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Möbelmesse imm cologne Diese Trends prägen das deutsche Wohnen

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Trend 2: Das isolierte Home-Office

Im 20. Jahrhundert galt die Wohnung als ein Ort der Nicht-Arbeit und der Erholung. Weil sie über Smartphone und Tablet ständig erreichbar sind, nehmen mittlerweile mehr und mehr Menschen ihre Arbeit mit in die eigenen vier Wände.

„Für viele ist die Wohnung ein ganz normaler Arbeitsort geworden“, sagt Wohnsoziologin Hannemann. Experten sprechen von der Entgrenzung der Arbeit. Eine Entwicklung, die nicht unbedenklich ist.

Denn wer andauernd den Tisch voller Papierkram sieht, schafft es nicht, nach der Arbeit im eigenen Heim richtig abzuschalten. „Darunter leidet auf lange Frist nicht nur die Beziehung, sondern auch man selbst“, weiß Wohnpsychologe Uwe Linke. Die Folgen: Ruhelosigkeit, Konzentrationsprobleme und ein Abfall der Leistungsfähigkeit. Linke rät deswegen zu einem Arbeitsplatz, der vom Rest der Wohnung isoliert ist.

Was den Deutschen beim Möbelkauf wichtig ist

Früher war der Schreibtisch der Mittelpunkt des heimischen Arbeitsbereichs. Allerdings muss heute niemand mehr einen großen Röhrenbildschirm unterbringen, sondern maximal einen Flachbildschirm – mancher arbeitet sogar nur noch am Laptop oder am Tablet. Deswegen verlagert sich die Heimarbeit zunehmend vom Schreibtisch auf die Wohnzimmercouch.

Eine Entwicklung, von der die Möbelindustrie mit einem neuen Trend Abhilfe schaffen will. Deshalb steht ein Stück vor der Rückkehr, das schon zur Zeit des Biedermeiers im 18. und 19. Jahrhundert beliebt war: Der Sekretär. „Er ist heute viel mehr als nur ein schmalerer Schreibtisch“, sagt Verbandssprecherin Geismann.

Der Sekretär kommt zurück

Eine Mitarbeiterin der Müller Möbelfabrikation, die diese Sekretäre herstellen, streicht über die Arbeitsfläche. „Sie ist aus massiver Eiche“, sagt sie. Die aufsitzenden Schubfächer sind in einem knalligen Gelb lackiert.

Die bunte Farbgebung ist aus Sicht des Wohnpsychologen Linke eine positive Entwicklung: „Farbe ist in uns emotional verankert“, sagt er. „Sie spielt eine große Rolle für unsere Gemütsverfassung.“ Das knallige Gelb assoziierten die meisten Menschen mit dem Sonnenlicht – obwohl das ja eigentlich weiß sei.

