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Mittelstand Vertrauen in Banken fehlt

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Ohne Aufregung durch die Krise

Ein Mähdrescher auf dem Firmenglände des Landmaschinenherstellers Claas Quelle: dpa/dpaweb

Die Banken, so Schüttpelz’ Beobachtung, denken in die Vergangenheit. „Unternehmer denken nach vorn“, sagt Schüttpelz. Der studierte Jurist, der in den Siebzigerjahren als Student im Keller des elterlichen Hauses begonnen hatte, Klebstoffe für Brötchentüten zusammenzurühren, ist nicht zuletzt wegen dieser grundverschiedenen Herangehensweise ein konservativer Kaufmann geworden. So hat er in den vergangenen 20 Jahren seine Eigenkapitalquote zielstrebig von unter 20 Prozent auf rund 50 Prozent gesteigert. „Wir sind deshalb ohne Aufregung durch die Finanzkrise gekommen.“

Zu den Alternativen zum Bankkredit gehört auch die Beteiligung der Mitarbeiter am Firmenkapital. So im Falle des Unternehmerehepaars Elisabeth und Eduard Appelhans aus dem sauerländischen Sundern-Hagen, deren Unternehmen Sorpetaler Fensterbau heute zu mehr als 50 Prozent den 60 Mitarbeitern gehört. Als Kind hatte Eduard Appelhans erlebt, wie es dem Vater vor Bankgesprächen schlichtweg grauste. Anfang der Neunzigerjahre führte der Mittelständler die Mitarbeiterbeteiligung ein.

Mitarbeiterbeteiligung zahlt sich aus

„Wir hatten eine Phase von zehn Jahren, in denen wir überhaupt keinen Kredit brauchten“, sagt Appelhans. Das half ihm, als er 2008 und 2009 zwei Millionen Euro und vor wenigen Monaten weitere 400 000 Euro in neue Maschinen investierte und dafür Geld von der Bank brauchte: „Dank der Mitarbeiterbeteiligung hatten wir eine bessere Verhandlungsposition.“

Auch für die Mitarbeiter lohnt sich das Modell. Einzelne Beschäftigte haben mehr als 100.000 Euro investiert. Etliche Angestellte kassieren im Jahr 5000 Euro und mehr dank der Gewinnbeteiligung. Auch der ostfälische Drucker Kolbe-Coloco, der fränkische Holzmaschinenbauer Homag oder der Landmaschinenbauer Claas arbeiten mit dem Geld ihrer Mitarbeiter.

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