Nikkei". Insgesamt beschäftigt der Konzern hierzulande 12.000 Menschen. Die Stellenstreichungen beträfen hauptsächlich Entwicklung und Informationstechnik. Bereits am Dienstag hatte der Konzern bekanntgegeben, in Großbritannien 1800 Jobs zu streichen. Das entspricht 18 Prozent der Belegschaft dort. Insidern zufolge könnte sich Fujitsu künftig auf IT-Dienstleistungen konzentrieren. Mit dem weltgrößten Computer-Hersteller Lenovo verhandelt das Unternehmen offenbar über einen Verkauf des PC-Geschäfts von Fujitsu. Quelle: REUTERS
Lufthansa Technik Quelle: dpa
DAK Gesundheit Quelle: dpa
EnBWDer Energieversorger baut weiter Stellen ab: Die Energie Baden-Württemberg werde sich aus dem Strom- und Gasvertrieb an Großkunden der Industrie zurückziehen, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Davon seien 400 Beschäftigte betroffen, denen ein Aufhebungsvertrag oder ein alternativer Arbeitsplatz im Konzern angeboten werde. Auch im Privatkundengeschäft, der Energieerzeugung und der Verwaltung steht demnach Stellenabbau bevor, der noch nicht beziffert wurde. In den vergangenen zwei Jahren waren bereits rund 1650 Stellen weggefallen. Quelle: dpa
Intel Quelle: REUTERS
Nokia Quelle: dpa
Der IT-Konzern IBM plant in Deutschland offenbar einen massiven Stellenabbau Quelle: dpa
BoeingDer US-Flugzeugbauer will in den nächsten Monaten rund 4000 Arbeitsplätze abbauen. Betroffen sei die Sparte Verkehrsflugzeuge, sagte ein Unternehmenssprecher am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters. Um Kosten zu sparen, würden auch Hunderte Stellen bei Führungskräften und Managern gestrichen. Insgesamt fallen damit bis Mitte des Jahres 2,5 Prozent der zuletzt rund 160.000 Jobs bei Boeing weg. Im Februar hatte der Chef von Boeings ziviler Flugzeugsparte, Ray Conner, bereits angekündigt, dass ein Personalabbau notwendig sei, um "Wachstum zu finanzieren und ein gesundes Geschäft zu führen". Quelle: dpa
RWERWE-Personalvorstand Uwe Tigges stellt die rund 60.000 Beschäftigten des Essener Energiekonzerns auf weiteren Stellenabbau ein. "Unsere bisherigen mittelfristigen Planungen sehen bis Ende 2018 einen Abbau um etwa 2000 Arbeitsplätze vor, unter anderem auch durch natürliche Fluktuation", sagte Tigges der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" (WAZ, Samstagausgabe) laut Vorabbericht. Innerhalb der vergangenen drei Jahre hat RWE bereits rund 10.000 Arbeitsplätze verloren. "Bisher ist es uns gelungen, betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden. Und wir tun alles dafür, dass es auch weiterhin so bleibt", sagte Tigges. Quelle: dpa
Coca-Cola Quelle: dpa
Nach der Fusion der beiden genossenschaftlichen Zentralbanken sollen 700 der 5700 Stellen gestrichen werden. Das entspricht rund 12 Prozent der Belegschaft. Quelle: dapd
SEBDie Deutschland-Tochter der schwedischen Bank SEB will zehn Prozent ihrer 700 Stellen streichen. „Wir haben entschieden, unsere Standorte in Hamburg und Düsseldorf zu schließen und unsere Kompetenzen in der Zentrale in Frankfurt zu bündeln“, sagte ein Sprecher des Instituts Anfang Februar. Umgesetzt sein sollen die Maßnahmen bis zur Mitte dieses Jahres. Betriebsbedingte Kündigungen will die SEB dabei vermeiden. Neben Frankfurt soll ein kleiner Standort in München erhalten bleiben, von wo aus die SEB Mittelstandskunden in Bayern und Baden-Württemberg bedient. Die SEB macht in Deutschland nur noch Geschäfte mit Firmenkunden und institutionellen Kunden. Das Privatkundengeschäft der deutschen Tochter hatten die Schweden 2011 an die spanische Banco Santander verkauft. Quelle: dpa
General Electric Quelle: dpa
Carlsberg entlässt 2000 Mitarbeiter Quelle: REUTERS
Royal Dutch Shell Quelle: REUTERS
Toshiba Quelle: REUTERS
Rabobank Quelle: REUTERS
Dräger Quelle: dpa

Um aus den roten Zahlen zu kommen, hatte KBA bereits früher angekündigt, die Produktion zu straffen. So werde die Gussfertigung komplett nach Würzburg verlagert. Alle Zylinder entstehen künftig im sächsischen Radebeul.

Digitalisierung pulverisiert das Druckgeschäft

In den rund 10.000 Betrieben des deutschen Druckgewerbes sind zwar noch immer rund 150.000 Menschen beschäftigt. Von 2005 bis 2011 ist die Zahl der Betriebe aber „im Durchschnittlich jährlich um knapp drei Prozent gesunken“, bilanziert eine aktuelle Studie der Unternehmensberatung AlixPartners.

Von dem Einbruch im Krisenjahr 2009, als der Umsatz der Druckindustrie um zehn Prozent abstürzte, hat sich die Branche bis heute nicht erholt. Ein prominentes Opfer war die manroland AG, die 2011 in die Insolvenz ging. 2012 landete das Bogengeschäft unter dem Namen Manroland Sheetfed bei der britischen Langley Holdings und das Geschäft mit dem Rollenoffsetdruck als manronland web systems bei der Lübecker Possehl-Gruppe.

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