Die 30 deutschen Top-Luxus-Marken
Rang 30: Escada (15)* Escada erwirtschaftet nach Jahren der Krise wieder einen positiven Cashflow. 2009 hatte Megha Mittal, die Schwiegertochter des indischen Stahlmagnaten Lakshmi Mittal, das Münchner Modehaus aus der Insolvenz herausgekauft. Heute setzen Escadas Designer unter anderem auf kräftige Farben, große Blumenaufdrucke und Metalltöne. Kritiker loben die Stücke als prächtig und stylisch. Das Modehaus konzentriert sich zurzeit vor allem auf die Märkte USA, Deutschland, Spanien, Russland, Japan und China. Deutscher Luxusmarkenindex (max. 300): 116 (144)* Trend seit 2011: ⇘ ** * in Klammern: 2011 ** Trendanzeige ab 5 Punkten Der Luxusmarkenindex basiert auf einer Befragung von 163 Branchenexperten zu den drei Kriterien relativer Preisabstand des Luxusmarkenanbieters zu einem Mainstream-Markenanbieter, absolute Preishöhe und Anziehungskraft einer MarkeQuelle: Biesalski & Company und Brand Networks Quelle: dpa
Rang 29: Hotel Adlon (25) 1907 eröffnete das Hotel Adlon am Berliner Boulevard Unter den Linden und beherbergte im Laufe der Jahre viele berühmte Gäste, darunter Thomas Alva Edison, Henry Ford, John D. Rockefeller, Walther Rathenau, Gustav Stresemann und Aristide Briand. Durch die schlechte Finanzlage seines Investors, der Fundus-Gruppe, geriet das Hotel zuletzt oft in die Schlagzeilen. Laut einer Schätzung der Ratingagentur Moody’s sollte das Hotel am Brandenburger Tor im Vorjahr nur noch 182 Millionen Euro wert sein.  Deutscher Luxusmarkenindex (max. 300): 117 (121) Trend seit 2011: NEU Quelle: dpa/dpaweb
Rang 28: Nymphenburg (-)Die Porzellan Manufaktur Nymphenburg kooperiert schon seit Jahren mit namhaften Künstlern wie dem Niederländer Joep van Lieshout, dem Franzosen Saâdane Afif oder dem deutschen Schmuckdesigner Patrik Muff. Er lässt Schriftsteller Texte zu seinen Porzellanvasen schreiben und gibt der traditionsreichen bayerischen Marke so ein hippes Image. Zählt doch die klassische Sammeltasse nicht zu den angesagtesten Objekten bei der Generation Facebook. Deutscher Luxusmarkenindex (max. 300): 118 (-) Trend seit 2011: NEU
Rang 27: Tobias Grau (-) Betriebswirt und Designer Tobias Grau ist bekannt für seine Leuchten in Tropfenform. 1984 entwickelte er seine erste Leuchtenkollektion, 1992 baute er sie zusammen mit seiner Frau Franziska zu einer Leuchtenmarke aus. 150 Mitarbeiter beschäftigt Grau heute. Rund 95 Prozent der Fertigung erfolgt heute in Deutschland, die Endmontage in der Nähe von Hamburg. Deutscher Luxusmarkenindex (max. 300): 119 (-) Trend seit 2011: NEU Quelle: Screenshot
Rang 26: Schloss Elmau (-) Dietmar Müller-Elmau, Chef des Hotels Schloss Elmau in Oberbayern, wurde 1954 auf dem Schloss geboren und führt heute das Fünf-Sterne-Hotel. Neben seiner Lage ist es bekannt für seine renommierten klassischen Konzerte. Über 17 Millionen Euro Umsatz machte das Nobelhotel 2010. Deutscher Luxusmarkenindex (max. 300): 120 (-) Trend seit 2011: NEU
Rang 25: Wempe (30) Als der gelernte Uhrmacher Gerhard Diedrich Wilhelm Wempe am 5. Mai 1878 mit 21 Jahren und einem Startkapital von 80 Mark den Schritt in die Selbstständigkeit wagt, ahnt er noch nicht, dass er den Grundstein für ein internationales Uhren- und Juwelen-Imperium schafft. Heute zählt Wempe über 700 Mitarbeiter, unterhält 30 Niederlassungen und ist einer der größten und umsatzstärksten Händler von Luxusuhren und Schmuck in Europa. Deutscher Luxusmarkenindex (max. 300): 125 (118) Trend seit 2011: ⇗ Quelle: Presse
Rang 24: Marktex (33) Die Möbelmanufaktur aus Kronberg im Taunus ist das Reich von Ettore Palmiota. Er ist Inhaber und kreativer Kopf von Marktex. Typisch für die Schränke und Sideboards sind grafische Elemente wie gerade Linien, Quadrate und Andreaskreuz. Palmiota bevorzugt Pinienholz, gerne im Kontrast zu Nussbaum, aber auch Kirschholz und Eiche. Bei den Polsterstoffen dominieren Naturmaterialien wie Wolle und Leinen.  Martex-Möbelhäuser gibt es in Berlin, Hamburg, Köln, Kronberg, Mannheim und München. Deutscher Luxusmarkenindex (max. 300): 126 (114) Trend seit 2011: ⇗ Quelle: Screenshot

Der Augsburger Hersteller baut solche Sekretäre in Handarbeit. Doch nicht nur das zeitlose, aber bunte Design macht den Sekretär wertvoll – er ist gemacht für die Ansprüche des modernen Arbeitens. Die Dame öffnet das linke Schubfach und holt die darin verborgenen Strom- und USB-Anschlüsse hervor. „Mit ihnen kann man während der Arbeit bequem den Laptop oder das Smartphone aufladen“, sagt sie.

Ein solcher verkabelter Sekretär ist ab 940 Euro zu haben. Wer allerdings nicht die Möglichkeit hat, einen eigenen Arbeitsraum für das Homeoffice zu nutzen, sollte zu einem Sekretär mit Pultdeckel greifen.

So kann man nach erledigter Heimarbeit den Deckel zuklappen und damit die Arbeit aus dem Blickfeld verbannen und sich den schönen Dingen im Leben widmen – zum Beispiel dem Essen mit Freunden.

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